# taz.de -- Deutsche Wohnen: Mit Deutsche Wohnen im Kalten wohnen
       
       > Seit 7 Tagen frieren Mieter*innen mehrerer Wohnhäuser bei
       > ausgefallener Heizung in Treptow. Die Deutsche Wohnen reagiert erst, als
       > die taz nachfragt.
       
       Es braucht keinen [1][Brandanschlag], um in Dutzenden Wohnungen in Berlin
       tagelang für einen Ausfall von Heizung und Warmwasser zu sorgen. Jan Kunze*
       wohnt sieben Tage lang in seiner 12 Grad kalten Wohnung und ist damit nicht
       allein. Nicht nur sein Mietshaus ist betroffen. Auch die Heizungsanlagen in
       fünf weiteren Häusern im Gebäudekomplex funktionieren nicht. Sie befinden
       sich in der Baumschulenstraße im Bezirk Treptow-Köpenick. Da die Siedlung
       früher der Deutschen Bahn gehörte, wird sie noch heute als alte
       Eisenbahnersiedlung bezeichnet. Mit Kunzes Worten: „Ein Pappkarton mit
       hohen Kosten.“
       
       Kunzes Vermieter ist die [2][Deutsche Wohnen]. „Auf meine E-Mails geht
       Deutsche Wohnen nicht ein“, sagt Kunze. Die Erfahrungen des 32-jährigen
       Mieters stünden stellvertretend für viele andere betroffene MieterInnen,
       mit denen er sich ausgetauscht habe. Auch per Telefon sähe die Situation
       nicht besser aus: „Service A verweist auf B, Person B auf C und niemand
       will daran Schuld haben. Keiner kann sagen, wann was passiert“, so Kunze.
       
       „Wenn ich duschen will, bleibt mir als einzige Möglichkeit, zu Freunden zu
       gehen. Zeitlich ist das schwierig im Berufsalltag“, schildert Kunze. Allein
       in seinem Haus würden mindestens vier Menschen wohnen, die über 60 Jahre
       alt sind. Mit eingeschränkter Mobilität ist das nicht unbedingt eine
       Ausweichmöglichkeit. „Oder man musste selbst losziehen zu Mediamarkt und
       sich einen Heizlüfter kaufen, um wenigstens ein Zimmer zu erwärmen. Aber
       das geht auf die Stromrechnung“, sagt Kunze genervt.
       
       Nachdem die taz sich bei Deutsche-Wohnen-Sprecher Christoph Metzner zum
       Fall erkundigt hatte, habe sich dieser intern umgehört. „Meine
       Kolleg:innen waren vor Ort, die Heizungsanlage funktioniert nun wieder“,
       meint Metzner.
       
       ## Wasser und Heizung weiterhin kalt
       
       Warum das so lange dauern musste, bis sich die Presse einschaltet? Der
       Erklärungsversuch des DW-Pressesprechers bleibt kryptisch: „Nachdem die
       Mieter:innen uns gemeldet haben, dass Warmwasser und Heizung nicht
       laufen, haben leider einige Dinge nacheinander nicht funktioniert.“ Welche
       „Dinge“ gemeint sind, konkretisiert er nicht. Auf Anfrage der taz schreibt
       Metzner: „Dadurch ist für die Mieter eine sehr unschöne Belastung
       entstanden, für die wir um Entschuldigung bitten.“ Ernstzunehmen wäre sie
       mit konkreter Entschädigung, wie einer Mietminderung.
       
       Kunze ist wenig überrascht. Er ist das schon gewohnt von seinem Vermieter.
       [3][Er berichtet von einem ähnlichen Problem aus dem Jahr 2022/23]. „Die
       Heizkosten wurden komplett willkürlich abgerechnet“, erzählt Kunze. Und
       auch damals schon: Erst nachdem es mediale Aufmerksamkeit gegeben hätte,
       habe sich Deutsche Wohnen um den Fall gekümmert. Auch deshalb hat sich
       Kunze an die taz gewandt. Ob es diesmal geholfen hat, bleibt unklar. Zwei
       Stunden, nachdem DW die Heizanlage repariert haben will, sind bei Kunze
       nach wie vor Wasser und Heizung kalt.
       
       * Name von der Redaktion geändert
       
       8 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Anschlag-auf-das-Stromnetz-in-Berlin/!6143538
 (DIR) [2] /Hochhaus-ohne-Aufzug/!6139051
 (DIR) [3] https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2024/03/berlin-vonovia-ueberhoehte-nachforderungen-heizkosten-.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marlene Thaler
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Deutsche Wohnen
 (DIR) Stromausfall
 (DIR) Stromausfall
 (DIR) Deutsche Wohnen
 (DIR) Vonovia
 (DIR) Deutsche Wohnen und Co. enteignen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Berlins Regierungschef in der Kritik: Tennis geht auch ohne Strom
       
       Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ging am Samstag während des
       Stromausfalls zum Sport. Zunächst hatte er anderes behauptet.
       
 (DIR) Hochhaus ohne Aufzug: 21 Etagen, 336 Stufen, kein Aufzug
       
       Seit drei Wochen ist in einem Berliner Deutsche-Wohnen-Haus der Fahrstuhl
       kaputt. Die taz hat mit Bewohnenden gesprochen, die kaum mehr das Haus
       verlassen.
       
 (DIR) Mieterin schickt Rechnung an Vonovia: „30 Stunden Arbeit pro Woche“
       
       Zehn Jahre lang muss sich eine Vonovia-Mieterin immer wieder ihre Rechte
       erstreiten. Jetzt stellt sie dem Konzern diese Arbeitszeit in Rechnung.
       
 (DIR) Gutachten zur Vergesellschaftung: CDU findet Enteignung doof
       
       Der CDU-Finanzsenator beauftragte ein Gutachten, das das Vorhaben von
       Deutsche Wohnen Enteignen als illegal bezeichnet. Die Kampagne
       widerspricht.