# taz.de -- Treibhausgase von Tierfutter: Dein Hund, das Klimaschwein
> Futter für Hunde kann mehr CO₂ verursachen als die Ernährung ihrer
> Halter. Eine Studie zeigt: Die Emissionen variieren je nach Produkt
> stark.
(IMG) Bild: Manches Hundefutter verursacht mehr als die Hälfte der Emissionen, die durch das Verbrennen von Kerosin im Luftverkehr entstehen
[1][Hunde] können deutlich höhere ernährungsbedingte
Treibhausgas-Emissionen verursachen als die Ernährung ihrer Besitzer:innen.
Zu diesem Ergebnis kommt [2][eine Studie] der University of Edinburgh, die
im Fachmagazin Journal of Cleaner Production erschienen ist. Trocken-,
Nass-, Rohfutter oder solches auf Pflanzenbasis – für ihre Arbeit werteten
die Forscher:innen 996 in Großbritannien handelsübliche Futtermarken
aus; anhand der Zutatenlisten und Nährwertkennzeichnung berechneten sie den
CO2-Ausstoß. Ergebnis: Die Futter mit den höchsten Emissionen sind 65-mal
klimaschädlicher als die klimafreundlichsten Produkte.
Wie zu erwarten war, schneidet Trockenfutter mit hohem Getreideanteil
besser ab als fleischreiche Produkte. Was hingegen überrascht: Hundefutter
ist demnach für 1 Prozent der gesamten Emissionen Großbritanniens
verantwortlich. Würden alle Hunde der Welt mit dem untersuchten Hundefutter
versorgt werden, kämen mehr als die Hälfte jener Emissionen zustande, die
jedes Jahr durch das Verbrennen von Kerosin im Luftverkehr entstehen.
Studienleiter John Harvey bescheinigt vielen Hundehaltern einen Zwiespalt:
„Sie wollen ihre Tiere artgerecht füttern, zugleich aber den Planeten
schonen.“ Bereits einfache Tipps beim Kauf könnten aber viel bewirken:
Beispielsweise auf die Beschreibung der verwendeten Fleischstücke zu
achten. Der Anteil an hochwertigem Muskelfleisch sollte möglichst gering
sein, denn das könnten auch Menschen essen. Je mehr Reste aus der
Schlachtung verwertet werden, desto besser. Pflanzliches Hundefutter wäre
eine noch klimafreundlichere Lösung, Studien würden belegen, dass
sorgfältig zusammengestellte pflanzliche Futtermittel den Nährstoffbedarf
von Hunden decken und ähnliche gesundheitliche Vorteile wie fleischhaltiges
Futter bieten.
Immer wieder nehmen sich Forscher:innen die Ökobilanz von Hunden vor,
beispielsweise berücksichtigte [3][eine Arbeit der Technischen Universität
Berlin 2020] neben dem Herstellungs- und Lieferprozess des Futters auch
ökologische Kosten, die etwa Urin und Kot verursachen. Berechnungsbasis war
ein 15 Kilogramm schwerer Modellhund, der 13 Jahre alt wird. Ergebnis:
Solch ein Hundeleben erzeugt 8,2 Tonnen Treibhausgas, so viel wie bei 13
Hin- und Rückflügen von Berlin nach Barcelona freigesetzt werden. Oder so
viel wie 72.800 Autokilometer, als fast zwei Erdumrundungen.
## Tausende Liter Urin und Kot
In solch einem Hundeleben fallen 2.000 Liter Urin an und 1.000 Kilogramm
Kot – mit signifikantem Einfluss auf die Umwelt. Neben der Überdüngung der
Gewässer, die etwa zu riesigen Todeszonen in der Ostsee geführt haben,
führen im Futter enthaltene Schwermetalle zur Vergiftung des Bodens, auch
vergiften die Hundeausscheidungen manche Wasserorganismen. Die Berliner
Studie untersuchte auch indirekte Wirkungen auf die Umwelt, beispielsweise
Plastiktüten für die Fäkalien. Hier rät die Studie ausdrücklich zu: Der
zusätzliche Müll ist weniger schlimm als die Ausscheidungen, die in die
Umwelt gelangen.
2017 hatten Wissenschaftler:innen der University of California [4][in
ihrer Studie] ermittelt, das alle Hunde und Katzen, die weltweit als
Haustier gehalten werden, zusammen 64 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro
Jahr verursachen. Das ist so viel wie Senegal und Jordanien zusammen – dort
leben knapp 30 Millionen Menschen.
26 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Hunde/!t5016651
(DIR) [2] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959652625026344?via%3Dihub
(DIR) [3] https://www.mdpi.com/2071-1050/12/8/3394
(DIR) [4] https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0181301
## AUTOREN
(DIR) Nick Reimer
## TAGS
(DIR) Landwirtschaft
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
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