# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Gibt es mehr Menschen oder Bücher auf der Welt?
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> beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Hedwig, 8 Jahre alt.
(IMG) Bild: Bücher sind friedlicher als Menschen
Wenn ich deine Frage so lese, bin ich mir sicher, dass du schon öfter in
Buchläden [1][oder in Bibliotheken] warst. Ich finde ja, das ist im ersten
Moment immer ganz schön viel auf einmal. Wo man nur hinguckt, liegen und
stehen Bücher, in allen Farben und Größen. An solchen Orten bekommt man
schnell das Gefühl, dass es doch bestimmt viel mehr Bücher als Menschen
gibt. Aber es lohnt sich, genau hinzugucken.
Es ist wichtig, ob wir mit „Büchern“ nur die Buchtitel oder alle
Buchexemplare meinen. Der Unterschied? Buchtitel sind unterschiedliche
Bücher mit unterschiedlichem Namen und Inhalt. Buchexemplare sind einfach
alle gedruckten Bücher zusammen. Die Literaturwissenschaftlerin Erika
Thomalla hat mir dazu erklärt: „Von einem einzigen Titel können Tausende,
Millionen oder sogar noch mehr Exemplare existieren.“ Wenn deine Lehrerin
für jedes Kind der Klasse den ersten Band der „Schule der magischen Tiere
kauft“, ist das ein Buchtitel, aber es sind mehr als zwanzig Buchexemplare.
Nun leben heute in etwa 8,2 Milliarden Menschen auf der Erde. Jeden
Menschen gibt es nur einmal. Bücher kann man vervielfältigen, ganz genau
zählen kann das aber niemand. In Bezug auf die Buchtitel schätzt der
Bücherforscher Gerhard Lauer: „Man geht von 200 bis 250 Millionen
verschiedenen Titeln aus. Und jedes Jahr kommen nochmal 2 bis 2,5 Millionen
neue Titel dazu.“
Buchexemplare gibt es laut ihm zwischen fünf und zehn Milliarden in
Bibliotheken auf der ganzen Welt. Dazu kommen noch einmal ein bis drei
Milliarden in Privatbesitz – also die Bücher, die du oder ich zu Hause
haben. Wenn man nur verschiedene Buchtitel zählt, dann gibt es mehr
Menschen als Bücher. Wenn man alle gedruckten Exemplare zählt, dann gibt es
mehr Bücher als Menschen.
„Die Verbreitung von Büchern ist weltweit allerdings sehr ungleich“, sagt
Erika Thomalla. Sie erklärt, dass es beispielsweise in manchen Ländern
schwer ist, an Papier zu kommen und es dadurch weniger Bücher gibt. Dort
könnten digitale Erfindungen etwas verändern. Aber dafür bräuchte man
Strom, Internet oder ein passendes Gerät. Außerdem sagt Gerhard Lauer, dass
in manchen Regionen auch nicht alle Menschen lesen können.
In einer Bibliothek oder [2][in einer Buchhandlung] zu stehen und all die
unterschiedlichen Bücher bestaunen zu können, ist also gar nicht so
selbstverständlich. Man sollte es genießen.
11 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Elias Batz
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