# taz.de -- Folgen der Klimakrise: Deutsches Getreide wird schlechter
       
       > Agrarverbände beobachten, dass sich das Getreide durch die Klimakrise
       > weniger zum Brotbacken und Brauen eignet. Sie warnen vor
       > Importabhängigkeit.
       
 (IMG) Bild: Erntereifer Weizen unter imposantem Wolkenhimmel
       
       Berlin afp/dpa Das [1][trockene Frühjahr und der verregnete Sommer] in
       diesem Jahr haben sich Agrarverbänden zufolge negativ auf die Qualität des
       in Deutschland geernteten Getreides ausgewirkt. „Die Qualitäten des
       Getreides reichen häufiger nicht mehr aus, um als Brotweizen oder
       Braugerste verkauft zu werden“, sagte Martin Courbier, Geschäftsführer des
       Bundesverbands Agrarhandel, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am
       Dienstag. „Der Selbstversorgungsgrad Deutschlands in Sachen Getreide ist in
       den letzten Jahren rückläufig“, warnte Courbier.
       
       Selbst durchschnittliche Ernten seien keine Selbstverständlichkeit mehr.
       Courbier warnte vor einer Importabhängigkeit und forderte eine nachhaltige
       Produktionssteigerung, Technologieoffenheit und „keine Denkverbote im
       Hinblick auf neue Anbau- und Behandlungsmethoden“. Auch in der
       [2][ökologischen Landwirtschaft] ist nach Angaben von Peter Röhrig,
       Vorstandsmitglied des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW),
       eine Verschlechterung der Getreidequalität zu beobachten. „In Regionen mit
       zuletzt häufigeren Niederschlägen hat dies beispielsweise die Backfähigkeit
       des Getreides zum Teil verschlechtert, andernorts sind verbesserte
       Qualitäten zu erwarten“, erklärte Röhrig auf Anfrage des RND.
       
       ## Folgen des Klimawandels deutlich
       
       Der [3][Deutsche Bauernverband] (DBV) rechnet derweil 2025 mit einer
       besseren Getreideernte als in den beiden Vorjahren. Die erwartete Menge
       steige auf 43,5 Millionen Tonnen nach 39 Millionen Tonnen im vergangenen
       Jahr, teilte der Verband in Berlin mit.
       
       Gleichzeitig lägen je nach Region und Standort bei den meisten Kulturen
       sehr große Ertragsspannen vor. In vielen Regionen habe die Qualität zum
       Teil auch erheblich unter wochenlang teils sehr intensiven Niederschlägen
       gelitten. „Auch wenn die Erntemenge endlich einmal wieder im
       durchschnittlichen Bereich liegt, macht sie doch erneut die spürbaren
       Folgen des Klimawandels deutlich“, sagte Verbandspräsident Rukwied.
       
       19 Aug 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Meteorologe-ueber-den-verregneten-Juli/!6103742
 (DIR) [2] /Wandel-in-der-Landwirtschaft/!6002308
 (DIR) [3] /Gesunde-Boeden-Gewaesser-Waelder/!6097323
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Ernte
 (DIR) Getreide
 (DIR) Bauernverband
 (DIR) Weizen
 (DIR) Landwirtschaft
 (DIR) Landwirtschaft
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) wochentaz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Umstrittener Abbau von Grundwasserschutz: Grüne klagen gegen den Bundesagrarminister
       
       Pünktlich zum Bauerntag meldete Alois Rainer die Abschaffung einer dort
       unbeliebten Verordnung – am Bundestag vorbei. Nun muss Karlsruhe
       entscheiden.
       
 (DIR) Meteorologe über den verregneten Juli: „Kein Trend zu nasseren Sommern“
       
       Der Juli war im Nordosten nass, während das Frühjahr sehr trocken war.
       Warum das nur begrenzt mit dem Klimawandel zu tun hat, erklärt Andreas
       Brömser.
       
 (DIR) Debatte um Mindestlohn: Wer beißt in den sauren Apfel?
       
       Der Mindestlohn für Saisonkräfte gefährde den Anbau von Obst und Gemüse in
       Deutschland, sagen Agrarunternehmer. Stimmt das?