# taz.de -- Rebellen der DR Kongo auf dem Vormarsch: Rückzugsforderungen allein reichen nicht
       
       > Die internationale Gemeinschaft will einen Rückzug Ruandas und der
       > M23-Rebellen im Osten Kongos. Sie sollte helfen, die Bedingungen dafür zu
       > schaffen.
       
 (IMG) Bild: Eine Straße in Uvira am 9. Dezember 2025
       
       Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn eine kongolesische Rebellengruppe
       eine kongolesische Stadt besetzt? Die Rebellenarmee M23 (Bewegung 23. März)
       im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat nun auch [1][die dritte
       große ostkongolesische Stadt, Uvira, erobert]. Aber die Rebellen haben
       Uvira nicht mit Gewalt überzogen, sie sind kampflos einmarschiert, die
       Armee war vorher geflohen.
       
       Zuletzt war Uvira zeitweise Schlachtfeld zwischen Armee und lokalen Milizen
       gewesen, die alle Tutsi verjagen wollten. Nun übernehmen Tutsi-Rebellen die
       Kontrolle. Die M23 stellt in ihren Gebieten die staatliche Ordnung
       effektiver her, als es Kongos staatliche Streitkräfte mit ihrem Delegieren
       der Macht an irreguläre Banden vermögen. Nach UN-Beschlusslage aber ist die
       M23 eine ausländische Kraft, eine Marionette Ruandas, das den Rebellen mit
       Spezialkräften und Ausrüstung hilft.
       
       Die geltende [2][UN-Resolution 2773] vom Februar dieses Jahres fordert den
       „bedingungslosen“ Rückzug Ruandas aus der DR Kongo und auch, dass die M23
       sich „aus allen von ihr kontrollierten Gebieten zurückzieht“. Wohin sie
       gehen soll, wird nicht weiter ausgeführt. Die internationalen
       Friedensprozesse für die DR Kongo sind klüger: Die Friedensabkommen von
       [3][Washington] und [4][Doha] knüpfen Ruandas Rückzug an eine
       „Neutralisierung“ der auf kongolesischem Gebiet aktiven ehemaligen
       ruandischen Völkermordkräfte und machen ein Ende der M23-Herrschaft von
       gesamtstaatlichen Reformen in der DR Kongo abhängig.
       
       [5][Die „Internationale Kontaktgruppe“] der westlichen Geberländer für die
       Region der Großen Seen, deren Vorsitz Deutschland innehat, fordert nun
       Ruanda zur Einhaltung der UN-Resolution 2773 auf, also den bedingungslosen
       Rückzug. Zugleich sollen alle Parteien die Abkommen von Washington und Doha
       sowie die darin genannten Bedingungen für Ruandas Rückzug einhalten. Das
       ist wenig durchdacht. Die Kontaktgruppe sollte besser Kongos Regierung
       dabei helfen, die in Washington und Doha zugesagten Schritte zu gehen, die
       ein Kriegsende erst möglich machen.
       
       10 Dec 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kongos-Rebellen-erobern-weitere-Stadt/!6136909
 (DIR) [2] https://docs.un.org/ot/S/RES/2773(2025)
 (DIR) [3] /Versoehnung-zwischen-Kongo-und-Ruanda/!6135570
 (DIR) [4] /Buergerkrieg-in-DR-Kongo/!6130122
 (DIR) [5] https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2747866-2747866
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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