# taz.de -- BSW stimmt in Sachsen für AfD-Antrag: Es wächst zusammen, was zusammengehört​
       
       > Die AfD bringt in den sächsischen Landtag einen Antrag zur Stationierung
       > von US-Waffen ein – und der BSW stimmt mit. Es ist nicht das erste Mal.
       
 (IMG) Bild: Ende Oktober stimmten Abgeordnete von BSW und AfD gemeinsam für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie
       
       Dresden taz | Noch wird in Sachsen über eine Minderheitsregierung von CDU
       und SPD verhandelt. Aber die ersten Landtagssitzungen seit der Wahl vom 1.
       September geben bereits einen Vorgeschmack auf wechselnde Mehrheiten. Und
       auf künftige Querfront-Allianzen zwischen Fraktionen, die zumindest optisch
       im Plenarsaal opponieren. Ausgerechnet am Tag tausend nach dem russischen
       Überfall auf die Ukraine stellte die [1][AfD] am Dienstag einen Antrag
       „Frieden statt Raketen“. Damit wollte sie sich als Friedenspartei
       präsentieren, auf den zweiten Blick aber das Bündnis Sahra Wagenknecht zu
       einer Positionierung und damit zu einem Outing herausfordern. Und das
       [2][BSW] sprang über das hingehaltene Stöckchen.
       
       Wie schon der Einsetzung eines Corona-Untersuchungsausschusses stimmten 13
       der 14 anwesenden BSW-Fraktionsmitglieder auch diesem AfD-Antrag zu.
       Lediglich der Abgeordnete Ralf Böhme enthielt sich der Stimme. Sie könne
       sich einem Antrag nicht verweigern, „den die AfD aus unserem Parteiprogramm
       abgeschrieben hat“, begründete die Landes- und Fraktionsvorsitzende Sabine
       Zimmermann die Zustimmung. AfD und BSW verfügen im Sächsischen Landtag
       zusammen immerhin über 55 der 120 Sitze, vier mehr, als die erwartete
       CDU-SPD-Minderheitskoalition.
       
       Für den AfD-Antrag stimmte also auch der aus Zittau stammende
       BSW-Abgeordnete Jens Hentschel-Thöricht. [3][Am Wochenende hatte er noch in
       Görlitz auf einer Demonstration der rechtsradikalen „Freien Sachsen“ gegen
       die Rüstungs-Produktionsumstellung des Alstom-Werkes gesprochen.] In der
       Landtagsdebatte applaudierte nun die AfD-Fraktion mehrfach den
       BSW-Redebeiträgen. In der BSW-Fraktion hingegen rührte sich keine Hand nach
       einem Hilfeappell des CDU-Abgeordneten Marko Schiemann für die Ukraine.
       
       Schon mit ihrem ersten Punkt im Antrag warf die AfD dem BSW einen dicken
       Köder hin. Das BSW habe AfD-Forderungen „nach einem diplomatischen Vorgehen
       sowie nach Deeskalation im Rahmen des Ukraine-Krieges“ im Wahlprogramm
       aufgegriffen, Wagenknecht positioniere sich ebenfalls gegen die
       Stationierung von US-Mittelstreckenraketen.
       
       ## Die Linke lässt sich auf das Spiel nicht ein
       
       AfD-Fraktionschef Jörg Urban zeigte sich in der Debatte ausgesprochen
       konziliant und gerierte sich als Friedensengel. Die Forderung nach
       Abrüstung und Deeskalation richte sich sowohl an die russische als auch an
       die US-amerikanische Seite. Auch die in Weißrussland stationierten
       taktischen Atomwaffen bedrohten Deutschland, sagte er. Urban räumte sogar
       ein, dass der russische Angriff Schweden und Finnland in die NATO getrieben
       habe. Nebenbei stellte sich heraus, dass er gar nicht gegen
       Mittelstrecken-Verteidigungsraketen sei, wenn sie von Deutschland selbst
       produziert würden.
       
       Linken-Landesvorsitzender Stefan Hartmann nannte die AfD-Abgeordneten
       deshalb „Sandkastengeneräle“. Die Linke vermied Zustimmungsallianzen und
       brachte einen ähnlichen Antrag auf Waffenverzicht und Verhandlungen nicht
       auf die Tagesordnung. Massiv gestört wurde die Landtagssitzung durch einen
       plötzlich auf der Besuchertribüne losbrüllenden vermutlichen
       AfD-Sympathisanten. „Ihr werdet mich kennenlernen“, rief der bald
       abgeführte Mann. Er wolle die gesamte Bundesregierung verhaften lassen.
       
       19 Nov 2024
       
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 (DIR) Michael Bartsch
       
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