# taz.de -- Wirtschaftsprognose der Bundesregierung: Konjunkturerholung schwächer als erwartet
> Die Wirtschaft wächst nicht so stark, wie die Regierung noch im Herbst
> prognostiziert hat. Die Milliarden aus dem Infrastrukturpaket wirken
> langsam.
(IMG) Bild: Der DGB macht sie für die schlechte Wirtschaftsentwicklung verantwortlich: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
Die Bundesregierung hat ihre Prognose für die deutsche Wirtschaft für 2026
leicht nach unten korrigiert, geht aber weiter von einer deutlichen
Belebung aus. „Für 2026 zeichnet sich eine konjunkturelle Erholung ab“,
sagte [1][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)] bei der
Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts am Mittwoch.
Die Bundesregierung rechnet nun mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts
in diesem Jahr um 1,0 Prozent, im Herbst lag die Prognose noch bei 1,3
Prozent. Auch wenn die Wachstumserwartung geringer ausfällt, würde dieser
Zuwachs eine Trendwende bedeuten. In den Jahren 2023 und 2024 ist die
deutsche Wirtschaft geschrumpft, 2025 gab es mit einem [2][Mini-Zuwachs von
0,2 Prozent eine faktische Stagnation].
Die jetzige Korrektur der Prognose für 2026 ist eine Folge davon, dass die
Investitionen aus dem 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket nicht so
schnell gewirkt haben wie angenommen. „Wachstumsimpulse sind vor allem
durch die Binnennachfrage zu erwarten“, sagte Reiche. Die staatlichen
Ausgaben für die Modernisierung der Infrastruktur und für Rüstungsgüter
sind der größte Treiber der erwarteten Konjunkturerholung. Rund zwei
Drittel des Wachstums 2026 gehen darauf zurück. Außerdem spreche die
Lohnentwicklung dafür, dass der private Konsum steige, sagte Reiche.
Die deutsche Wirtschaft hängt stark von Exporten ab. Der Außenhandel leidet
aber unter der schwierigen Weltlage, etwa der Zollpolitik der USA. „Die
Perspektiven haben sich eher verschlechtert“, sagte Reiche. Die deutsche
Industrie sei einem „heftigen Gegenwind“ ausgesetzt. Deshalb müssten die
Standortverbindungen verbessert werden, etwa durch eine Reform der
Sozialsysteme.
## Verunsicherte Verbraucher:innen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) macht Reiche dafür verantwortlich,
dass die Wachstumsprognose hinter die Erwartungen zurückgefallen ist.
Reiche fordert immer wieder Einschnitte, etwa längere Lebensarbeitszeiten.
[3][Die Diskussion führt Ökonomen zufolge zu einer Verunsicherung der
Verbraucher:innen]. „Wer auf die Beschäftigten eindrischt, statt mit
ihnen innovative Lösungen zu entwickeln, darf sich über ausbleibendes
Wirtschaftswachstum nicht wundern“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan
Körzell.
28 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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