# taz.de -- Arbeitsmarkt und Alter: Wie wäre es mal mit einem Danke?
> Die Koalition kommt mit immer neuen Ideen um die Ecke, die Menschen zu
> mehr Arbeit zu zwingen. Dabei arbeiten hierzulande schon die meisten
> Älteren.
(IMG) Bild: Viele Menschen im Land arbeiten hart und lange, das Leben wird teurer, weshalb des Kanzlers Sprüche einfach nur daneben sind
Die Union sollte endlich aufhören mit ihrem Gefasel, dass die Menschen
länger arbeiten müssen, also mehr Stunden am Tag und mehr an Jahren im
Alter. Denn [1][Deutschland ist im EU-Vergleich schon jetzt das Land mit
den meisten älteren Beschäftigten]. Das hat einerseits natürlich mit der
Demografie zu tun, die Alterspyramide verdickt sich am oberen Ende und
verschlankt sich am unteren. Andererseits aber auch mit dem Fakt, dass das
gesetzliche Renteneintrittsalter ohnehin schon weiter nach hinten
verschoben wurde. Es ist also mitnichten so, dass zu viele Ältere zu wenig
arbeiten.
In Altersangaben ausgedrückt, stellt sich das so dar: Von den 41 Millionen
Erwerbstätigen im Jahr 2024 hierzulande waren 2024 fast 10 Millionen
zwischen 55 und 64 Jahre alt, also fast ein Viertel der Menschen, die für
das Bruttosozialprodukt sorgen. EU-weit ist es rund ein Fünftel. Auch das
ist viel, aber die Bevölkerung altert nun mal auch in allen anderen
Ländern, nicht nur in Europa.
Gleichwohl gehen die Menschen in Deutschland im Durchschnitt mit knapp 65
Jahren in Rente – in der Regel in Übereinstimmung mit den gesetzlichen
Vorgaben. Denn die volle Rente mit 67 trifft erst jene Jahrgänge ab dem
Geburtsjahr 1964. Wer früher auf die Welt kam, kann und konnte dem
Arbeitgeber schon früher arrivederci sagen. Ausgenommen all jene, die aus
gesundheitlichen Gründen schon früher die Segel streichen und dafür
Abschläge in Kauf nehmen müssen.
Ohnehin werden viele [2][Menschen auch über das Renteneintrittsalter]
hinaus arbeiten gehen – manche aus Lust am Job, viele indes [3][aus
finanzieller Not.] Die Preisexplosion auf dem Mietmarkt und im Supermarkt,
höhere Sozialabgaben und Verteuerung bei Medikamenten (die Ältere öfter
brauchen als Jüngere) machen das Leben nicht leichter, egal ob man morgens
zur Arbeit geht oder nicht. Das können sich Teile der Bundesregierung
vielleicht nicht vorstellen, aber das ist die Realität der meisten Menschen
in diesem Land. Vielleicht sollte Schwarz-Rot einfach mal Danke sagen,
anstatt die arbeitenden Menschen immer öfter zu beschimpfen.
4 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_N009_13.html?nn=2110
(DIR) [2] /SPD-hat-eine-fixe-Idee/!vn6146894
(DIR) [3] /Altersarmut-in-Hamburg/!6143537
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(DIR) Simone Schmollack
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