# taz.de -- Krieg in der Ukraine: Russland besteht auf dem gesamten Donbass
> Maximalforderungen zum Auftakt der Friedensgespräche in Abu Dhabi. In der
> Stadt Druschkiwka sterben sechs Menschen durch russischen Beschuss.
(IMG) Bild: Bis Kyjiw „die richtigen Entscheidungen trifft, wird die Spezialoperation fortgesetzt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow
afp/dpa | Ein positiver Verlauf: So lautet das Fazit der Vertreter der
Ukraine am Ende des ersten Tages einer weiteren Runde von Gesprächen über
ein Ende des Krieges in der Ukraine am Mittwoch in Abu Dhabi. „Die Arbeit
war inhaltsreich und produktiv mit einer Orientierung auf konkrete Schritte
und praktische Lösungen“, schrieb der ukrainische Chefunterhändler Rustem
Umjerow in sozialen Medien. Nach dem Dreiertreffen seien die Verhandlungen
in Arbeitsgruppen fortgesetzt worden.
Zum Auftakt der zweiten Runde der Ukraine-Gespräche hatte Russland erneut
seine Maximalforderung bekräftigt und andernfalls mit einer Fortsetzung des
Krieges gedroht. „Bis das Regime in Kyjiw die richtigen Entscheidungen
trifft, wird die Spezialoperation fortgesetzt“, sagte Kremlsprecher Dmitri
Peskow am Mittwoch vor Journalisten.
Russland fordert die Abtretung des gesamten Donbass im Osten der Ukraine,
obwohl die ukrainischen Streitkräfte einen Teil der Region nach wie vor
kontrollieren.
Die direkten Gespräche zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine
begannen am Mittwoch in der Hauptstadt der Emirate, wie der ukrainische
Chefunterhändler Rustem Umerow mitteilte. Ziel der Delegation aus Kyjiw sei
es, gemäß den Vorgaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
„einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen“, schrieb Umerow in
Onlinediensten.
## Ein Hauptstreitpunkt bleibt
Die Verhandlungen hätten „im trilateralen Format begonnen“ und es folgten
Gespräche in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen, fügte er hinzu. Die
auf zwei Tage angesetzten Verhandlungen waren ursprünglich für Sonntag
geplant gewesen, wurden dann aber auf Mittwoch verschoben.
Vor anderthalb Wochen hatten Unterhändler Moskaus und Kyjiws erstmals
direkt miteinander über den US-Plan zur Beendigung der Kämpfe gesprochen.
Die beiden Seiten sind sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen inzwischen
in mehreren Punkten einig. Hauptstreitpunkt bleibt jedoch die Forderung
Moskaus nach einem vollständigen Rückzug der Ukraine aus der wichtigen
Industrieregion Donbass.
[1][Die russischen Angriffe in der Ukraine gingen indes ungeachtet der
Verhandlungen weiter]. Die Behörden in der Stadt Druschkiwka in der
ostukrainischen Region Donezk meldeten am Mittwoch mindestens sechs Tote
durch russischen Beschuss auf einem Markt.
Die russische Armee habe „die Stadt mit Streumunition beschossen und dabei
direkt den Markt getroffen, wo morgens immer viele Menschen unterwegs
sind“, erklärte Wadym Filaschkin, Gouverneur der umkämpften Region Donezk.
Die russische Armee strebt die Einnahme Druschkiwkas an.
Kurz vor Beginn der zweiten Gesprächsrunde hatten Russland und die Ukraine
am Mittwochmorgen bereits jeweils mehrere Tote durch Drohnenangriffe
gemeldet. Bei einem russischen Drohnenangriff in der ukrainischen Region
Dnipropetrowsk seien eine 68-jährige Frau und ein 38 Jahre alter Mann
getötet worden, erklärte der Leiter der örtlichen Militärverwaltung bei
Telegram.
## Zwei Tote in Luhansk
Die von Moskau eingesetzten Behörden erklärten derweil, dass bei einem
ukrainischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der fast vollständig von
russischen Streitkräften kontrollierten ostukrainischen Region Luhansk am
Vorabend ein junger Mann und eine 20 Jahre alte Frau getötet worden seien.
In der Nacht auf Dienstag hatten die russischen Streitkräfte bei eisigen
Temperaturen die Ukraine bereits [2][mit schweren Angriffen überzogen] –
und damit eine kurzzeitige Pause beendet. Nach Angaben des ukrainischen
Energieunternehmens DTEK wurden insbesondere Einrichtungen der
Energieversorgung getroffen.
Es seien die „schwersten Angriffe seit Jahresbeginn“. Infolge des
Beschusses fiel in mehr als 1.100 Wohnhäusern der Hauptstadt Kyjiw und in
800 Häusern der östlichen Stadt Charkiw die Heizung aus.
Selenskyj hatte erklärt, die erneuten Angriffe zeigten, „dass sich die
Haltung Moskaus nicht geändert hat: Sie setzen weiter auf Krieg und die
Zerstörung der Ukraine und nehmen die Diplomatie nicht ernst.“ Die Arbeit
des ukrainischen Verhandlungsteams werde „entsprechend angepasst“, fügte er
hinzu.
Der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Steffen Meyer, sagte mit
Blick auf die Gespräche in Abu Dhabi, es sei gut, dass diese jetzt
fortgesetzt würden. „Wir unterstützen die Ukraine und begleiten sie in
diesem Prozess“, erklärte er. „Wir setzen uns weiter intensiv mit
europäischen und amerikanischen Partnern dafür ein, diesen Krieg wirklich
zu einem Ende zu bringen.“
4 Feb 2026
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