# taz.de -- Einfluss der Finanzbranche: Zehn Lobbyisten auf jedes Mitglied des Finanzausschusses
       
       > Die Finanzbranche kämpft schmutzig. Für die private Altersvorsorge
       > schickt sie Hunderte Lobbyist:innen ins Rennen, zeigt eine Analyse
       > der NGO Finanzwende.
       
 (IMG) Bild: Hoffentlich auf's richtige Pferd gesetzt: Zuschauer:innen auf der Tribüne der Galopprennbahn Hannover
       
       Kein Wunder, dass die [1][gesetzliche Rente in der Öffentlichkeit
       systematisch schlecht gemacht] und die kapitalgedeckte private
       Altersvorsorge gefeiert wird. Auf jedes Mitglied des Finanzausschusses des
       Bundestags kommen zehn Lobbyist:innen allein der zehn größten Konzerne
       und Verbände der Finanzbranche. Das zeigt die Auswertung des
       Lobby-Registers des Bundestags durch die NGO Finanzwende.
       
       Banken, Versicherer und ihre Verbände schicken Hunderte von
       Strippenzieher:innen in die politische Schlacht. Zu Beginn des
       Jahrtausends haben sie die Teilprivatisierung der Altersvorsorge, etwa in
       Form der kolossal gescheiterten Riester-Rente, durchgesetzt – und zwar auf
       Kosten der Bürger:innen, die das mit herben Kürzungen von Rentenansprüchen
       zahlen mussten. Von den gigantischen Summen an Steuergeldern, die in
       Zulagen für teure private Rentenversicherungen geflossen sind, ganz zu
       schweigen.
       
       Wie zu Beginn des Jahrtausends versuchen die Lobbyist:innen, Politik und
       Öffentlichkeit jetzt wieder einzureden, die Bürger:innen müssten an den
       Erträgen der blühenden Kapitalmärkte teilhaben können. Managen sollen das
       nach dem Willen der Branche natürlich nicht staatliche Institutionen,
       sondern private – für viel Geld, versteht sich. Die [2][kapitalgedeckte
       Altersvorsorge] birgt immense Risiken, Börsencrashs und Finanzkrisen können
       zu herben Verlusten führen.
       
       Das Risiko dafür hat die Finanzbranche auch dank ihrer vielen
       Emissär:innen immer mehr auf Kund:innen verlagern können. Für Menschen
       mit wenig Geld ist das schlecht. Entweder sie bekommen kaum Rendite, weil
       sie kein Risiko eingehen können – oder sie riskieren ihre Notgroschen.
       
       An der [3][gesetzlichen Rente] verdient niemand, deswegen lobbyieren nur
       wenige für sie. Dabei ist das System, bei dem die Erwerbstätigen die
       Ruheständler:innen finanzieren, viel krisenfester als das
       kapitalgedeckte. Ja, es gibt Löcher – weil der Staat aus der
       [4][Rentenkasse viele Aufgaben] finanziert, die aus einem anderen Topf
       bezahlt werden müssten, etwa die Rehabilitation oder die Mütterrente. Aber
       das muss ja nicht so bleiben.
       
       5 Jan 2026
       
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