# taz.de -- Kabinett für neues Wehrdienstgesetz: Freiwillige vor!
       
       > Die Bundesregierung hat ihren Gesetzentwurf zur Modernisierung des
       > Wehrdienstes beschlossen. Die Diskussion über die Wehrpflicht geht
       > weiter.
       
 (IMG) Bild: Politiker zusammen mit Rheinmetall-Lenkern: Für eine Rückkehr zur Wehrpflicht sind vor allem die, die davon nicht betroffen sind
       
       Für sich genommen taugt der Gesetzentwurf zur Modernisierung des
       Wehrdienstes, den die schwarz-rote Bundesregierung am Mittwoch beschlossen
       hat, noch nicht zu größerer friedensbewegter Empörung. Dass wie früher
       junge Männer künftig zur Musterung gezwungen werden sollen, ist zwar nicht
       gerade ein zivilisatorischer Fortschritt. Doch wenigstens ist es noch nicht
       so weit, dass sie auch wieder zwangsweise das Töten von Menschen erlernen
       sollen.
       
       Ist damit die leidige Diskussion über die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht
       endlich beendet? Leider nicht. Die Union hat bereits angekündigt, das
       Gesetz, das noch im Bundestag beschlossen werden muss, im parlamentarischen
       Verfahren [1][„nachschärfen“ zu wollen]. Die SPD verspricht zwar, dass es
       „nicht dazu kommen“ werde, „dass junge Menschen in dieser Legislaturperiode
       verpflichtend eingezogen werden müssen“, wie es [2][Generalsekretär Tim
       Klüssendorf formuliert hat]. Für die kommende Legislaturperiode schließt
       aber auch sie das nicht aus.
       
       Den Meinungsforschungsinstituten zufolge gibt es [3][eine deutliche
       Mehrheit in der Bevölkerung] für die Rückkehr zur 2011 ausgesetzten
       Wehrpflicht. Auffällig ist jedoch, dass gerade die dafür sind, die davon
       nicht betroffen sein würden. Bei den Jüngeren sieht das ganz anders aus.
       Die haben keinen Bock auf einen Zwang zum Bund. Die potentiellen
       Zwangssoldaten haben vielmehr Ole Nymoens [4][„Warum ich niemals für mein
       Land kämpfen würde“] in diesem Jahr zum Bestseller gemacht.
       
       Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn sich all jene, die jetzt wieder andere
       ins Militär zwingen wollen, selbst freiwillig bei der Truppe melden würden,
       hätte die Bundeswehr keinerlei Personalprobleme mehr. Nur zu! Für die
       älteren Herrschaften aus der Unionsfraktion, den [5][bayerischen
       Ministerpräsidenten], Altvorderen von SPD und Grünen wie [6][Sigmar
       Gabriel] oder [7][Joschka Fischer] könnte ja ein Seniorenbataillon
       aufgestellt werden. Weniger militäraffinen jüngeren Männern ist hingegen
       nur zu empfehlen, so schnell wie möglich zu verweigern. Denn das geht
       übrigens jetzt schon.
       
       27 Aug 2025
       
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 (DIR) [5] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/markus-soeder-sieht-rueckkehr-zur-wehrpflicht-als-unabwendbar-a-dd70b326-8854-455c-b18c-9fa95b2b4c8f
 (DIR) [6] https://www.n-tv.de/politik/Sigmar-Gabriel-Deutschland-muss-zur-Wehrpflicht-zurueck-article25983403.html
 (DIR) [7] https://www.derstandard.de/story/3000000280887/joschka-fischer-in-der-zib-2-abschaffung-der-wehrpflicht-war-ein-fehler
       
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