# taz.de -- Krieg in Südsudan: Ärzte ohne Grenzen meldet Bombenangriff auf Krankenhaus
       
       > Im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei ist eine Bombe in einem
       > Krankenhaus eingeschlagen. Ein weiteres Gesundheitszentrum soll
       > ausgeraubt worden sein.
       
 (IMG) Bild: In einem Geflüchtetenlager in Südsudan warten Frauen auf die Auszahlung ihrer Hilfsgelder
       
       Das Warenlager des Krankenhauses sieht aus wie ein Trümmerhaufen. Die
       Betonwände sind eingestürzt, die Wellbleche, die als Dach dienten, sind
       weggefegt worden. Rund um den gewaltigen Einschlagkrater liegen
       Plastikeimer, Becher und Plastikwannen verstreut.
       
       Das von Ärzte ohne Grenzen (MSF) betriebene Hospital im Ort Lankien im
       südsudanesischen Bundesstaat Jonglei sei in der Nacht von Dienstag auf
       Mittwoch von einer Bombe getroffen worden, meldet die Hilfsorganisation.
       Diese sei bei einem Luftangriff der südsudanesischen Luftstreitkräfte
       abgeworfen worden. „Ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen erlitt leichte
       Verletzungen“, erklärte die Hilfsorganisation am Mittwoch: „Das
       Hauptwarenlager des Krankenhauses wurde bei dem Angriff zerstört und wir
       verloren den Großteil unserer lebenswichtigen Hilfsgüter für die
       medizinische Versorgung.“
       
       „Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat die GPS-Koordinaten all unserer Einrichtungen
       bereits zuvor mit der Regierung und anderen Konfliktparteien geteilt und
       die Bestätigung erhalten, dass unsere Standorte bekannt sind“, so Gul
       Badshah, Einsatzleiter von MSF, in [1][einer Pressemitteilung]: „Die
       Streitkräfte der südsudanesischen Regierung sind die einzige bewaffnete
       Partei, die in der Lage ist, Luftangriffe im Land durchzuführen.“
       
       Ein weiteres MSF-Gesundheitszentrum im Ort Pieri, weiter südlich, sei zur
       selben Zeit von Milizen ausgeraubt worden. Diese beiden einzigen
       Gesundheitsstationen versorgen rund 250.000 Menschen im Umkreis – und
       müssen nun geschlossen werden, so MSF: „Wir sind uns zwar des enormen
       Bedarfs im Land bewusst, finden es aber inakzeptabel, Ziel von Angriffen zu
       sein“, stellt Badshah klar.
       
       ## Kämpfe in Jonglei
       
       Seit Januar wird [2][im Bundesstaat Jonglei] nordöstlich der Hauptstadt
       Juba gekämpft. Vergangene Woche stationierte Südsudans Armee Truppen in
       Jonglei, um dort die Rebellen der SPLA-IO zu bekämpfen, die zuvor gedroht
       hatten, auf Juba zu marschieren, um ihren Anführer, den suspendierten
       Vize-Präsidenten Riek Machar zu befreien. Er sitzt seit März vergangenen
       Jahres in Hausarrest. Sein Prozess wegen Landesverrat wird derzeit vor
       Gericht verhandelt.
       
       Bereits im Dezember hat die Regierung Südsudans Hilfswerken den Zugang zum
       [3][umkämpften Bundesstaat Jonglei] verboten, seitdem dürfen dort keine
       Flugzeuge mehr landen – auch nicht, um Patienten in Not oder schwangere
       Frauen in ein anderes Krankenhaus auszufliegen. Seitdem sei MSF gezwungen,
       ihre Mitarbeiter abzuziehen. Immerhin, auch in der Nacht des Luftangriffes
       seien die Ärzte aus dem Krankenhaus in Lankien evakuiert worden, als
       Gerüchte von einem möglichen Angriff zirkulierten.
       
       Zur selben Zeit ist nun auch das UN-Welternährungsprogramm (WFP) gezwungen,
       die Hilfslieferungen im benachbarten Bundesstaat Upper Nile, konkret im
       Bezirk Baliet, einzustellen. „Zwischen vergangenem Freitag und Sonntag
       wurde ein Konvoi aus 12 Booten, der mehr als 1.500 Tonnen Lebensmittel und
       andere Hilfsgüter transportierte, mehrmals von bewaffneten Jugendlichen
       angegriffen“, so eine UN-Erklärung.
       
       Dies trifft die Vertriebenen aus Jonglei besonders hart. Seit Anfang des
       Jahres sind dort laut UN-Angaben bis zu 280.000 Menschen durch Kämpfe
       vertrieben worden, die meisten irren im Unterholz umher. Das Problem: Der
       Bundesstaat ist seit Jahren überflutet, die Äcker der Bauern stehen bereits
       unter Wasser – und jetzt setzt gerade wieder die Regenzeit ein, was zu
       weiteren Überflutungen führen wird. Sprich: Die Menschen sind also auch
       ohne Krieg auf Lebensmittellieferungen angewiesen.
       
       5 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schlindwein
       
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