# taz.de -- Demo gegen Gentrifizierung: Südkiez gegen teure Klötze
       
       > Zur Demo des Bündnisses „Berlin gegen Gentrifizierung“ gegen neue
       > Hochhäuser in Friedrichshain kommen 200 Menschen. Initiative kritisiert
       > Bausenator.
       
 (IMG) Bild: Der Edge East Side Tower – Sinnbild der Gentrifizierung im Kiez
       
       Berlin taz | „Keine Hotels, keine Büros, keine Kommerztower“: Das
       Transparent fasst die Botschaft der Mieter*innendemonstration knapp
       zusammen, an der sich am Samstagnachmittag im Südkiez von Friedrichshain
       etwa 200 Menschen beteiligten. Nicht alle konnten die Demo auf Anhieb
       finden. Denn die Auftaktkundgebung begann auf der Rückseite des S-Bahnhofs
       Warschauer Straße. Dort will die Anschutz-Entertainment-Group die
       Fußgängerbrücke zwischen S-und U-Bahnhof Warschauer Straße mit einem
       Hochhaus überbauen. Nur wenige hundert Meter davon entfernt, in der
       Rudolfstraße 18/19, plant die Atrium Development GmbH ein weiteres
       Hochhausprojekt.
       
       [1][Diese Pläne] werden von vielen Bewohner*innen abgelehnt. „Denn es
       geht um hochpreisige Wohnungen, die sich ein Großteil der Menschen nicht
       leisten können und damit haben wir ein Problem“, sagt Martina Schmidt, die
       im Rudolfkiez zwischen S-Bahnhof Warschauer Straße und Modersohnbrücke
       wohnt. Auch der 82-jährige Dramaturg Martin Wiebel verfasste ein Grußwort
       zur Demonstration, in dem er die Hochhauspläne als Angriff auf den
       Rudolfkiez bezeichnet.
       
       Nicht zu übersehen war das Banner der Initiative „Kiez ohne Klotz“. In ihr
       haben sich Anwohner*innen des Rudolfkiezes zusammengeschlossen, nachdem
       sie von den Hochhausplanungen erfahren haben. Besonders empört hat die
       Bewohner*innen das intransparente Agieren von Bausenator Christian
       Gabler (SPD). „Der Senat hat die Planungen an sich gerissen, den Bezirk
       entmachtet und ignoriert den Willen der Menschen vor Ort“, moniert Herke,
       einer der Mitbegründer*innen von „Kiez ohne Klotz“.
       
       Von den Passanten bekamen die Demonstrant*innen viel Zustimmun:.
       Menschen winkten vom Straßenrand oder von Balkonen. Manche hätten sich mehr
       Teilnehmer*innen gewünscht. „Warum sind heute nicht einige Tausend
       Menschen hier auf der Demonstration?“ fragte ein älterer Mann und gab sich
       selbst die Antwort. „Viele scheinen schon resigniert zu haben und denken,
       die Gentrifizierung in Berlin ist nicht mehr aufzuhalten.“
       
       ## Besuch beim Investorentreffen
       
       Das vor einigen Monaten gegründete Bündnis „Berlin gegen Gentrifizierung“,
       das die Demonstration organisierte, will zum Widerstand ermutigen. „Wir
       müssen dafür sorgen, dass in Berlin die Debatte um bezahlbare Mieten
       geführt wird statt über mehr Neubau für Hotels und Büros, die dann oft
       leerstehen“, sagt Timo Steinke von der Initiative „Wem gehört der
       Laskerkiez?“.
       
       Schon am kommenden Donnerstag wollen die Aktivist*innen wieder auf die
       Straße gehen. Sie haben am 16. Oktober ab 17 Uhr vor der Rotherstraße 8 im
       Rudolfkiez eine Kundgebung angemeldet. Dort ist ein Investorentreffen
       geplant, zu dem ausdrücklich nur Eigentümer*innen eingeladen sind. Dem
       wollen die Anwohner*innen ihren Grundsatz entgegenhalten „Keine Planung
       im Kiez ohne uns“.
       
       12 Oct 2025
       
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 (DIR) Peter Nowak
       
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