# taz.de -- Schäden durch Silvesterböller: Schluss mit der privaten Knallerei
       
       > In den Niederlanden wird unkontrolliertes individuelles Böllern 2026
       > verboten. Diesen Weg sollte Deutschland auch gehen.
       
 (IMG) Bild: Ausgeböllert: Ab 2026 ist privates Feuerwerk in den Niederlanden verboten
       
       The same procedure as every year: Kinder und Erwachsene werden erheblich
       oder gar tödlich verletzt, Menschen mit Kriegstraumata erleben schreckliche
       Momente, [1][Tiere leiden unter dem Lärm], schädliche Feinstaubwerte
       schnellen in die Höhe, Straßen sind mit Müll übersät, Autos gehen in
       Flammen auf – es i[2][st stets das Gleiche um die Jahreswende]. Knaller,
       Leuchtkörper und andere Pyrotechnik richten Schäden an. Und ebenso
       wiederholen sich die Forderungen nach einem Böllerverbot. Nur: Im Gegensatz
       zu anderen Ländern passiert hier nichts. Wenn Menschen, Tiere und Umwelt
       Schaden nehmen, muss das schwerer wiegen, als das Vergnügen Weniger und die
       Interessen der Pyrobranche. Das sieht Umfragen zufolge auch eine Mehrheit
       der Bürger:innen so.
       
       In den Niederlanden wird in diesem Jahr zum letzten Mal individuelles
       Böllern erlaubt sein. Ab 2026 ist privates Feuerwerk dort verboten. Dabei
       wird in den Niederlanden im europäischen Vergleich bislang pro Kopf am
       meisten gezündelt. Künftig dürfen dort nur Knallerbsen und andere Kracher
       der schwächsten Kategorie verwendet werden. Wenn sie wollen, können
       Kommunen in den Niederlanden spezielle Zonen zulassen, in denen Privatleute
       böllern dürfen. Die Gemeinden werden also genau kontrollieren können, wer
       was wann wo abbrennt. Wer den Krach meiden will, wird das können.
       
       Das ist ein guter Kompromiss. Es ist nicht verwerflich, es am Ende des
       Jahres knallen zu lassen. Es ist nicht okay, andere bewusst erschrecken
       oder ihnen schaden zu wollen. Und das Erschrecken macht bei etlichen
       Böller-Freund:innen einen großen Teil des Spaßes aus, wie an den letzten
       Tagen des Jahres zu beobachten ist. Der deutsche Weg, [3][nur in speziell
       ausgewiesenen Gebieten das Knallen zu verbieten], hilft nicht weiter. Der
       niederländische Weg ist richtig.
       
       Die Alternative sind öffentliche Feuerwerke, wie sie anderswo längst
       selbstverständlich sind. Sie sind nicht nur sicherer und umweltfreundlicher
       – sie sind für Kommunen auch eine Chance, den Gemeinsinn und damit die
       Demokratie zu stärken.
       
       29 Dec 2025
       
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 (DIR) Anja Krüger
       
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