# taz.de -- Tik-Tok-Trend „Day in the life“: Effizienz statt Esoterik
       
       > Manifestieren ist so 2024 – und anstrengend. Werden mithilfe von Chat GPT
       > die guten Vorsätze für 2025 endlich Wirklichkeit?
       
 (IMG) Bild: Helfen KI-generierte Vorsätze bei der Selbstverwirklichung?
       
       „Schreibe alle deine Ziele und Wünsche für die Zukunft auf. Egal, wie
       unrealistisch eine Vorstellung auch sein mag. Alles, was du haben, tun und
       sein möchtest, je detaillierter, desto besser!“, [1][empfehlen
       Tiktoker*innen.]
       
       Doch bei der bloßen Auflistung von Wünschen bleibt es nicht. Den Schlüssel
       zur erfolgreichen Umsetzung [2][soll ChatGPT] haben. „Erzähle mir eine
       Geschichte über einen Tag aus dem Leben meines zukünftigen Ichs“, lautet
       der virale Prompt. ChatGPT liefert daraufhin eine verheißungsvolle
       Erzählung vom Glück, inspiriert von den eigenen Träumen.
       
       Dieser exklusive Einblick in die persönliche Ideal welt ist mehr als nur
       eine Inspirationsquelle – für viele wird er zu einem kraftvollen
       Motivationsschub.
       
       Manifestation [3][auf Social Media] ist nicht neu, das Konzept hat sich
       schon lange als eigenes Content-Genre für selbsternannte „Eso-Mäuse“
       etabliert. Doch beim „Day in the life“-Trend geht es nicht mehr nur um die
       reine Vorstellung und positive Gedanken.
       
       Dank ChatGPT als Lifecoach und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung soll nun
       auch die Umsetzung folgen. Der nächste Prompt lautet: „Erstelle mir einen
       Tagesplan, um dieses Leben zu erreichen.“
       
       ## Mehr Erfolg mit KI?
       
       ChatGPT gehorcht und spuckt Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen aus,
       die von der Planung langfristiger Projekte, Entwicklung täglicher Routinen
       bis hin zu Dankbarkeit- und Achtsamkeitsübungen reichen.
       
       Mit diesen Anweisungen ausgestattet, braucht man vielleicht die gängige
       Methode nicht mehr: das Vision Board. Dieses zu erstellen ist für viele
       essenziell um den Jahreswechsel. Bilder suchen, die die eigene
       Wunschvorstellung vom Leben widerspiegeln, ausdrucken und sie zu einer
       ästhetischen Collage zusammenkleben. So hat man seine Ziele täglich vor
       Augen – und etwas zum Teilen auf Social Media.
       
       Die Feeds überschlagen sich mit idealisierten Zukunftsbildern und der
       vermeintlich besten Version seiner selbst, angepinnt auf einem Korkbrett.
       
       Doch sobald Neujahrsvorsätze und Selbstoptimierung nicht mehr klicken,
       verstauben die Vision Boards meist bis zu dem Moment, in dem wir merken,
       dass das Jahr fast schon wieder vorbei ist. Dann müssen wir uns fragen,
       was seit Silvester aus den Intentionen geworden ist.
       
       Pläne mit einer KI zu schmieden, verspricht ein wenig mehr Erfolg. Denn das
       bloße Träumen lässt Wünsche nicht Wirklichkeit werden. Wer sich aber
       konkrete To-dos vornimmt, kommt vom Schwärmen ins Handeln und das Vision
       Board entwickelt sich vom Wunschzettel zum Aktionsplan.
       
       7 Jan 2025
       
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       ## AUTOREN
       
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