# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Mythische Gestalten
> Nusantara Beat bietet ein Amalgam aus indonesischer Folklore und
> westlicher Rockmusik. Rob Turner kommt mit neuem Projekt „Elf Traps“ in
> die Stadt.
(IMG) Bild: Nusantara Beat ist eine Band von Niederländer:innen mit indonesischen Wurzeln
Nusantara Beat, eine Band von Niederländer:innen mit indonesischen
Wurzeln, präsentiert ihr gleichnamiges Debütalbum. Bis dato hatten das
sechsköpfige Ensemble mit Singles auf dem Genfer Psych-Groove-Label Bongo
Joe für Aufsehen gesorgt. In ihren Tracks bringen sie unter anderem twangy
Surf-Gitarren, Gamelan-Rhythmen und Soul mit Sunda Pop zusammen – letzteres
ist ein Amalgam aus indonesischer Folklore und westlicher Rockmusik, das in
den 1960er Jahre populär wurde. Eine Prise Psych-Folk schwingt zudem mit,
ebenso wie bisweilen nervöses Flirren, wie man es aus den Soundtracks von
Agententhrillern kennt. ([1][Prachtwerk], 18. 2., 20 Uhr)
„Sicker Man“ heißt das Projekt des Komponisten Tobias Vethake, mit dem sich
der umtriebige, in verschiedenste Zusammenhänge und Kollaborationen
involvierte Berliner Musiker zwischen experimenteller Popmusik, Ambient und
avantgardistischer Filmmusik bewegt. Wobei sein neues, ziemlich tolles
Album „Spökenkieker“ doch ziemlich anders klingt als viele Sounds, die man
bisher mit Vethake assoziierte. Eine mythische Gestalt aus dem Teutoburger
Wald (in der Nähe wuchs er auf) diente als Namensgeber des Albums und
Inspiration. Besagtes Fabelwesen ist aufgrund der Sünden seiner Vorfahren
dazu prädestiniert und zugleich verdammt, in die Zukunft zu blicken. Hm, so
gehts irgendwie doch uns allen – und wir machen nix draus.
Andres als Vethake – dem gelingt mit den neuen Stücken ein
freigeistig-verspultes Balancieren zwischen Free Jazz, Ambient,
verstolperten Rhythmen, Hauntology-Momenten und orchestralem Swing. Eine
Konstante seines Schaffens ist, dass er mit seinem elektrisch verstärkten
Cello einen sehr eigenen, oft dronigen Signature Sound kreiert.
Auf die Bühne gebracht wird das bei der Releaseshow von einem 5-köpfigen
Ensemble mit Bläsern und Streichern und seiner Wegbegleiterin Kiki Bohemia
am Bass. Als Support tritt das ebenfalls sehenswerte, in Iran verwurzelte
und in Berlin beheimatete Duo Duet auf, mit Niki Yaghmaee an der Geige und
der Cellistin Golsana Shenasaei. ([2][Neue Zukunft], 15.2., 20 Uhr)
Rob Turner, der bis vor fünf Jahren den Sound des aus Manchester stammenden
GoGo Penguin mitprägte (treibenden Jazz verbindet das Trio mit einer fast
technoiden Energie) und der zudem bei den ähnlich soghaften Mammal Hands
mitspielt, kommt mit seinem neuen Projekt Elf Traps in die Stadt. Zusammen
mit dem Pianisten Liviu Gheorghe, der vormals mit dem Trompeter Matthew
Halsall unterwegs war, improvisiert er in Echtzeit.
Ihre vergleichsweise unvermittelte Herangehensweise bringt mit sich, dass
kein Konzert dem anderen gleicht. Meditative, ambientartige Momente haben
sie ebenso im Gepäck wie Spiritual Jazz und Electronica. Und bisweilen auch
einen ziemlich rohen Wumms, dank Live-Drums und computergenerierten Beats.
Der jazzaffine Beatbastlers Four Tet geistert ebenso durch die Tracks wie
der Geist von Pharaoh Sanders. ([3][Gretchen], 19. 2., 20 Uhr)
13 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.ticketmaster.de/event/nusantara-beat-tickets/1956275886
(DIR) [2] https://rausgegangen.de/events/sicker-man-spokenkieker-releaseshow-duos-duet-0/
(DIR) [3] https://www.gretchen-club.de/detail.php?id=3370
## AUTOREN
(DIR) Stephanie Grimm
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(DIR) Indiepop
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