# taz.de -- Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn: Was sich ab 15. Dezember ändert
       
       > Ab 15. Dezember gilt der neue Bahnfahrplan. Paris und Berlin rücken näher
       > zusammen. Teurer wird es für Kund*innen, die flexibel bleiben wollen.
       
 (IMG) Bild: Am 15. Dezember 2024 beginnt der neue Fahrplan der Deutschen Bahn
       
       Berlin taz | Lukas Iffländer vom Fahrgastverband Pro Bahn findet den
       diesjährigen Fahrplanwechsel „eher langweilig“. Umfassende Neuerungen sehe
       er nicht – und das sei gut: Denn so könne sich die Bahn darauf
       konzentrieren, die Infrastruktur zu verbessern. Der neue Fahrplan gilt ab
       Sonntag, den 15. Dezember. Und ein bisschen was tut sich dann doch.
       
       [1][Die Bahn bewirbt die Änderungen vor allem mit neuen Fahrten ins
       Ausland.] So gibt es künftig beispielsweise täglich eine Verbindung
       zwischen Berlin und Paris via Frankfurt und Straßburg. Auch zwischen
       München und Amsterdam fährt jeden Tag ein durchgehender ICE. Innerhalb
       Deutschlands wird es mehr ICE-Fahrten zwischen Frankfurt und Berlin geben.
       Weitgehende Fahrplanänderungen sind im Inland darüber hinaus nicht geplant.
       
       Und sonst? Die Tickets für Fahrten innerhalb Deutschlands sind nun schon
       zwölf Monate im Voraus buchbar. Die Preise für die Bahncard 25 und 50
       bleiben unverändert, die Bahncard 100 wird teurer. Kosten für Flexpreise
       und Pendler*innen-Tickets erhöhen sich um etwa 6 Prozent. Bis Sonntag
       gelten noch die aktuellen Preise.
       
       Iffländer findet das richtig: „Die Deutsche Bahn sollte nicht
       größenwahnsinnig ihr Angebot erweitern, sondern erst einmal das bestehende
       verbessern und dafür sorgen, dass alles läuft.“ [2][Zu diesem Zweck will
       der DB-Konzern vielbefahrene Strecken generalsanieren.] Anfang der Woche
       ist mit der vollendeten Modernisierung der Riedbahn, der Strecke zwischen
       Frankfurt am Main und Mannheim, ein erster Teil davon abgehakt worden.
       
       ## Vorhaben: hui, Kommunikation: langsam
       
       2025 soll das Modernisierungsprojekt mit den Strecken Hamburg-Berlin und
       Emmerich–Oberhausen weitergehen. Insgesamt ist bis Ende 2030 die
       Generalsanierung von 40 Streckenkorridoren geplant. Die Bahn möchte damit
       pünktlicher und weniger störungsanfällig werden. Bei Planung und
       Kommunikation müsse sie sich allerdings noch verbessern, meint Iffländer.
       Denn häufig würde das konkrete Vorhaben erst kurzfristig bekannt. „Dann ist
       es zu spät für Ersatzfahrpläne und die Kunden stehen im Regen“, so
       Iffländer.
       
       Er kritisiert außerdem die neuen Regelungen zu Stornierungen von
       Flexpreistickets, die mit dem Fahrplanwechsel gelten. Bisher ist die
       kostenlose Stornierung bis zum Vortag des Geltungstags möglich, ab dem 15.
       Dezember fällt schon sieben Tage vor Geltungstag eine Gebühr an. Sie
       beträgt in den ersten sieben Tagen künftig 10 Euro, ab dem ersten
       Geltungstag 30 Euro.
       
       Nach Ansicht von Pro Bahn konterkariert das die eigentliche Funktion dieser
       Tickets. Fahrgäste, die den teuren Flexpreis bezahlen, würden die bisherige
       Flexibilität als Kernfunktion dieses Fahrscheins schätzen, schreibt der
       Fahrgastverband auf seiner Website. Die neuen Regelungen würden flexible
       Reiseplanung erschweren und das finanzielle Risiko bei kurzfristigen und
       unvorhersehbaren Änderungen des Alltags erhöhen.
       
       ## Erfolgreiche Proteste
       
       Öffentlich breite Kritik gab es zudem an dem Vorhaben der DB, zum 15.
       Dezember die gedruckten Ankunftsaushänge an Bahnhöfen abzuschaffen. Darauf
       hat die Bahn reagiert und vor zwei Wochen verkündet, dass die weißen Pläne
       nun doch bleiben. Das sei die richtige Entscheidung, bekräftigt Karl-Peter
       Naumann von Pro Bahn. Gerade in Gegenden mit schlechtem ÖPNV seien
       Abholende auf die Aushänge angewiesen. Dass es erst vehemente Kritik
       brauchte, um die gedruckten Aushänge zu erhalten, ist für Iffländer
       unverständlich. Pro Bahn habe die DB schon lange darauf hingewiesen, dass
       der Vorschlag problematisch sei, solange es keine digitalen
       Ankunftsanzeigen mit Echtzeitaktualisierung an allen Bahnhöfen gäbe.
       
       Auch beim Kauf von Sparpreis-Tickets korrigiert die DB zum Fahrplanwechsel
       ihren Kurs. Seit Oktober 2023 war der Kauf dieser Tickets nur noch unter
       Angabe einer Telefonnummer oder Mailadresse möglich. [3][Die Bahn hatte das
       als Digitalisierungsmaßnahme vermarktet]. Der Verkehrsclub Deutschland
       (VCD) sprach allerdings von „Daten-Sammelei“. Auch Pro Bahn und der
       Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen hatten die verpflichtende
       Angabe der Daten stark kritisiert.
       
       Die Bahn begründet ihr Einlenken auf Nachfrage der taz nun damit, dass sie
       sich „das Kundenfeedback in den Verkaufsstellen genau angeschaut“ habe.
       Eine Sprecherin schreibt: „Auch wenn es nur sehr wenige Menschen gibt, die
       keine Mailadresse haben, möchten wir diesen weiterhin die Möglichkeit
       geben, Sparpreis-Tickets zu buchen.“ Die Bahn empfehle jedoch allen
       Reisenden, bei der Buchung eine Mailadresse anzugeben. Dies ermögliche etwa
       eine [4][verbesserte Information bei Änderungen der Fahrt, wie
       Gleiswechseln oder Verspätungen]. An einer kritischen Reflexion über das
       Sammeln persönlicher Daten, daran liegt der Verzicht auf die Angabe der
       Daten beim Verkauf von Sparpreistickets also scheinbar nicht.
       
       12 Dec 2024
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [4] /Kontrollverlust-bei-der-Bahn/!6028251
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marie Gogoll
       
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