# taz.de -- Kampf gegen Steuerflucht: Ausnahme von USA bei globaler Mindeststeuer beschlossen
       
       > Nach Druck der Trump-Regierung: Das Abkommen für einen internationalen
       > Mindeststandard bei Abgaben für Unternehmen wird deutlich abgeschwächt.
       
 (IMG) Bild: „Null und nichtig“: Die USA boykottieren das internationale Abkommen über einen Mindeststandard bei Abgaben für Unternehmen
       
       rtr/afp | Rund 145 ⁠Länder haben sich am Montag auf eine Änderung [1][des
       globalen Mindeststeuerabkommens von 2021] geeinigt und damit auf Druck der
       US-Regierung Ausnahmen für die Vereinigten Staaten vereinbart.
       
       Das neue Maßnahmenpaket sieht grundsätzlich eine globale Mindeststeuer von
       15 Prozent vor, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
       Entwicklung (OECD) mitteilte. Damit soll sichergestellt werden, dass ⁠große
       ‍multinationale Unternehmen sich überall dort, wo sie tätig sind, in
       gewisser Höhe am Gemeinwesen beteiligen.
       
       Das entspricht erst mal dem, was im ursprünglichen Abkommen von 2021
       vorgesehen war: dass Staaten eine Körperschaftsteuer von 15 Prozent erheben
       oder eine Nachversteuerung bei multinationalen ‍Konzernen vornehmen, ⁠die
       Gewinne in Ländern mit niedrigeren Steuersätzen ‌verbuchen. Bis Oktober
       hatten schon mehr als 65 Länder mit der Umsetzung begonnen. Die ⁠aktuelle
       Überarbeitung umfasst aber Vereinfachungen und Ausnahmeregelungen für die
       USA.
       
       US-Finanzminister Scott Bessent sprach von einem „historischen Sieg bei der
       Wahrung der Souveränität der USA und dem Schutz amerikanischer Arbeitnehmer
       und Unternehmen vor extraterritorialem Zugriff“. Die Einigung sichere zu,
       dass in den USA ansässige Firmen nur den US-Mindeststeuern unterlägen.
       
       ## Trump hat mit Vergeltungszöllen gedroht
       
       US-Präsident [2][Donald Trump] hatte nach seinem Amtsantritt vor knapp
       einem Jahr das ⁠von der Vorgängerregierung ausgehandelte Abkommen für „null
       und nichtig“ für die USA erklärt. Seine Regierung hatte mit
       Vergeltungszöllen gegen Länder gedroht, die im Rahmen des ursprünglichen
       Abkommens Abgaben ⁠für US-Firmen erheben. [3][Im vergangenen Juni hatten
       sich schon die G7-Staaten auf eine Ausnahme für US-Unternehmen von Teilen
       der Regelung geeinigt].
       
       Wegen der Ausnahme für US-Unternehmen regt sich allerdings Widerstand. In
       Deutschland forderten etwa die Bundesländer Bayern, Hessen und
       Nordrhein-Westfalen ein Einfrieren der Pläne. Die geplante Mindeststeuer
       funktioniere nur, wenn sich alle beteiligten, erklärten die Finanzminister
       der drei Länder im Oktober. Nach dem derzeitigen Stand ergebe sich ein
       unfairer Wettbewerbsnachteil für europäische Unternehmen.
       
       6 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Globale-Mindeststeuer-fuer-Unternehmen/!5783871
 (DIR) [2] /Donald-Trump/!t5204455
 (DIR) [3] /Globale-Mindeststeuer-/!6096991
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Steuerflucht
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
 (DIR) OECD
 (DIR) Big Tech
 (DIR) Steuerflucht
 (DIR) Steuern
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Steuerflucht von Unternehmen: Vorzugsbehandlung für Big Tech
       
       Der Bundestag hat eine Steuerregel abgeschafft, die Digitalkonzernen wie
       Google missfiel. Das ist mehr als ein Gefallen für Big Tech.
       
 (DIR) Globale Mindeststeuer: G7 einigen sich auf Ausnahme für die großen US-Konzerne
       
       Mit der Globalen Mindeststeuer sollten Steuerdumping und -vermeidung auch
       der großen Tech-Konzerne erschwert werden. Ist diese Idee nun tot?
       
 (DIR) Globale Mindeststeuer für Unternehmen: 130 Staaten einigen sich
       
       Große Konzerne sollen künftig 15 Prozent auf ihre Profite entrichten. 130
       Staaten machen mit. Irland, Estland, Ungarn und andere bremsen noch.​