# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Lasst uns in Resonanz gehen
       
       > Ein Symposium lädt zum Thema Improvisation und Resonanz. Das CTM Festival
       > geht in die Zielgerade. Auch Punk empfiehlt diese schöne Konzertkolumne.
       
 (IMG) Bild: Das Duo Milliarden spaziert durch Berlin, hier am Alex. Die beiden geben am 5. und 6. Februar ein Konzert im Festsaal Kreuzberg
       
       In Sachen Kommunikation hapert es ja gerade vielerorts. Vielleicht würde
       Musik helfen, genauer gesagt geschmeidiges Zusammenspiel oder vielleicht
       gar Improvisation. Ein bisschen wäre das ja wie Mannschaftssport – ohne,
       dass eine:r gewinnen will.
       
       „Wenn man in einer Gruppe spielt, müssen alle ihre Wahrnehmungen in
       Resonanz zueinander bringen“, konstatiert Schlagzeuger und Perkussionist Lê
       Quan Ninh. Zusammen mit Charlotte Hug – Bratschistin, Vokalistin und
       Trägerin des Schweizer Musikpreises 2025 – wird er zum Auftakt von
       „Symposium: Improvisation und Resonanz“ auftreten. Im Anschluss soll es ein
       Gespräch geben, auch darüber, wozu man noch so in Resonanz gehen kann außer
       zu anderen Menschen. ([1][Exploratorium], 30. 1., 20 Uhr)
       
       Und schon ist auch das CTM Festival wieder auf der Zielgeraden. Keine
       Sorge, wer es noch nicht geschafft hat: Das letzte Wochenende hält noch
       einiges bereit, auch jenseits des eigentlich ausverkauften
       Abschlusskonzerts, auf das so mancher bereits ein Jahr gewartet hat. 2025
       musste nämlich die US-amerikanische Gitarristin und Sängerin Emma Ruth
       Rundle krankheitsbedingt absagen. Doch vielleicht geht tickettechnisch
       spontan ja etwas.
       
       Einst prägte Rundle mit ihrem Gitarrenspiel den Sound der Postrockband Red
       Sparowes oder den artrockigeren der Band Marriages. Auf ihrem letzten
       Solorelease „Music From The Bella Vista“ (2025) sorgen
       Klavierimprovisationen und Field Recordings hingegen eher für eine
       meditative Anmutung. Vorab gibt es die Livepremiere des Albums „Lunng“ von
       Sam Slater (der nicht zuletzt für die Filmmusik zu „Joker“ einen Grammy
       bekam), bei der auch die isländischen Komponisten und Cellistin Hildur
       Guðnadóttir auf der Bühne stehen wird. ([2][Volksbühne], 1. 2., 20 Uhr)
       
       ## Mischung aus Punk und Deutschrock à la Ton Steine Scherben
       
       Für eine ganz eigene Mischung aus Punk und Deutschrock à la Ton Steine
       Scherben steht das Berliner Duo Milliarden. Vor gut 10 Jahren erregten das
       Duo mit seiner eigenhändig gebastelten EP „Kokain und Himbeereis“, die es
       nach Konzerten verkaufte, einiges Aufsehen. Seither erschienen zwar vier
       Alben, doch jetzt geht das Duo mit dem Debüt auf Jubiläumstour – der erste
       Abend ist bereits ausverkauft, für den zweiten gibt es noch Tickets. Und
       das Vinyl, das es im Bundle gibt, wird immer noch in Handarbeit zum Unikat.
       ([3][Festsaal Kreuzberg], 5. 2. + 6. 2., 20 Uhr)
       
       „Es kann nicht immer so weitergehn“ – die Punkband mit dem tollen Namen
       pogendroblem sagt, wie es ist. Doch tatsächlich geht es ja nicht immer so
       weiter; vielmehr wird vieles immer schlimmer. Dass die Kölner Band sich auf
       Zeitdiagnostisches versteht, zeigt nicht zuletzt ihr [4][gerade
       erschienenes Album „Great Resignation“]. In diesem ist Fragmentierung ein
       großes Thema – nicht nur die gesellschaftliche, sondern auch die unserer
       innersten Regungen – ein bei aller Düsternis durchaus vergnügtes Amalgam
       aus Punk, poppigen Moment, krautigen Beats und einer Prise Hamburger
       Schule. ([5][Cassopeia], 5. 2., 20 Uhr)
       
       29 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://exploratorium-berlin.de/events/buehne/sal27-charlotte-hug-le-quan-ninh-resonances/
 (DIR) [2] https://www.ctm-festival.de/festival-2026/programme/schedule/event/cadence-of-shadows
 (DIR) [3] https://www.koka36.de/milliarden_ticket_179104.html
 (DIR) [4] /Neues-Album-von-Pogendroblem/!6136236
 (DIR) [5] https://cassiopeia-berlin.de/event/pogendroblem
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stephanie Grimm
       
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