# taz.de -- Studis gegen Rechts: Czyborra findet entschiedene Worte gegen das AfD-Mimimi
> FU und HU sagten Studi-Kongresse gegen die Gründung der AfD-Jugend ab.
> Die TU ließ das Treffen zu – zu Recht, wie die Senatorin nun klarstellt.
(IMG) Bild: Abgegessen von der AfD und anderen Ärgernissen: Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) im Berliner Abgeordnetenhaus
Es ist geradezu vorbildhaft, wie die Wissenschaftssenatorin die AfD in die
Schranken gewiesen hat. [1][Im Wissenschaftsausschuss] am Montag stellte
sie klar, dass die Leitung der Technischen Universität Berlin (TU)
keineswegs gegen das Neutralitätsgebot verstoßen hat, als sie der Gruppe
„Studis gegen Rechts“ erlaubte, [2][an der TU eine Aktionskonferenz
durchzuführen]. Mit der Veranstaltung wollte die Gruppe über die Gründung
eines neuen AfD-Jugendverbandes in Gießen informieren und zu Protesten
dagegen mobilisieren. Die AfD hatte sich über die Veranstaltung im Vorfeld
beschwert und auch später den Vorwurf erhoben, dass [3][die Hochschule
damit ihre Neutralitätspflicht] verletzt habe.
Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) stellt nun unmissverständlich
klar: Das ist reines Mimimi der AfD. Das sagte sie in anderen Worten, aber
nicht weniger entschieden. „Aus dem beamtenrechtlichen Neutralitätsgebot
folgt nicht, dass Universitäten ein politikfreier Raum sein sollen“, stellt
Czyborra klar. „Vielmehr gebietet es sogar, den von der Meinungsfreiheit
gedeckten politischen Diskurs der Studierenden nicht durch
paternalistisches Einschreiten zu beschneiden.“ TU-Präsidentin Geraldine
Rauch habe also vollkommen richtig gehandelt.
Die Senatorin stellt die Mobilisierungskonferenz in den Kontext von allen
an den Unis stattfindenden Veranstaltungen. „Es gibt eine Vielzahl von
Veranstaltungen tagtäglich in unseren Hochschulen“, sagte sie. Unterm
Strich könne man bei den Veranstaltungen an den Hochschulen in ihrer
Gesamtheit nicht davon ausgehen, dass einzelne politische Meinungen
bevorzugt oder unterdrückt würden, sondern „sie bilden die Bandbreite ab
von politischen Auffassungen, die im Rahmen der Meinungsfreiheit vertreten
werden können, ohne gegen unser Grundgesetz zu verstoßen“, sagte Czyborra.
Ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot sei hier nicht zu sehen.
## Entlarvend für FU und HU
Die Aussage der Wissenschaftssenatorin entlarvt damit auch die Absagen der
Freien Universität (FU) und der Humboldt-Universität (HU). An diesen
Hochschulen wollten die Studis gegen Rechts am selben Tag ebenfalls
Mobilisierungsveranstaltungen abhalten. Doch beide Leitungen zogen die
Genehmigung dafür wieder zurück. Dass Druck der AfD [4][dabei eine Rolle
gespielt habe, weisen sie von sich]. Rückgrat hätten sie gezeigt, wenn sie
die Studis gegen Rechts hätten machen lassen.
Das Gute: Czyborras Antwort im Wissenschaftsausschuss schafft nun Klarheit.
Ganz eindeutig gilt sie auch über den Einzelfall der Aktionskonferenzen
hinaus. Und so vorbildhaft die Worte der Senatorin auch sind, eine Kritik
muss sie sich trotzdem gefallen lassen: dass sie in dieser Entschiedenheit
erst jetzt kommen. [5][Schon in der Vergangenheit hätte es die Gelegenheit
gegeben], dass ihr Haus die Neutralitätsfrage juristisch prüft, etwa bei
einer ähnlich gelagerten A[6][fD-Anfrage] vor knapp einem Jahr.
Czyborra verwies da (völlig richtig) auf die Hochschulautonomie, aber auch
darauf, dass der Senat „Veranstaltungen mit dezidiert parteipolitischen
Werbe- oder Verhinderungszwecken“ nämlich „als Verstoß gegen das allgemeine
Gebot zur religiösen und weltanschaulichen Neutralität“ von Hochschulen
bewertet.
Hätte sie damals schon juristisch geprüft und ihre jetzige Aussage
getätigt, wären die Hochschulen sehr viel besser vorbereitet gewesen. Denn
dass die AfD mit Mimimi kommt, ist nicht neu. Czyborras Worte helfen den
Unis nun zumindest, um in zukünftigen Situationen das Mimimi klar zu
entlarven und sich dem auch mit Rückendeckung deutlich zu verwehren.
14 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.youtube.com/watch?v=by-j-HK7LK8&list=PLgqUxMeOmFHwGeGhstZMYz9-6NyBfJvRa&index=4
(DIR) [2] /Proteste-gegen-AfD-Jugend/!6129338
(DIR) [3] /Proteste-gegen-AfD-Jugend/!6129458
(DIR) [4] /Proteste-gegen-AfD-Jugend/!6129338
(DIR) [5] /Kommentar-von-Timm-Kuehn-ueber-zahnlosen-Antifaschismus-an-Unis/!6124597/
(DIR) [6] https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21616.pdf
## AUTOREN
(DIR) Uta Schleiermacher
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