# taz.de -- Zelle 79 in Cottbus: Sprengstoffangriff auf linkes Wohnprojekt
       
       > Erneut griffen Unbekannte die Zelle 79 in Cottbus an. Das linke
       > Wohnprojekt ist seit Langem im Visier der rechten Szene.
       
 (IMG) Bild: Aufgesprengte Tür: Die Folgen des Angriffs auf die Zelle 79 sind deutlich sichtbar
       
       Die massive Haustür ist verbogen und aus den Angeln gerissen, die
       Klingelanlage hängt nur noch mit wenigen Kabeln an der Wand. Die Bilder von
       den Folgen des Angriffs vorige Nacht lassen die Stärke der Explosion nur
       erahnen. In der Nacht zum Dienstag wurde wieder einmal das linke
       Hausprojekt Zelle 79 in Cottbus Ziel eines Angriffs. Verletzt wurde nach
       Angaben des Hausprojekts glücklicherweise niemand.
       
       Nach Angaben der Polizei zündeten Unbekannte gegen Mitternacht eine größere
       Menge Pyrotechnik. Dabei seien Hauseingang, Briefkasten, Klingel und
       Mauerwerk beschädigt worden. Ein politischer Hintergrund sei nicht
       ausgeschlossen, der politische Staatsschutz ermittelt.
       
       „Ich habe schon geschlafen, als ich durch die Explosion aufgeschreckt
       wurde“, berichtet Hausbewohnerin Fabi Buchholz. Infolge der Explosion
       verbreiteten sich Qualm und Brandgeruch durch das ganze Haus. Die
       Brandmeldeanlage wurde ausgelöst, berichtet die Bewohnerin.
       
       Der Knall sei noch lauter und stärker gewesen als das letzte Mal vor drei
       Wochen, sagt Buchholz. Anfang Dezember gab es einen ähnlichen Vorfall, bei
       dem Unbekannte den Briefkasten des Hausprojekts in die Luft sprengten.
       [1][Die Zelle 79 ist immer wieder das Ziel von rechten Angriffen.]
       Überregionale Aufmerksamkeit erregte ein Vorfall im Mai, bei dem eine
       Gruppe Neonazis nachts das Haus belagerte und versuchte, den Innenhof in
       Brand zu setzen.
       
       ## „Verstärktes Augenmerk“
       
       „Der Angriff ist eine weitere Eskalation einer zunehmenden Anzahl von
       rechten Angriffen auf alternative, linke und subkulturelle Orte in
       Südbrandenburg und darüber hinaus“, sagt Lukas Pellio von der Initiative
       Sichere Orte. Das Bündnis hat sich als Reaktion auf rechte Übergriffe in
       der Region gegründet. Durch Öffentlichkeitsarbeit, gegenseitige
       Unterstützung und [2][das Sammeln von Spenden] wollen die
       Aktivist:innen die Folgen rechter Angriffe abfedern.
       
       Die Polizei kündigte auf taz-Anfrage an, zum Jahreswechsel ein verstärktes
       Augenmerk auf die Sicherheit des Objekts zu legen. „Wir sind im ständigen
       Austausch mit den Bewohnenden und auch der Initiative und nehmen diesen
       Vorfall – genau wie die vorangegangenen – nicht auf die leichte Schulter“,
       sagte Sascha Erler, der Pressesprecher der Polizeidirektion Südbrandenburg.
       
       30 Dec 2025
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Jonas Wahmkow
       
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