# taz.de -- Zollabkommen von Indien und den USA: Kalkulierte Annäherung
       
       > Die Zolleinigung kommt auf den ersten Blick überraschend – Modi suchte
       > zuletzt die Nähe zu Putin. Doch die USA bleiben ein wichtiger Partner.
       
 (IMG) Bild: Einige Inder:innen sind skeptisch gegenüber dem Abkommen: wie hier bei einer Protestaktion in Kalkutta
       
       Dass sich Indien und die USA nun doch auf eine Zolleinigung zubewegen, ist
       ein Signal. Seit fast elf Monaten verhandeln Washington und Delhi über ein
       Freihandelsabkommen. Dass ausgerechnet [1][die langatmigen Gespräche mit
       der EU schneller zum Abschluss kamen], hatte mit dem angespannten
       Verhältnis zwischen Indien und den USA zu tun. Provokante Aussagen Donald
       Trumps – darunter die Behauptung, er habe einen Waffenstillstand zwischen
       Indien und Pakistan vermittelt, hatten die Beziehungen auf einen Tiefpunkt
       geführt.
       
       Umso bemerkenswerter ist, dass [2][nun wieder Bewegung in die Gespräche
       kommt]. Der hochrangige Besuch aus Brüssel Ende Januar könnte dabei als
       Katalysator gewirkt haben – Washington könnte den Eindruck gewonnen haben,
       gegenüber der EU ins Hintertreffen zu geraten.
       
       Zuletzt hatte Premierminister Narendra Modi andere Prioritäten gesetzt.
       Erst Anfang Dezember empfing er Wladimir Putin in Delhi. Trotz
       Ukrainekrieg, westlicher Sanktionen und wachsender geopolitischer
       Spannungen hält Modi an den Beziehungen zu Russland fest. Doch diese Nähe
       darf nicht darüber hinwegtäuschen: Modis wirtschaftlicher Blick richtet
       sich längst woanders hin.
       
       Seit Jahren orientiert sich das Land Richtung Westen: Freihandelsabkommen
       mit den Efta-Staaten, Großbritannien, Australien, Neuseeland und zuletzt
       der EU markieren diese Ausrichtung. Sollten nun auch die USA dazukommen,
       wäre das der vorläufige Höhepunkt dieser Strategie.
       
       Allerdings wird die Annäherung in Indien auch kritisch gesehen, auch wenn
       viele Unternehmen aufatmen, da die massiven Zölle von 50 auf 18 Prozent auf
       indische Waren sinken. Vieles deutet darauf hin, dass Delhi dem Druck aus
       Washington nachgegeben hat. Ohne die USA geht es eben doch nicht. Zu eng
       sind die wirtschaftlichen Verflechtungen und Abhängigkeiten, und Millionen
       InderInnen arbeiten in den USA. Modi mag außenpolitisch gern strategische
       Autonomie beschwören. In der Realität aber zeigt sich: Wenn es ernst wird,
       orientiert sich Indien am Westen. Nicht unbedingt aus Loyalität, sondern
       eher aus Kalkül.
       
       3 Feb 2026
       
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 (DIR) [1] /EU-und-Indien-vereinbaren-Handelsdeal/!6149011
 (DIR) [2] https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-indien-abkommen-100.html
       
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