# taz.de -- Protestwelle im Iran: Aktivisten legen neue Opferzahlen vor
       
       > Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA meldet, dass deutlich mehr Menschen ums
       > Leben gekommen seien, als die Regierung in Teheran bisher angegeben hat.
       > In Düsseldorf werden Tausende zu Anti-Mullah-Regime-Demos erwartet.
       
 (IMG) Bild: Dieses am 9. Januar aufgenommene und am 13. Januar via AP zur Verfügung gestellte Foto soll Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran zeigen
       
       dpa/rtr | Bei den [1][Massenprotesten im Iran] könnten deutlich mehr
       Menschen getötet worden sein als bislang bekannt. Das
       Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA meldete nach eigenen
       Angaben 5.137 bestätigte Todesopfer. Zusätzlich prüft HRANA 12.904 weitere
       Fälle. Außerdem sollen mindestens 7.402 Menschen schwer verletzt worden
       sein.
       
       Die Aktivisten weisen darauf hin, dass die Auswertung und Überprüfung von
       Todeszahlen Zeit in Anspruch nehmen. Seit drei Wochen gebe es
       Internetabschaltungen und -störungen. Das genaue Ausmaß der Gewalt sei
       deshalb noch unklar.
       
       Nach offizieller Darstellung gab es bei den Aufständen 3.117 Tote. Mehr als
       2.400 Menschen seien bei „terroristischen Aktivitäten“ ums Leben gekommen,
       behauptete der iranische Botschafter in Genf. Die iranische Regierung macht
       die Erzfeinde Israel und USA für die vielen Toten verantwortlich.
       Unabhängige Belege legten die iranischen Behörden nicht vor.
       
       [2][Die Proteste waren Ende Dezember ausgebrochen]. Ausgelöst durch die
       schwere Wirtschaftskrise im Land, gingen zunächst Händler auf die Straßen.
       Vor gut zwei Wochen kam es in den Metropolen am 8. und 9. Januar dann zu
       Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden.
       
       ## Sorge vor einem Krieg
       
       Ranghohe iranische Militärs haben laut dem Staatssender PressTV die USA vor
       einem Angriff gewarnt. Der stellvertretende Kommandeur der Islamischen
       Revolutionsgarden (IRGC), General Mohammad Karami, erklärte demnach: „Die
       Reaktion des Irans wird die Feinde jede Abenteuerlust bereuen lassen.“
       
       Brigadegeneral Seyyed Majid Mousavi, Kommandeur der Luft- und
       Raumfahrtabteilung der Revolutionsgarden, drohte demnach mit einer
       „entschlossenen Reaktion“. Er erklärte: „Trump redet viel, aber er sollte
       sich sicher sein, dass er seine Antwort auf dem Schlachtfeld erhalten
       wird.“
       
       [3][Die Militärs reagierten auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump am
       Donnerstag]. Trump hatte angekündigt, eine „riesige Flotte“ sei auf dem Weg
       in die Gewässer nahe dem Iran.
       
       Irans Präsident Massud Peseschkian hatte bereits am vergangenen Sonntag den
       USA mit einem „umfassenden Krieg“ gedroht, falls sie den obersten Führer,
       Ajatollah Ali Chamenei, angreifen sollten.
       
       Inzwischen meidet die ⁠niederländische ‍Fluggesellschaft KLM wegen der
       ⁠wachsenden Spannungen bis auf Weiteres weite Teile des Nahen Ostens. Aus
       Vorsicht werde der Luftraum über dem Iran, dem Irak und Israel sowie ⁠über
       mehreren Golfstaaten nicht mehr genutzt, teilt die Tochter ⁠von Air
       France-KLM mit. Ziele wie Dubai, Riad, Dammam ‍und ⁠Tel Aviv würden
       ‌vorerst nicht mehr angeflogen.
       
       ## Drei Kundgebungen in der NRW-Landeshauptstadt
       
       Tausende Menschen wollen am Samstag in Düsseldorf gegen das islamische
       Regime im Iran auf die Straße gehen. Zu einer Demonstration mit dem Titel
       „Freiheit im Iran“ werden rund 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
       erwartet. Die Demonstranten ziehen von der Friedrich-Ebert-Straße durch die
       Innenstadt bis zum Landtag. Die Polizei wird mit Hunderten Beamten im
       Einsatz sein und rechnet mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.
       
       Eine weitere Demo mit Iran-Bezug beginnt laut Polizei um 14.30 Uhr am
       Schadowplatz und endet in der Friedrich-Ebert-Straße. Hier werden etwa
       1.700 Teilnehmer erwartet. Eine dritte Kundgebung findet von 17.00 bis
       19.30 Uhr auf dem Schadowplatz mit bis zu 1.500 Menschen statt. Die Polizei
       bittet Besucher der Innenstadt, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.
       
       24 Jan 2026
       
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