# taz.de -- Waffenstillstand in Syrien: Fahrplan für den Frieden
> Syrische Armee und kurdische SDF schließen ein Waffenstillstandsabkommen.
> Kurdische Streitkräfte sollen in die Armee eingegliedert werden, der
> Zugang geöffnet.
(IMG) Bild: Kurdische Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) werden vor dem Ende einer viertägigen Waffenruhe bejubelt (24. 1. 2026)
dpa | Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und
die Übergangsregierung in Syrien haben ein umfassendes
Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Beide Seiten bestätigten, dass darin
ein Fahrplan zur vollständigen Eingliederung der SDF in den syrischen Staat
festgelegt wurde.
In den vergangenen Wochen gab es Gefechte zwischen Truppen der
Übergangsregierung und den SDF im Norden und Nordosten; das umkämpfte
Gebiet [1][stand bisher unter kurdischer Selbstverwaltung]. Nach dem Sturz
der Assad-Regierung will die neue Führung in Damaskus unter
Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa alle Gebiete des vom Bürgerkrieg
zersplitterten Landes unter staatliche Kontrolle bringen.
Ein Abkommen zur Integration der kurdisch verwalteten Gebiete besteht
bereits seit März vergangenen Jahres. Beide Seiten konnten sich jedoch
nicht auf konkrete Schritte zur Umsetzung einigen. Die Kurden befürchteten
vor allem einen Verlust ihrer politischen Macht und autonomen Rechte.
Nachdem Verhandlungen zu dem März-Abkommen keine Erfolge gezeigt hatten,
[2][rückten schließlich Anfang des Jahres Truppen der von sunnitischen
Islamisten angeführten Regierung in die kurdischen Gebiete vor.] Seit
einigen Tagen herrscht Waffenruhe. Diese ebnete den Weg für erneute
Verhandlungen und das nun getroffene Abkommen.
## Strittige Punkte gelöst
Die Vereinbarung sieht vor, dass sich die an den Frontlinien im Norden des
Landes versammelten Kräfte zurückziehen. Zudem sollen Sicherheitskräfte des
Innenministeriums in den Zentren der Städte Hasaka und Kamischli im
Nordosten stationiert werden, die beide derzeit von den SDF gehalten
werden.
Das Abkommen beinhaltet außerdem die Bildung einer Militärdivision, die
drei SDF-Brigaden umfassen wird. Zusätzlich soll eine Brigade für die
Truppen in der von den SDF kontrollierten Stadt Kobane, auch bekannt als
Ain al-Arab, gebildet werden, die dem Gouvernement Aleppo unterstellt wird.
„Das Abkommen zielt darauf ab, das syrische Territorium zu einen und eine
vollständige Integration in der Region zu erreichen“, hieß es in der von
den SDF veröffentlichten Vereinbarung. Ein hochrangiger Vertreter der
syrischen Regierung sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Abkommen sei
endgültig und am späten Donnerstagabend getroffen worden. Die Umsetzung
solle sofort beginnen.
Die Integration kurdischer Streitkräfte in die syrische Armee war lange ein
Streitpunkt zwischen den beiden Seiten und ein [3][Schlüsselfaktor der
jüngsten militärischen Auseinandersetzungen]. Dieser Punkt und andere
strittige Faktoren wurden laut Angaben von Sana und den SDF gelöst.
SDF-Kämpfer sollen demnach nun beispielsweise individuell in Armee und
Polizei eingegliedert werden. Die SDF wollten bisher als einheitlicher
Block integriert werden.
## USA: „historischer Meilenstein“
Der US-Sondergesandte Tom Barrack lobte die Einigung auf X als
„historischen Meilenstein auf dem Weg Syriens zu nationaler Versöhnung,
Einheit und dauerhafter Stabilität“. Der Schritt baue auf frühere
Vereinbarungen auf. Hochrangige SDF-Vertreter sollten demnach die
Möglichkeit haben, sich auf höchster Ebene einzubringen.
Vermittelt wurde die Einigung nach kurdischen Angaben unter anderem von
Frankreich und den USA. „Wir hoffen, dass sie die Rolle von Garantiemächten
für den Integrationsprozess übernehmen werden“, erklärte Elham Ahmad,
Außenbeauftragte der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien.
30 Jan 2026
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