# taz.de -- Kamerun vor der Präsidentschaftswahl: Eine gewisse Gelassenheit
> Ein Schweinezüchter mit Stehvermögen, eine optimistische Geschäftsfrau:
> Kameruns Unternehmer sind erfolgreich. Der Politik des Präsidenten zum
> Trotz.
(IMG) Bild: Wahlkampf in Yaoundé: Präsident Paul Biya, 92 Jahre alt, will am 12. Oktober wiedergewählt werden
Yaoundé taz | Es ist 5.15 Uhr und noch stockduster, als Julius Manjoh in
sein Auto steigt, um auf seine Farm zu fahren. Der 65-Jährige will den
frühmorgendlichen Berufsverkehr in Kameruns Hauptstadt Yaoundé vermeiden.
Blechlawinen, die sich wegen der wilden Verkehrsführung und den unzähligen
Schlaglöchern oft nur im Schneckentempo über die Straßen bewegen. „Dafür
habe ich keine Geduld“, sagt er. Deshalb beginnt sein Tag oft zu einer
Uhrzeit, wenn der Rest der Stadt noch schläft.
Im Scheinwerferlicht des Autos taucht ein Schild auf: „Westend Farms“, ist
darauf in grüner Farbe geschrieben. Es ist der Hinweis auf eine
Schlachterfiliale der größten Schweinefarm Kameruns – das Lebenswerk Julius
Manjohs. Das ganze Land wird von der Farm, etwa 70 Kilometer vor den Toren
der Hauptstadt gelegen, mit Schweinefleisch versorgt. Manjoh hat mehrfach
von null angefangen. Das letzte Mal, als die Schweinepest 2023 den
kompletten Bestand dahinraffte: 8.500 Tiere.
„Schweinepest ist ein echtes Problem in Kamerun“, sagt Manjoh. Die
Krankheit sei endemisch, unter anderem, weil oft nicht die richtigen
Maßnahmen ergriffen würden. „Die Sache ist, dass Menschen auch das Fleisch
der erkrankten Tiere essen können. Das heißt, viele kleine Farmer treiben
ihre Tiere trotzdem auf den Markt und verkaufen sie dort.“ Und die Seuche
verbreitet sich weiter. Aus der Krise hätten sie aber gelernt, sagt Manjoh.
Strenge Hygienemaßnahmen wie Desinfektionsbecken für Schuhe vor jedem neuen
Abschnitt in den Schweineställen gehören heute zum Standardprogramm.
Im ersten Morgenlicht des Tages ist das Quieken der Tiere weithin zu hören,
als der Wagen von Julius Manjoh schließlich auf das Gelände der Farm biegt.
2024 zählte die Farm rund 600 Säue. Damit ist Westend Farms die größte
Schweinefarm in Zentralafrika. Ein Unternehmen in dieser Größenordnung
aufzubauen, erfordert jahrelange Arbeit und großes Durchhaltevermögen –
erst recht in Kamerun.
Davon kann auch Elissar Mear ein Lied singen. Die Unternehmerin hat eine
Palmölraffinerie und vertreibt außerdem eine große Bandbreite an lokalen
Produkten in Supermärkten in ganz Kamerun. Ihr Label „Madika“, was für
„Made in Cameroon“ steht, führt unter anderem Kaffee, Wein und Honig, aber
auch Seifen oder Snacks. Die Rahmenbedingungen für unternehmerisches
Handeln sind dabei oft alles andere als günstig: da sind Überfälle und
Entführungen durch bewaffnete Gruppen im Norden des Landes, korrupte
Verkehrspolizisten, und eine schlechte Infrastruktur, die Lastwagen und
Lieferketten belastet. Schwankungen im Stromnetz beschädigten regelmäßig
Maschinen, erzählt sie von den Herausforderungen des Alltags.
Man weiß in Kamerun nie, wie lange der Transport der Waren tatsächlich
dauern wird. Ein Grund, warum sich Mear auch nur auf Ware konzentriert, die
nicht so schnell verderblich ist. Unter solchen Voraussetzungen
wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten, erfordert nicht nur
unternehmerisches Geschick, Belastbarkeit und Geduld – sondern auch eine
gewisse gut gelaunte Gelassenheit. Mear lacht viel und herzlich. Mit einem
Schulterzucken berichtet sie aus dem Alltag: „Wenn ich Erdnüsse aus dem
Norden nach Yaoundé transportieren will, dauert das ganze fünf Tage,
vorausgesetzt Boko Haram greift den Laster nicht ab“, berichtet sie.
Die islamistische Gruppe terrorisiert vor allem im Norden, an der Grenze zu
Nigeria, die Bevölkerung. Es ist eine Sicherheitskrise, die seit Jahren die
Region destabilisiert und den Alltag der Bewohner erschwert, denn Teil der
Finanzierungsstrategie der Islamisten sind Diebstähle und Entführungen
gegen Lösegeld. „Und wenn der Laster es durch das Gebiet schafft, dann hat
man alle paar Kilometer eine Polizeikontrolle, an der man auch wieder
bezahlt“, berichtet sie von dem weit verbreiteten Problem Korruption. „All
das schlägt sich auf den Preis und die Produktivität nieder“, sagt sie. Was
helfe: „Ein gutes Netzwerk“, sagt Mear. „Ich bin Vorsitzende von zig
Komitees“, erzählt sie. Als Mitglied der Regierungspartei RDPC, und weil
sie so gut vernetzt ist, sei es ihr möglich, auch mal Kritik zu üben. Ein
Vorteil in einem politischen System, in dem offene Kritik eigentlich kaum
toleriert wird.
Am 12. Oktober finden in dem zentralafrikanischen Land
Präsidentschaftswahlen statt. Präsident Paul Biya, seit über vier
Jahrzehnten an der Macht, wird erneut antreten. Mit 92 Jahren ist er
bereits jetzt der älteste Präsident der Welt. Der Wahlausgang gilt als
ziemlich sicher: Biya wird wohl wieder gewinnen. Auch deshalb, weil nach
Generationen autokratischer Herrschaft der Glaube fehlt, mit der Stimme
etwas bewegen zu können. Während die Unzufriedenheit in der Bevölkerung
zwar groß ist, ist es fraglich, ob sich das am 12. Oktober in den
Wahlkabinen widerspiegeln wird.
Das Interesse an der Wahl scheint jedenfalls überschaubar: Nur 7,8
Millionen Menschen ließen sich laut der Wahlbehörde Elecam registrieren,
schätzungsweise 4,5 Millionen Wahlberechtigte verzichteten – fatal für die
Opposition. Doch d[1][er Ausschluss des Oppositionspolitikers Maurice
Kamto] hat die Frustration zusätzlich verstärkt. Bilder von zerstörten
Wahlkarten machten in den sozialen Medien die Runde.
Ohnehin ist die Opposition zersplittert und schwach. Nachdem Kamto,
Kameruns wohl einflussreichster Oppositionskandidat, im August endgültig
von der Teilnahme an den Wahlen ausgeschlossen worden war, rang die
Opposition wochenlang damit, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu
einigen. Dass Kamto gesperrt werden würde, hatte sich bereits im Juli
abgezeichnet, als die Wahlbehörde Elecam einen entsprechenden Beschluss
vorlegte.
Nun soll in letzter Minute Issa Tchiroma Bakary für die kamerunische
Opposition antreten – oder zumindest für einen Teil der Opposition. Maurice
Kamto jedenfalls ließ am Freitag verlauten, dass Kameruns Wählerinnen und
Wähler frei entscheiden sollten, und sprach damit keine Empfehlung für
Bakary aus. Der endgültige Todesstoß für das Bestreben der Opposition, sich
als geeinte Front zu präsentieren, um gegen die Übermacht von Paul Biya
eine Chance zu haben.
In Regierungskreisen ist Issa Tchiroma Bakary jedenfalls keine unbekannte
Figur. Der aus dem Norden stammende Politiker war zuletzt von 2019 bis 2025
Arbeitsminister. Anfang Juni gab er seinen Rücktritt bekannt – angeblich
aus Frust über die politischen Verhältnisse – und machte seine Absichten
bekannt, gegen Biya zu kandidieren. Seither gibt er sich als Sprachrohr des
Nordens, [2][einer Region, die seit jeher als eine der ärmsten des Landes
gilt], und will laut eigenem Bekunden die Unzufriedenen vereinen. Davor
hatte Bakary zwei Jahrzehnte lang in einem Koalitionsbündnis mit Biyas
Regierungspartei RDPC Politik gemacht.
Ausgerechnet er soll nun glaubhaft verkörpern, worauf viele Kamerunerinnen
und Kameruner so lange schon hoffen: den politischen Neuanfang. Bakary
steht nun vor der Herausforderung, in allen Regionen des Landes genügend
Stimmen zu sammeln, wenn er tatsächlich Paul Biyas 43 Jahre währende
Präsidentschaft beenden will. Er steht auch vor der Herausforderung,
glaubwürdig „frischen Wind“ zu verkörpern, und das ohne die Rückendeckung
einer geschlossen hinter ihm stehenden Opposition und in einem Land, in dem
das Misstrauen tief sitzt. Nicht nur gegenüber der Regierung, sondern auch
untereinander. So zählen ethnische Zugehörigkeiten oft mehr als politische
Inhalte. „Selbst wenn Maurice Kamto der Beste wäre, ich würde niemals einen
Bamileke wählen“, gesteht ein Geschäftsmann in Yaoundé unverblümt.
Die Bamileke, eine Ethnie aus dem Westen, sind bekannt für ihren
wirtschaftlichen Einfluss. Aber Wirtschaft und Politik in der Hand einer
Ethnie? Niemals, sagt der Geschäftsmann entschieden, und spricht damit
einen Gedanken aus, den das Regime von Paul Biya über Jahre genährt und
gelebt hat: Zu viel Macht in der Hand einer Gruppe ist gefährlich.
Stattdessen hält jeder zu „seinem“ regionalen Kandidaten. Das fest
verwurzelte Lagerdenken spielt dabei vor allem dem Mann in die Hände, der
seit mehr als vier Jahrzehnten an der Macht ist: Paul Biya. Denn wer die
Stimmen aus allen Regionen auf sich vereinen will, muss auch über ethnische
Grenzen hinweg mobilisieren. Am ehesten wurde diese Fähigkeit noch Maurice
Kamto nachgesagt, der nun aber aus dem Rennen ist. Und so stehen die
Chancen hoch, dass am Ende die Wahl auf das „altbekannte Übel“ fällt.
Dass es keine größeren Proteste gab, als der beliebteste
Oppositionspolitiker ausgeschlossen wurde, habe auch genau damit zu tun,
dass sich Wirtschaftskraft bei bestimmten Ethnien konzentriere, erzählt der
Geschäftsmann, der lieber anonym bleiben möchte. Als Kameruns Wahlbehörde
Elecam Kamtos Kandidatur ablehnte, war der Frust in den Wohnzimmern der
Leute zwar groß, doch dabei blieb es auch. Keine nennenswerten
Demonstrationen oder öffentlichen Erklärungen folgten. Dass die Wahl am 12.
Oktober deshalb nur wie reine Formsache wirkt, scheint akzeptiert.
## Hart gegen Querulanten
Der Geschäftsmann erklärt das so: Die wirtschaftsstarke Hafenstadt Douala
gilt als Hochburg der Opposition – und als Zentrum der Bamileke, jener
Ethnie, der eine besondere Umtriebigkeit nachgesagt wird und aus der auch
Maurice Kamto stammt. Douala, Kameruns Tor zur Welt und Warenumschlagplatz
für das ganze Land, sei eine Stadt, in der viel auf dem Spiel stehe. Würden
hier die Menschen für Kamto auf die Straße gehen, könnte die Lage schnell
eskalieren. Noch dazu in einem Staat, der bekannt dafür ist, hart gegen
Querulanten vorzugehen.
„Die Bamileke haben viel zu verlieren“, sagt er. Gerade diese Ethnie habe
daher aber auch wenig Interesse an Straßenschlachten und Demonstrationen,
bei denen ihre Geschäfte geplündert und Infrastruktur beschädigt werden
könnten. So erkläre sich, sagt der Mann, dass selbst die Sperrung eines der
aussichtsreichsten Oppositionskandidaten letztlich weitgehend schweigend
hingenommen wurde.
Kamerun ist, was seine wirtschaftliche Leistung angeht, Spitzenreiter in
Zentralafrika: das regionale Schwergewicht. Auf die Frage nach dem Warum,
sagt Julius Manjoh: „Wegen der Widerstandsfähigkeit. Wegen der schieren
Resilienz der Menschen.“ Das Gleiche antwortet Elissar Mear. Gäbe es ein
zuverlässiges Stromnetz, vernünftige Straßen und weniger Korruption im
Beamtenapparat, würde das Land dreimal so gut dastehen, sind sich die
beiden unabhängig voneinander einig. Das, was momentan geleistet werde,
dürfe nicht mit dem verwechselt werden, was möglich sei. „Wir könnten so
viel besser sein“, sagt Julius Manjoh. Aber der Schweinezüchter klingt
dabei alles andere als resigniert. Es ist eher, als mache er eine Ansage
für das, was noch kommt. Für alles, was noch möglich ist. Diese positive
Grundeinstellung: Es ist wohl diese Art von Resilienz, die er seinen
Landsleuten zuspricht.
In allen Gesprächen scheint durch, dass das Vertrauen in die Institutionen
Kameruns schwach ist. Als Antwort auf die grassierende Korruption, auf
knebelnde Steuern und die vielen Unwägbarkeiten verlagert sich in Kamerun
vieles ins Informelle. Auch im Finanzsektor, sagt Manjoh, und berichtet von
njangis. Der aus dem Pidginenglisch abgeleitete Begriff bedeutet so viel
wie: „Ich helfe dir und du hilfst mir.“ Dabei handelt es sich um eine Art
Spargemeinschaft, in der sich die Mitglieder regelmäßig zu finanziellen
Beiträgen verpflichten.
Das Prinzip ist einfach: Jeder zahlt in einen gemeinsamen Topf ein, und in
vorher festgelegter Reihenfolge erhält jede Person einmal die Gesamtsumme.
In vielen Stadtvierteln, Dörfern oder auch innerhalb von Berufsgruppen
gehören njangis zum sozialen Gefüge. Sie bieten unkompliziert Zugang zu
Kapital, sind Absicherung in Krisenzeiten, fördern Zusammenhalt und
Vertrauen und sichern dadurch das finanzielle Überleben. „Das bedeutet aber
auch, dass ein großer Teil des Geldes, das in Kamerun im Umlauf ist, nicht
unbedingt in den Banken liegt, sondern zu Hause aufbewahrt wird“, sagt der
Farmer.
Ein Punkt, den auch Célestin Guela Simo, Generaldirektor der Afriland First
Bank, sieht: Die Bankennutzungsrate liege in Kamerun bei nur etwa 15 bis 20
Prozent, sagt er. Das heißt, rund 80 Prozent der Bevölkerung sind nicht in
das formelle Bankensystem integriert. Für Guela Simo ist klar: Wenn sich
das ändern soll, müssen die Banken zu den Menschen kommen – nicht
umgekehrt.
Die Afriland First Bank arbeitet daher seit Jahrzehnten an der finanziellen
Inklusion, vor allem der ländlichen Bevölkerung. Gegründet wurde sie in den
1980er Jahren von Paul Fokam, einem kamerunischen Unternehmer, der
überzeugt davon war, dass Afrikas Entwicklung nur aus eigener Kraft möglich
ist. So gründete er eine Bank, die es Afrikanern ermöglichen sollte, ihre
eigenen Pläne nach ihren eigenen Regeln zu finanzieren, erklärt Célestin
Guela Simo die Beweggründe seines Onkels.
„In den 1980er Jahren ein kühner Gedanke“, fügt er hinzu, zumal der
kamerunische Bankensektor zu der Zeit gänzlich von französischen Großbanken
dominiert war. Paul Fokam sei auch überzeugt gewesen, dass dies nur
gelingen könne, wenn auch die ländliche Bevölkerung aktiv daran teilhat. In
dieser Philosophie wurzelt das Konzept der Mufids, kleinen,
selbstverwalteten Mikrobanken in ländlichen Gebieten, die von den
Gemeinschaften selbst gegründet und betrieben werden. Die ersten Mufids hob
damals die Afriland First Bank mit aus der Taufe. Heute sind die
Genossenschaftsbanken in einem eigenen Dachverband organisiert und
betreiben mittlerweile 110 Servicestellen mit mehr als 250.000 Mitgliedern.
Dass es in der bargeldbasierten Wirtschaft Kameruns speziell angepasste
Produkte braucht, weiß der Banker nur zu gut. Ein erfolgreiches Produkt sei
zum Beispiel das von der Afriland First Bank entwickelte „Flash Cash“.
Dabei handelt es sich um eine Art Einlagenzertifikat. Vor allem in
Kontexten, in denen große Summen von Bargeld aufgrund von Überfällen
schnell zum Sicherheitsrisiko werden, hat sich Flash Cash bewährt. Das
Angebot funktioniert dabei ähnlich wie ein Reisescheck und ist mittlerweile
weithin in Kamerun akzeptiert. Statt mit Bündeln an Geldscheinen auf den
Markt zu gehen, reicht ein Flash Cash als Beweis, dass es das Geld
eingelagert auf der Bank tatsächlich gibt und es ausgezahlt werden kann.
Heute ist die Afriland First Bank mit 86 Filialen die größte Bank Kameruns.
Auch in acht weiteren afrikanischen Ländern, darunter Südsudan und die
Demokratische Republik Kongo, ist die Bank aktiv. Die Expansionsstrategie
folgt dabei einem klaren Muster: Der Einstieg erfolgt dort, wo es wenig
Konkurrenz, aber hohen Bedarf gibt. „Wir gehen in Länder, die, wie man im
Westen immer sagt, als unterentwickelt gelten“, sagt Célestin Guela Simo,
und zeichnet bei dem Wort „unterentwickelt“ imaginäre Gänsefüßchen in die
Luft. „Aber wir sehen darin Potenzial, gemeinsam mit lokalen Akteuren
wirtschaftliche Strukturen aufzubauen.“
Diese Philosophie hat die Afriland First Bank zu einem zentralen Akteur in
der wirtschaftlichen Entwicklung Kameruns gemacht. Von den 100
erfolgreichsten Unternehmern des Landes hätten 80 ihre erste Finanzierung
über Afriland erhalten, sagt Célestin Guela Simo. Überprüfen lässt sich
diese Aussage allerdings schwer.
Dennoch: Die Bank arbeitet offenbar erfolgreich damit, aus den
Gegebenheiten vor Ort Geschäftsmodelle zu entwickeln. Neben der ländlichen
Bevölkerung würden auch Frauen gezielt gefördert, berichtet Guela Simo. In
sogenannten Muffa-Banken – vollständig weiblich besetzten Filialen mit
rosa-lila Corporate Design – erhalten Marktfrauen und Unternehmerinnen
unkomplizierten Zugang zu Krediten und Beratung. Ein wichtiger Schritt für
mehr wirtschaftliche Teilhabe in einem Land, das traditionell
patriarchalisch geprägt ist.
Was noch fehle, sei eine stärkere internationale Zusammenarbeit.
Investoren, gerne auch aus Deutschland, wünscht sich Célestin Guela Simo.
Die historischen Verbindungen sind da: Deutsch ist in Kamerun eine beliebte
Fremdsprache, in Deutschland stellt das zentralafrikanische Land die
zweitgrößte Gruppe afrikanischer Studierender. Auch im Alltag begegnet man
deutschen Einflüssen: Namen wie Fritz, Ulrich oder Hermann sind weit
verbreitet, das Stadtbild von Douala trägt noch immer Spuren kolonialer
Architektur. Es sind Überbleibsel einer gemeinsamen, wenn auch belasteten
Vergangenheit. Zeit, die Beziehungen zwischen Deutschland und Kamerun neu
zu schreiben, findet Guela Simo:„Unser Land hat Potenzial.“
11 Oct 2025
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