# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Noise für die Ukraine, Rock gegen das Klischee
       
       > Diese Woche wird es laut, zur Unterstützung der Kriegsgegner in Charkiw
       > und mit den unkaputtbaren Melvins, die Noise und weitere Ausbrüche
       > versprechen.
       
 (IMG) Bild: Die Melvins rocken weiter gegen die Schwerkraft (v. l. n. r.: Dale Crover, Steven McDonald, King Buzzo)
       
       Zucken gehört zu den Körperregungen, die negativ besetzt sind, tut der Leib
       doch in der Regel etwas, das sich seiner Kontrolle entzieht. Man kann
       jedoch auch mit einzelnen Körperpartien wie den Brauen oder den Mundwinkeln
       zucken, um Ablehnung zu signalisieren. Was eine minimale Form des
       Widerstands bedeutet. „Konvulsismo #2“ nennt sich [1][ein Abend in den
       Räumen des Subversiv e.V.], der am Freitag zur Unterstützung der
       anarchistischen Gruppe Assembly in Charkiw ausgerichtet wird. „Noise und
       Antimilitarismus“ lautet das Thema der Veranstaltung, zu dem das Berliner
       Duo Hure brachialen digitalen Punk beisteuert.
       
       „Kontrolliertes Chaos“, etwas weniger harsch, kommt von einem weiteren Duo,
       gleichfalls aus Berlin, namens Inkasso. Aus Paris gesellt sich Lucus mit
       post-industrieller Clubmusik und rauem Ambient hinzu, bevor es mit dem
       klassischen Maschinenlärm-Feedback-Industrial von Samin Son & Nacasat
       wieder richtig rumpelig wird. Für etwas rhythmische Auflockerung dürften
       die Breakcore-DJ-Sets von Zombieflesheater und CRi sorgen. Manchmal muss es
       eben laut werden (2. 8., 21 Uhr, Anmeldung unter Telegram/Instagram:
       @konvulsismo).
       
       Kurzes Durchatmen am Sonntag beim Jugendorchesterfestival Young Euro
       Classic im Konzerthaus. Da spielt das Joven Orquesta Nacional de España
       unter Nuno Coelho die deutsche Erstaufführung des Violinkonzerts von Fabià
       Santcovsky und Klassiker des frühen 20. Jahrhunderts von Igor Strawinski
       („Le Sacre du printemps“) und Isaac Albéniz („Iberia“) ([2][Konzerthaus],
       3. 8., 19 Uhr, 17-40 €).
       
       Ist das schön! Am Donnerstag kann man sich dann wieder eine Ohrenspülung
       verpassen lassen, nicht zuletzt um sich daran zu erinnern, was alles an den
       USA so toll ist. In diesem Fall die Melvins, die es schon über 40 Jahre
       gibt. Was im Übrigen genauso wenig selbstverständlich ist wie eine
       Garantie, dass Demokratien ungefährdet fortbestehen.
       
       Und auch wenn die Band neben ihrem Gitarristen King Buzzo und dem
       Schlagzeuger Dale Crover immer ein wenig Kontinuitätsprobleme mit der
       Besetzung des Basses hatte – sie haben bisher sechs Bassisten verschlissen
       – versieht diesen Dienst seit 2016 zuverlässig Steven McDonald. Der
       Rock-Ansatz der Melvins richtete sich stets gegen die Versteinerung von
       Klischees des Genres, was sie zu Ausbrüchen in allerlei Richtungen bis zu
       abstraktem Noise führte. Am Donnerstag spielen sie in Berlin, ihr im April
       erschienenes Album „Thunderball“ bringen sie ebenfalls mit (Metropol am
       Nollendorfplatz, 7. 8., 20 Uhr, 37 €).
       
       1 Aug 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://asanb.noblogs.org/?event=konvulsismo-2
 (DIR) [2] https://www.konzerthaus.de/de/young-euro-classic
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tim Caspar Boehme
       
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