# taz.de -- Greenpeace kritisiert Aktienrente: Zu wenig Nachhaltigkeit
       
       > Die Regierung sieht bei der Aktienrente keine gesetzlichen Standards für
       > die Nachhaltigkeit der Anlagen vor. Deshalb drohen fossile Investments.
       
 (IMG) Bild: Kein nachhaltiges, umweltfreundliches Investment: Ölplattform im Wattenmeer
       
       Berlin taz | Beim Aufbau des [1][sogenannten Generationskapitals zur
       Entlastung des gesetzlichen Rentensystems] gibt die Bundesregierung keine
       gesetzlichen Standards für Nachhaltigkeit vor, kritisiert die
       Umweltschutzorganisation Greenpeace. [2][Der Gesetzentwurf, über den der
       Bundestag in Kürze entscheiden soll,] sehe keine entsprechenden
       gesetzlichen Verpflichtungen vor. Das Generationenkapital soll nach den
       Plänen der Bundesregierung aufgebaut werden, um mit den Erträgen das
       gesetzliche Rentensystem zu entlasten.
       
       „Es braucht unbedingt gesetzlich verpflichtende Nachhaltigkeitsregeln bei
       Investitionen für die Rente“, sagt Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas
       der taz. Denn fehlten diese Standards, werde zum Erwirtschaften der
       Zuschüsse für die gesetzliche Rente wahrscheinlich auch in
       umweltschädigende Unternehmen investiert. Das legt eine Analyse nahe, die
       Greenpeace am Montag veröffentlicht hat.
       
       Die untersucht die Nachhaltigkeitsstrategie des öffentlich-rechtlichen
       [3][Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Kenfo)], der
       vorerst mit der Verwaltung des Generationenkapitals beauftragt werden soll.
       Der Analyse zufolge investiert Kenfo aktuell rund 1,3 Milliarden Euro, etwa
       5,5 Prozent des Portfolios, in Unternehmen, „die in schwere
       Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verwickelt sind“. 2017
       hatte der Bund den Kenfo mit dem Auftrag gegründet, die Kosten der Lagerung
       von Atommüll zu finanzieren. Statt obligatorischer Nachhaltigkeitsstandards
       ist für die Anlage des Generationenkapitals lediglich eine Richtlinie
       vorgesehen, die sich an sogenannten ESG-Kriterien orientiert. ESG steht für
       Umwelt (englisch: environment), Soziales (social) und Unternehmensführung
       (corporate governanc).
       
       Mit einer solchen Richtlinie arbeitet der Fonds allerdings schon jetzt. Da
       das zum Beispiel Investitionen in Aktien von Unternehmen der fossilen
       Industrie nicht ausschließt, sei die Richtlinie offensichtlich nicht
       ausreichend, so Greenpeace. Der Kenfo weist auf Nachfrage der taz hingegen
       darauf hin, dass Nachhaltigkeit ein „dynamischer Prozess“ sei und „zu viele
       detaillierte Vorgaben im Widerspruch zu den Renditeerwartungen“ stünden.
       
       14 Oct 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Rentenplaene-der-Bundesregierung/!6041988
 (DIR) [2] https://dip.bundestag.de/vorgang/gesetz-zur-stabilisierung-des-rentenniveaus-und-zum-aufbau-eines-generationenkapitals/312434?term=NOT%20zusatzmerkmal%3AE%20AND%20vorgangstyp_notation%3A100&f.wahlperiode=20&f.typ=Vorgang&rows=25&sort=basisdatum_ab&pos=8&ctx=e
 (DIR) [3] /Atomfonds-Kenfo-soll-Rente-sichern/!6018110
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marie Gogoll
       
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