# taz.de -- Eklat bei Preisverleihung: Bei Merz' Rede verlassen die Gäste den Saal
       
       > Mehrere Sportler:innen wurden mit dem Talisman-Preis geehrt. Bei der
       > Rede des Kanzlers verließen sie aus Protest gegen die
       > „Stadtbild“-Äußerungen den Saal.
       
 (IMG) Bild: Hatten keinen Bock auf Merz' Rede: Stipendiat:innen bei der Preisverleihung, 19. November 2025
       
       dpa | Aus Protest gegen die [1][„Stadtbild“-Äußerung von Friedrich Merz]
       haben rund 30 Menschen vor einer Rede des Kanzlers zum Thema Integration
       demonstrativ den Saal verlassen. Als Merz in Berlin bei der Verleihung des
       Talisman-Preises für gesellschaftlichen Zusammenhalt der
       Deutschlandstiftung Integration die Bühne betrat, gingen rund 30
       Stipendiatinnen und Stipendiaten hinaus. Sie trugen Sticker mit der
       Aufschrift „Wir sind das Stadtbild“ und positionierten sich im
       Eingangsbereich für ein Gruppenbild. Erst nach der gut 20-minütigen Rede
       nahmen sie ihre Plätze wieder ein.
       
       Merz hatte Mitte Oktober bei einem Termin gesagt, die Bundesregierung
       korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache
       Fortschritte, „aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses
       Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in
       sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen“.
       Erst eine Woche später wurde er konkreter: Probleme machten jene Migranten,
       die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und sich
       nicht an Regeln hielten.
       
       Bei der Veranstaltung wurden [2][Sportlerinnen] und Sportler mit dem
       Talisman-Preis geehrt, die sich zum Thema von Sport und gesellschaftlichem
       Zusammenhalt engagieren. Veranstalter ist die Deutschlandstiftung
       Integration, deren Schirmherr Merz ist.
       
       Der Kanzler lobte das Engagement der Anwesenden. „Sie sind Vorbilder für so
       viele junge Menschen, wie wir sagen, mit Migrationshintergrund“, sagte der
       Kanzler. „Sie zeigen, dass sich diese Anstrengung lohnt.“ Die meisten von
       ihnen hätten mehr Anstrengungen aufwenden müssen als Menschen ohne
       Zuwanderungsgeschichte und seien manchen Vorbehalten wegen ihrer Namen oder
       wegen Äußerlichkeiten ausgesetzt gewesen, und nicht wegen ihres Charakters
       oder ihrer Fähigkeiten beurteilt worden.
       
       „[3][Deutschland ist ein Einwanderungsland]“, hob der Kanzler hervor. Die
       Geschichte der Bundesrepublik wäre ohne Einwanderung anders geschrieben
       worden, nicht besser, sondern schlechter. Merz machte zugleich deutlich,
       dass Zuwanderung gestaltet und gesteuert werden müsse.
       
       20 Nov 2025
       
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