# taz.de -- Klage auf Neuauszählung: Nachträglicher BSW-Einzug in den Bundestag unwahrscheinlich
       
       > Mit dem amtlichen Wahlergebnis rückt das Bündnis Sahra Wagenknecht näher
       > an die fünf Prozent. Experten rechnen jedoch nicht mit dem Einzug.
       
 (IMG) Bild: Würde gerne wieder mit ihrem Bündnis (BSW) im Bundestag sitzen: Sahra Wagenknecht
       
       Berlin taz | Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sieht sich um den Einzug
       in den Bundestag gebracht. Mit 4,97 Prozent der Stimmen verpasste die
       Partei bei der Bundestagswahl die Fünfprozenthürde knapp. Es deute „vieles
       darauf hin“, dass man die Hürde doch „geknackt“ habe – so begründete das
       BSW seine [1][Klage auf Neuauszählung in Karlsruhe]. Die Entscheidung des
       Bundesverfassungsgerichts stand zu Redaktionsschluss noch aus. Der
       unabhängige Informationsdienst Wahlrecht.de glaubt aber nicht, dass das BSW
       noch im Bundestag landen wird.
       
       Dem [2][BSW fehlten lediglich 13.435 Stimmen]. Am Mittwoch schon
       übermittelten die Bundesländer ihre amtlichen Wahlergebnisse an die
       Bundeswahlleiterin. Zählt man diese 16 Landesergebnisse zusammen, ergeben
       sich durchaus Unterschiede zum vorläufigen Endergebnis. So wurden etwa
       7.400 gültige Stimmen mehr gezählt als kurz nach der Wahl. Diese Differenz
       sei aber „nicht ungewöhnlich“, sagt Matthias Cantow von Wahlrecht.de.
       
       Für das BSW gab es im Vergleich zum vorläufigen Wahlergebnis knapp 4.300
       Stimmen mehr. Cantow führt das unter anderem auf Fehler bei der
       Schnellmeldung zurück: Am Wahlabend geben die Wahlvorstände ihre
       Ergebnisse telefonisch an die Wahlbehörde durch. Dabei könne es vorkommen,
       dass jemand in der Zeile verrutscht und so falsche Angaben macht. Cantow
       zufolge kommen solche Fehler bei Wahlen regelmäßig vor und sind über alle
       Parteien verteilt. Und genau diese Unregelmäßigkeiten würden im amtlichen
       Endergebnis korrigiert.
       
       ## Neuauszählung werde nicht helfen
       
       Das BSW hatte angeführt, dass Stimmen für es fälschlicherweise der
       Kleinpartei Bündnis Deutschland zugeordnet worden sein könnten. Das hält
       auch Cantow für möglich. Parteien, die wie das BSW auf dem Stimmzettel
       unten stehen, seien häufiger von Vertauschungen betroffen.
       
       Solche auf Schnellmeldungen zurückzuführende Fehler würden jedoch
       korrigiert, sobald der Wahlbehörde die Ergebnisse schriftlich vorliegen.
       Differenzen zwischen dem vorläufigen und dem amtlichen Wahlergebnis gebe
       es außerdem durch [3][Neuauszählungen mancher Wahlbezirke] wegen
       Unregelmäßigkeiten in den Ergebnissen.
       
       Unabhängig vom Ausgang der BSW-Klage glaubt Cantow nicht, dass eine
       komplette Neuauszählung dem BSW in den Bundestag verhelfen würde. Er geht
       davon aus, dass nun ein Großteil der Fehler beseitigt wurde. Im amtlichen
       Ergebnis könnten sich dann zwar noch immer einzelne unentdeckte Fehler
       finden. Allerdings nicht von der Größenordnung, dass sie mandatsrelevant
       seien. Und mit rund 4.300 zusätzlichen Stimmen fehlen dem BSW immer noch
       über 9.000 Stimmen.
       
       13 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Verfassungsbeschwerde-und-Eilantrag/!6071783
 (DIR) [2] /BSW-verpasst-Einzug-in-den-Bundestag/!6071934
 (DIR) [3] /Nachzaehlung-in-Tempelhof-Schoeneberg/!6068550
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sarah Schubert
       
       ## TAGS
       
 (DIR) BSW
 (DIR) Schwerpunkt Bundestagswahl 2025
 (DIR) Bundesverfassungsgericht
 (DIR) Wahlrecht
 (DIR) Schwerpunkt Bundestagswahl 2025
 (DIR) CDU
 (DIR) Schwerpunkt Bundestagswahl 2025
 (DIR) Rentenpolitik
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) BSW-Eilanträge abgelehnt: Bundestagswahl wird nicht neu ausgezählt
       
       Dem BSW fehlten nur wenige tausend Stimmen zum Einzug in den Bundestag. Das
       Verfassungsgericht lehnt eine sofortige Neu-Auszählung der Stimmen ab.
       
 (DIR) Kontakt zum russischen Geheimdienst: FSB-Minijobber bei CDU-Abgeordnetem
       
       Ein Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Christian Hirte hatte Kontakt
       zum russischen Geheimdienst FSB. Er sollte Kontakt zu Oppositionellen
       knüpfen.
       
 (DIR) Verfassungsbeschwerde und Eilantrag: BSW will neu zählen lassen
       
       Bei der Bundestagswahl am 23. Februar hat das BSW die 5-Prozent-Marke knapp
       verpasst. Helfen soll jetzt das Bundesverfassungsgericht.
       
 (DIR) Rentenniveau: Lücke zwischen SPD und Union
       
       Die Renten steigen zum 1. Juli um 3,74 Prozent. Auch in den Sondierungen
       müsse die Alterssicherung besprochen werden, mahnt der
       Bundesarbeitsminister.