# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Zwischen Club und Experiment
> Das CTM Festival feiert seine nächste Auflage, mit dabei sind Dylan
> Carlsons Band Earth und Leslie García. Im Berghain werden analoge
> Instrumente manipuliert.
(IMG) Bild: Earth-Band von Dylan Carlson
Dass Veränderungen bei vielen Menschen Abwehrhaltung und Schlimmeres
freisetzen, kriegen wir aktuell auf der großen Bühne aufs Garstigste
präsentiert. Kookoo – dahinter steckt eine der vergnüglichsten
Veranstaltungsreihen der hiesigen Clubszene – nimmt das zum Anlass, die
erste Veranstaltung im neuen Jahr unter das Motto „Embrace Difference“ zu
stellen – wie immer mit fein kuratiertem Programm.
Leslie García alias Microhm lässt sich lieber von anderen Spezies und ihren
Möglichkeiten des Austauschs als von Menschen inspirieren. Arbeiten ihres
Künstlerkollektivs Interspecifics aus Mexiko-Stadt werden übrigens auch
beim CTM Festival in der daadgalerie zu sehen sein. Wie sich ihre
Vorstellungen über Posthumanismus in einen kontrastreichen und doch
groovenden Sound übersetzt, ist am Freitag zu erleben, neben einem Liveact
des Duos Forster. [1][(OHM, 16. 1., 22 Uhr, nur Abendkasse)]
Zumindest was den philosophischen Überbau betrifft, gibt es Parallelen zum
fünften Geburtstag des in Berlin ansässiges Musik- und Kunstlabels
Unguarded – schließlich ist die Offenheit für Unterschiede die
Vorbedingung, seiner Umwelt „unguarded“ zu begegnen. Das Labelspektrum ist
breit, von Clubsounds über Soundexperimente bis zu Folk.
Auf der Bühne stehen unter anderem ronja, die zwischen Ambient, Songwriting
und experimenteller Komposition oszilliert und ein Trio, zu dem sich Caleb
Salgado, Jon Eirik Boska und Petra Hermanova zusammengetan haben, um Musik
der droneaffinen Hermaova zu präsentieren – die bevorzugt auf der
Akkordzither musiziert. [2][(Silent Green, 16. 1. 20 Uhr)]
Am Mittwoch gibt es in den „Orchestral Sessions: Winter Edition“
Experimente an der Schwelle zwischen Akustik und Elektronik. Die
Performances verbindet, dass analoge Instrumente mannigfaltigst manipuliert
werden. So wird etwa der Komponist Grégoire Simon sein Stück „Under the
Voice“ mit drei Bratschen zur Aufführung bringen. Ihr Klangspektrum wird
durch metallische Dämpfer verändert und klingt somit elektronischer. Des
Weiteren treten auf: Liam Segal, Maxim Turbo, Nazanin Noori, Rebecca
Saunders und Avi Caspi. Letzterer wird gleich acht Kontrabässe zum
Schwingen bringen. [3][(Berghain, 21. 1., 20 Uhr)]
Ab dem darauffolgenden Wochenende gibt es weirde, verstörende,
vergnügt-verspulte Klangwelten wieder knüppeldicke, bei der 27. Ausgabe des
[4][CTM-Festival]: mit Sounds zwischen Club und Experiment, Ausstellungen,
Panels und mehr. Das Eröffnungskonzert am Freitag bestreitet Dylan Carlsons
Band Earth, mit ihrem Mix aus Minimalist Doom, Ambient Country und folkiger
Avantgarde. Sie bringen ihr Instrumentalalbum „Hex; or Printing in the
Infernal Method“ zur Aufführung, dass beim Release vor gut 20 Jahren mit
unverzerrten Gitarren überraschte. Vorab performt der Growlers Choir: 16
Stimmen, eigentlich aus dem Metal, präsentieren eine erstaunliche
Bandbreite an Gesangstechniken. [5][(23. 1., Haus der Visionäre, 21 Uhr)]
16 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.instagram.com/kookooberlin/
(DIR) [2] https://www.eventbrite.de/e/5-years-unguarded-tickets-1977280062895?aff=SGWeb1
(DIR) [3] https://tickets.berghain.de/?uuid=7c7de305-787f-4a59-9d4f-9ac119875aed&lang=de
(DIR) [4] https://www.ctm-festival.de/
(DIR) [5] https://ctm.stager.co/shop/tickets/events/111580459
## AUTOREN
(DIR) Stephanie Grimm
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