# taz.de -- Bürgergeld wird 2025 nicht angehoben: Eine Formel mit Tücken
       
       > Dass das Bürgergeld im kommenden Jahr nicht angehoben wird, entspricht
       > der Anpassung an die Inflationsrate. Für die Betroffenen ist es bitter.
       
 (IMG) Bild: 2025 muss gespart werden, denn das Bürgergeld wird nicht steigen
       
       Dass das Bürgergeld 2025 nicht steigen und der monatliche Regelsatz von 563
       Euro für einen Alleinstehenden plus Wohnkosten gleichbleiben wird, ist erst
       mal nicht zu beanstanden. Denn dies ist der Fortschreibungsformel
       geschuldet, die den Bürgergeldempfänger:innen Anfang dieses Jahres
       eine Erhöhung um 12 Prozent für den Regelsatz bescherte. Die Formel besteht
       aus zwei Schritten, einer Basisfortschreibung und einer ergänzenden
       Fortschreibung.
       
       Letztere beinhaltet aber ein Moment der Prognose. Sinkt die
       [1][Preissteigerungsrate] in der Folgezeit stark ab, so wie es zuletzt
       geschehen ist, kommt es bei der nächsten Fortschreibung sogar zu einer
       Verringerung des Regelsatzes, allerdings nur rein rechnerisch. Eine
       tatsächliche Minderung ist gesetzlich ausgeschlossen. So kommt es zur
       Nullrunde im nächsten Jahr. Jetzt die Fortschreibungsformel wieder ändern
       zu wollen, wie es Sozialverbände forderten, wäre nicht in Ordnung.
       
       Die Einführung der zweischrittigen Fortschreibung galt schließlich mal als
       sozialpolitischer Erfolg. Unabhängig davon zu behandeln ist die Frage, ob
       der Regelsatz generell ausreicht zum Leben. Wenn man allein darauf
       angewiesen ist, tut er das nicht. In der Höhe des Regelsatzes liegt leider
       viel Verhetzungspotenzial, wie man zuletzt wieder erlebte. [2][Die Zahl der
       Empfänger:innen] stieg, vor allem wegen der [3][ukrainischen
       Kriegsflüchtlinge]. Die Politik redet über Einsparungen im Bundeshaushalt.
       
       Das macht Angst und befeuert Ressentiments. Plötzlich erschienen die
       Bürgergeldempfänger:innen nicht mehr als unterstützungswürdige Arme
       wie zu Zeiten von Corona, sondern als Bevorteilte, was echt schräg ist.
       Mehr als die Hälfte steht ja dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung wegen
       Familienaufgaben, Gesundheitsproblemen und anderen Gründen, oder sie stockt
       einen Niedriglohn auf.
       
       Die Nullrunde ist für die Betroffenen bitter, Formel hin oder her. Sie wird
       – und das ist auf traurige Weise ein positiver Nebeneffekt – das
       [4][Gehetze gegen die Armen] aber womöglich erst mal befrieden. Bis zum
       nächsten Anlass.
       
       4 Sep 2024
       
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