# taz.de -- Animal Prints in der Mode: Sanftmuuuuuuht
       
       > Leopardenlooks sind seit Jahren im Trend. Nun hat vor einigen Wochen ein
       > Modemagazin verkündet: Jetzt kommt die Kuh. Sehr zur Freude unserer
       > Autorin.
       
 (IMG) Bild: Leopardenlooks sind seit Jahren im Trend. Jetzt kommt die Kuh zum Zug
       
       Als ich 18 war, kaufte ich mir in einem Secondhandladen einen Gürtel mit
       schwarz-weißen Kuhflecken. In der Ecke zwischen den seriösen braunen und
       schwarzen Exemplaren wirkte er wie ein Außenseiter. Ich war sofort verliebt
       und rettete ihn aus seinem tristen Dasein. Seitdem sind neun Jahre
       vergangen und ich habe den Gürtel dreimal getragen. Er erschien mir zu
       dörflich und die Kuh nicht cool genug.
       
       Nun hat vor einigen Wochen die Vogue verkündet: [1][Der Cow-Print ist im
       Trend!] Weiße dicke Flecken auf Braun, rissige schwarze Zacken auf Weiß
       oder auch ganz andere Farben – so vielfältig Kuhmuster sind, so verschieden
       sind auch die ihnen nachempfundenen Styles. Doch alle Varianten strahlen
       eine gewisse Milde aus.
       
       Wie gut! Denn ich kann die Leopardenmuster, die seit Jahren den Trend der
       Animal Prints dominieren, nicht mehr sehen. Sie sind seit jeher umstritten,
       die einen finden sie billig, die anderen selbstbewusst und „wild“. So wie
       wohl auch Christian Dior, der 1947 als erster Modedesigner Leopardenflecken
       auf Stoff brachte und dazu sinngemäß kommentierte: Wenn du lieb bist, zieh
       es nicht an!
       
       In den 1950er Jahren posierte Pin-up-Model Bettie Page im Leo-Badeanzug
       neben zwei Geparden und lud das gefleckte Muster mit einer sexuellen
       Komponente auf. Etwas trashig waren hingegen Peggy Bundys Leoparden-Styles
       in der 80er-Jahre-Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“. Heute gilt der
       Raubkatzen-Print als taffer, kämpferischer Look.
       
       Umso schöner ist es daher, dass jetzt die Kuhflecken auf dem Vormarsch
       sind. Kühe ernähren sich pflanzlich, halten sich gern in Herden auf, und
       laute Geräusche führen bei ihnen schnell zu Stress. In diesen Zeiten einer
       aggressiven politischen Stimmung brauchen wir genau das – mehr
       Sanftmuuuuuht!
       
       Und es muss ja nicht nur die [2][Kuh] sein. Inspiration für mehr
       Niedlichkeit gibt es im ganzen Tierreich: Wie wäre es denn mit einer
       schicken gelb-blau Kombi, inspiriert von der Kohlmeise? Oder einem
       flauschigen rotbraunen Mantel Typ Eichhörnchen? Nur bitte ohne echtes Fell.
       
       16 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.vogue.de/artikel/animal-cow-print-trend-2025
 (DIR) [2] /Retrospektive-von-Ewald-Matare/!6042821
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marietta Meier
       
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