# taz.de -- Handel mit bedrohten Tieren: Über 70 Haie unter Schutz
> Walhaie, Manta- und Teufelsrochen dürfen künftig international nicht mehr
> gehandelt werden. Umweltorganisationen nennen die Entscheidung
> historisch.
(IMG) Bild: Endlich geschützt: Der grenzüberschreitende Handel mit Manta- und Teufelsrochen sowie mit Walhaien ist künftig verboten
Der grenzüberschreitende Handel mit Manta- und Teufelsrochen sowie mit
Walhaien ist künftig verboten. Die Mitgliedsstaaten des Washingtoner
Artenschutzabkommens (abgekürzt CITES) haben sich darauf geeinigt, diese
insgesamt elf Fischarten auf dem Anhang I des Abkommens zu listen. Das
bedeutet jeglichen kommerziellen internationalen Handel mit den Tieren und
ihren Produkten. [1][Am Donnerstag war bereits der Handel mit
Weißspitzen-Hochseehaien verboten worden.]
Zudem nahmen die CITES-Staaten Glatthaie, Hundshaie und Schlingerhaie in
den Anhang II des Abkommens auf und stellten sie so unter strengen Schutz.
Darüber hinaus wurde für mehrere Arten von Geigenrochen und Keilrochen die
zulässige Exportmenge auf null festgesetzt. Das bedeutet praktisch das Ende
des legalen internationalen Handels.
[2][Insgesamt wurden Schutzmaßnahmen] für 47 Haiarten und 27 Rochenarten
beschlossen. „Der heutige Tag bei der Artenschutzkonferenz spiegelt die
dramatische Situation von Haien und Rochen in den Ozeanen wider. Manche
Arten wie der Weißspitzen-Hochseehai sind um weit über 90 Prozent
zurückgegangen, in manchen Gebieten sogar um 98 Prozent“, sagt Ralf
Sonntag, Meeresbiologie und Haiexperte von Pro Wildlife.
Das heutige Votum des Komitees müsse im CITES-Abschlussplenum noch
bestätigt werden, sei aber ein wichtiger Vorentscheid, teilt die
Umweltorganisation WWF mit. Sie begrüßt die Entscheidungen als historischen
Kurswechsel. „Das war ein geschichtsträchtig guter Morgen für Haie und
Rochen“, sagt Heike Zidowitz, Haiexpertin des WWF Deutschland. „Das erste
Handelsverbot für eine kommerziell befischte Art wie den
Weißspitzen-Hochseehai ist ein Durchbruch und war noch vor wenigen Jahren
gar nicht vorstellbar.“
Der Druck auf die angeschlagenen Populationen von Mantas und Teufelsrochen
werde sich spürbar verringern, wenn ihre Kiemenreusen nicht mehr
international gehandelt werden dürfen, hofft Zidowitz. Der Hundshai, der
auch in der Nordsee vorkommt und vom Aussterben bedroht ist, „wird besser
geschützt, weil er nur noch kontrolliert gehandelt werden darf“, so
Zidowitz.
„Dieser Beschluss ist ein historischer Wendepunkt für den Schutz von Haien
und Rochen – und ein Sieg für den Meeresschutz“, sagt Andreas Dinkelmeyer,
Kampagnenleiter des International Fund for Animal Welfare. „Wir mussten
hart dafür kämpfen, dass kommerziell befischte Arten als bedrohte Lebewesen
anerkannt und geschützt werden“, so Dinkelmeyer.
28 Nov 2025
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