# taz.de -- Extremes Winterwetter in den USA: Mindestens 30 Tote bei eisigen Wintertemperaturen
> Eine Polarkaltfront führt in den USA zu massiven Stromausfällen,
> Verkehrsausfällen und Flugstreichungen. Die Behörden warnen, die
> Kältewelle könnte anhalten.
(IMG) Bild: Brooklyn, New York, USA, 25. Januar: Jemand versucht, den Neuschnee mit einer Schneefräse zu räumen
afp | Eisige Kälte, Schneechaos und Glätte: Weite Teile der USA ächzen
weiter unter den [1][Auswirkungen des extremen Winterwetters]. Die jüngste
Opferbilanz von mindestens 30 Toten umfasste am Dienstag auch 7 Passagiere
eines abgestürzten Kleinflugzeugs im Bundesstaat Maine. Wegen der anhaltend
starken Schneefälle waren mehr als 530.000 Haushalte ohne Strom. In etwa 20
Bundesstaaten und der US-Hauptstadt Washington galt weiter der Notstand.
Der Sturm kostete Medienberichten zufolge inzwischen mindestens 30 Menschen
das Leben. Die Todesursachen umfassen demnach Unterkühlung sowie Unfälle im
Zusammenhang mit Verkehr, Schlittenfahrten und Schneepflügen.
Zudem kamen 7 Menschen beim Absturz eines Kleinflugzeugs ums Leben. Wie die
US-Luftfahrtbehörde FAA mitteilte, geriet die Maschine am Sonntagabend beim
Start in Bangor im Ostküstenstaat Maine in einen Schneesturm.
## Todesopfer in New York
In New York meldeten die Behörden 8 weitere Todesopfer. Die Todesursachen
würden derzeit ermittelt. Unklar war zunächst, ob alle Todesfälle mit dem
Wintersturm im Zusammenhang standen. In New Jersey wurde ein Mann mit einer
Schneeschaufel in der Hand leblos im Schnee gefunden.
Laut der Internetseite Poweroutage.com waren am Dienstag mehr als 540.000
Haushalte vor allem im Süden der USA weiter ohne Strom. In Tennessee waren
mehr als 175.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen, in Mississippi
mehr als 140.000 Haushalte. In Louisiana hatten fast 100.000 Haushalte
keinen Strom.
## Flugverkehr unterbrochen
Nach den massiven Flugstreichungen am Wochenende an mehreren großen
Flughäfen wie Washington, Philadelphia und New York war der Flugverkehr am
Dienstag immer noch unterbrochen. Mehr als 9.000 Flüge fielen aus. „Wir
wissen nicht, ob wir hier wegkommen oder nicht“, sagte der Reisende Alan
Vazquez, der seit Sonntag am texanischen Flughafen Dallas Fort Worth
festsaß.
Die Polarkaltfront war am Sonntag vom Süden in den Nordosten der USA
gezogen und traf Bundesstaaten von New Mexico bis Maine mit einer heftigen
Mischung aus starkem Schneefall, heftigem Wind und Eisregen. Auch die
Ostküstenstädte Washington und New York sowie der sonst eher mildere
Temperaturen gewöhnte Süden des Landes waren betroffen.
Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben. In
nördlichen Bundesstaaten wurde vor lebensbedrohlicher Kälte von bis zu
Minus 45 Grad Celsius auch in den kommenden Tagen gewarnt.
## Anhaltende Stromausfälle
Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte davor, dass die Temperaturen in
weiten Teilen des Nordens der USA „bis zum 1. Februar durchgehend unter dem
Gefrierpunkt“ liegen könnten. Besonders im Süden herrschten
„rekordverdächtig niedrige Temperaturen“. Die Behörde warnte insbesondere
angesichts der anhaltenden Stromausfälle vor einer gefährlichen Lage.
Der Sturm ist zwar inzwischen weitgehend abgeklungen, doch die eisige Kälte
hat viele Orte nach wie vor fest im Griff. Nun droht sich wegen der
Sturmfolgen auch die Wiederherstellung des Stroms zu verzögern.
Der Bürgermeister von Nashville, Freddie O'Connell, sagte Journalisten,
dass in Tennessees Hauptstadt weiterhin Bäume unter der Last des Eises auf
ihren Ästen umstürzten. Die teilweise bereits wiederhergestellte
Stromversorgung werde dadurch erneut unterbrochen. Nashville und andere
Gemeinden im ganzen Land richteten inzwischen beheizte Notunterkünfte ein.
## Wiederherstellung der Infrastruktur besonders mühsam
Die Beschaffenheit des Schnees ist dem New Yorker NWS-Meteorologen Dave
Radell zufolge „sehr trocken“ und „flockig“. Die Schneemassen könnten daher
leicht aufgewirbelt werden, sagte er AFP. Dies beeinträchtige sowohl die
Sicht enorm und erschwere auch die Räumung der Straßen „massiv“.
Die NWS-Meteorologin Allison Santorelli sagte AFP, dass die
Wiederherstellung der Infrastruktur nach diesem Sturm wegen der vielen
betroffenen Bundesstaaten besonders mühsam sei. Die deutlich besser für den
Winter ausgerüsteten nördlichen Bundesstaaten könnten nun ihre Ressourcen
nicht mit den weniger gut für den Winter ausgestatteten südlichen Regionen
teilen.
Die extreme Wetterlage in den USA wird ausgelöst durch eine Verformung des
Polarwirbels, dadurch gelangt kalte Luft von der Arktis nach Süden.
Wissenschaftlern zufolge gibt es Hinweise, dass das gehäufte Auftreten
dieses Phänomens mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte.
27 Jan 2026
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