# taz.de -- Mehr für kritische Infrastruktur: Prepperiert Euch!
> Anschläge, Winter, Naturkatastrophen – Gefahr lauert überall. Da ist es
> gut, zu Hause ein bisschen was gebunkert zu haben.
(IMG) Bild: Schon ein kleiner Vorrat hilft, wenn der Supermarkt dicht ist
Es muss kein militärischer Angriff sein, um ganze Ecken einer Großstadt
lahmzulegen. Es genügt schon ein Anschlag auf die [1][Stromversorgung wie
Anfang Januar im Süden Berlins], als 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe,
Läden, Supermärkte tagelang keinen Strom hatten. Selbst ein harter
Wintereinbruch kann dafür sorgen, dass Menschen nicht ins Büro, in die
Fabrikhalle, ins Krankenhaus kommen. Weil [2][keine einzige Bahn und kein
einziger Bus fährt]. So war es jedenfalls vor wenigen Tagen – und wieder in
Berlin, diesmal im Norden.
Die Folgen sind hinlänglich bekannt, die Ursachen auch: Die sogenannte
kritische Infrastruktur ist nicht ausreichend geschützt. Zu den sensiblen
Bereichen einer modernen Gesellschaft gehören nicht nur Energie- und
Wasserbetriebe sowie Internet und Mobilfunk, sondern ebenso
Lebensmittelhändler, Getränkeproduzenten, Bäckereien. Das hat jetzt auch
die Bundesregierung erkannt und will mit einer „Agenda für Resilienz und
mehr Souveränität“ die Sicherheit empfindlicher Bereiche aufpeppen.
Das ist komplett richtig und sollte prioritär behandelt werden. Nicht
allein deshalb, weil Menschen, Büros und Supermärkte nicht tagelang ohne
Strom sein können. Sondern weil die Bedrohungen stärker aus dem Ausland
kommen. Das Abwehren von Cyberangriffen, Drohnenspionage, Social
Engineering ist mittlerweile ein sehr aufwendiges Tagesgeschäft der
Sicherheitsorgane. Die Tricks, mit denen feindliche Geheimdienste
Bahntrassen, Stromleitungen, Flughäfen, Wasserreservoirs und selbst Brücken
ausspionieren, werden ausgefeilter und perfider. Überall dort, wo von außen
angegriffen werden kann, muss mehr Schutz hin.
Nun kann man nicht an jedem Stromkasten einen Sicherheitsdienst postieren
und um jede Atomanlage herum Bundespolizisten. Es würde aber helfen, wenn
beispielsweise Energieleitungen künftig ausschließlich unterirdisch
verlaufen. Ein solcher Umbau kostet enorm viel Geld – wie Sicherheit
grundsätzlich. Trotzdem wird es immer Bereiche geben, die
Angriffsmöglichkeiten bieten. Bahnstrecken etwa liegen offen da.
Jenseits von staatlichen Sicherheitsvorkehrungen stellt sich die Frage, ob
Menschen nicht ein bisschen mehr preppen sollten. Man muss sich keinen
Luftschutzbunker im Keller bauen, um bei einem Angriff einigermaßen sicher
zu sein. Schon ein kleiner Vorrat hilft, wenn der Supermarkt dicht ist und
keine Bahn mehr fährt. Nudeln, Tomatensauce, Taschenlampen, Kerzen, Wasser,
so was. Sicherheit ist nun mal ein Thema, für das sich zuvorderst die
Behörden, aber auch jede und jeder Einzelne zuständig fühlen sollten.
29 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Simone Schmollack
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