# taz.de -- Europa gegen Trump: Machtlos trotz Zoll-„Bazooka“
> Die Europäer sind wehrlos gegen den US-Präsidenten. Einen Handelskrieg
> mit Donald Trump würden sie verlieren. Nichtstun ist aber auch keine
> Option.
(IMG) Bild: Düstere Zeiten: Einen Handelskrieg mit den USA können die Europäer nicht gewinnen
Die USA befinden sich [1][im Krieg mit Europa]. Das hat noch nicht jede
WählerIn in Europa verstanden, obwohl die Kriegserklärung des Weißen Hauses
eindeutig war. Man muss nur Trumps neue „Nationale Sicherheitsstrategie“
lesen, um zu verstehen, dass Trump Europa unterwerfen und erniedrigen will.
Es soll seinen Maximen gehorchen. Trump will auch Präsident von Europa
sein.
Grönland ist dafür ein Symbol: Trump will die arktische Insel besitzen,
also sollen Dänemark und Europa liefern. Punkt. Schon jetzt ist klar, dass
es nicht bei Grönland bleiben wird. Trump wird immer wieder neue
Forderungen an Europa stellen. Unter anderem ist er dagegen, dass die
US-Konzerne eine europäische Digitalsteuer zahlen müssen. Auch wird Trump
verlangen, dass der Kontinent schweigt, wenn er anderswo auf Eroberungstour
geht. Schließlich will sich der US-Präsident auch noch den Panamakanal
einverleiben. Danach vielleicht Kanada.
Trump kann Europa erniedrigen, weil der Kontinent tatsächlich schwach ist.
Wir sind erpressbar, weil wir die USA als Exportmarkt benötigen, weil wir
die Informationen der US-Geheimdienste brauchen und weil wir ohne den
atomaren Schutzschild der USA ziemlich schutzlos wären. Es wird Jahre und
Jahrzehnte dauern, diese Abhängigkeiten zu reduzieren. Und trotzdem muss
Europa signalisieren: Bis hier und nicht weiter.
Aktuell haben die Europäer [2][nicht viel Drohpotenzial]. Sie könnten zwar
ihre Handels-„Bazooka“ auspacken und [3][Gegenzölle von 93 Milliarden Euro
verhängen]. Aber ein derartiger Handelskrieg wäre für die EU sehr riskant,
weil die europäische Wirtschaft ebenfalls leiden würde und Jobs verloren
gingen. Eine Wirtschaftskrise würde noch dazu die Populisten stärken, zumal
viele WählerInnen irrtümlich glauben, dass Grönland sie nichts anginge.
So zynisch es klingt: Vielleicht wäre es am besten, wenn die KI-Blase bald
platzt. Dann wäre Trump in den USA auch bei vielen MAGA-Fans entzaubert –
und die Welt hätte ihre Ruhe von diesem Möchtegernimperator. Die
Wirtschaftskrise wäre allerdings heftig, auch in Europa.
20 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Umgang-mit-US-Aussenpolitik/!6146717
(DIR) [2] /EU-Reaktionen-auf-Trumps-Zoelle/!6142430
(DIR) [3] /Reaktionen-auf-Trumps-Zolldrohungen/!6146716
## AUTOREN
(DIR) Ulrike Herrmann
## TAGS
(DIR) Donald Trump
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Zölle
(DIR) Imperialismus
(DIR) Grönland
(DIR) Europäische Union
(DIR) GNS
(DIR) Grönland
(DIR) Donald Trump
(DIR) US-Angriff auf Venezuela
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Trump und Grönland: Kopenhagen und Nuuk schlagen Nato-Mission für Grönland vor
Dänemark und Grönland haben eine Nato-Mission für Grönland vorgeschlagen.
Am Samstag hatte Trump den Streit um Grönland nochmals angeheizt.
(DIR) EU-Reaktionen auf Trumps Zölle: Europa, hol deine Folterinstrumente raus!
Trump greift nach Grönland und droht erneut mit Strafzöllen. Statt
aufzuspringen und zurückzuschlagen, werden erst einmal Phrasen gedroschen.
(DIR) US-Angriff auf Venezuela: Eine Supermacht Europa ist keine Alternative zum US-Bündnis
Europa kann sich von Trumps Drohungen erpressen lassen oder die offene
Konfrontation riskieren. Militärisches Hochrüsten ist aber auch keine
Lösung.