# taz.de -- Deutsches Gold in den USA: Das Metall muss zurück
> In den USA lagert ein Großteil der deutschen Goldreserven. Die sollte
> sich Deutschland zurückholen – aus zahlreichen Sicherheitsgründen.
(IMG) Bild: Ab nach Hause: Noch lagert ein Großteil der deutschen Goldreserven in den USA
Erneut ist eine Diskussion um die deutschen [1][Goldreserven] im Gange.
Auch wenn die Bundesbank als Verantwortliche für den Staatsschatz es nicht
hören mag, sollte er doch zumindest in größeren Teilen aus den USA
abgezogen werden. Das gebietet die Erkenntnis, dass sich die
US-Administration nicht mehr grundsätzlich an geltendes Recht oder auch
bestehende Abmachungen hält. Zudem [2][torpediert US-Präsident Donald Trump
die Unabhängigkeit der Notenbank Fed], in deren Obhut das Gold gelagert
wird. Damit kann das deutsche Vermögen im Wert von rund 160 Milliarden Euro
bei Gelegenheit auch mal als Druckmittel gegen Deutschland eingesetzt
werden. Das Risiko besteht und kann durch eine Rückholaktion vermieden
werden.
Panik ist nicht angezeigt – Zeichen setzen schon. Schon die Absicht einer
solchen Aktion würde einen erheblichen Vertrauensverlust in [3][die
amerikanische Finanzpolitik] signalisieren und den einstigen Partnern ihre
Verletzlichkeit vor Augen führen. Bisher konnten nur die Finanzmärkte den
Präsidenten einhegen. Auf deren Vertrauen ist er angewiesen. Praktische
Folgen, wie sie etwa beim Verkauf von US-Anleihen zu erwarten wären, hätte
ein Umzug des Goldes nicht.
Ein Argument für die Lagerung an internationalen Finanzplätzen ist die
Möglichkeit, bei Marktverwerfungen sofort vor Ort einzugreifen, um
beispielsweise Währungsturbulenzen zu begegnen. Allerdings sollte dies
angesichts mittlerweile digitalisierter Handelssysteme, die rund um die Uhr
an jedem Ort der Welt verfügbar sind, auch anders möglich sein. Zumindest
müsste die Bundesbank einmal ganz konkret darlegen, welche Vorteile die
Tresore New Yorks heute noch bieten.
Die Rückführung wäre nicht nur ein starkes Signal nach außen, dass
fehlendes Vertrauen auf Dauer auch teuer für die USA selbst werden könnte.
Wichtig ist auch ein Signal nach innen. Landauf, landab verfestigt sich der
Eindruck eines hilflosen, immer nachgebenden Europa und Deutschland. Etwas
weniger Abhängigkeit von Entscheidungen jenseits des Atlantiks täte da gut.
24 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Wolfgang Mulke
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