# taz.de -- Schmackhaftes Grünzeug: An Rucola könnt ich mich satt essen
       
       > Unsere Autorin liebt die zarten, knackigen Blätter, die auch als Rauke
       > bekannt sind. Besonders gut schmecken sie im Salat oder auf einer
       > Spargelquiche.
       
 (IMG) Bild: Zarte, knackige Bläter
       
       Das Superunkraut des letzten Jahrhunderts ist heute einer der beliebtesten
       Salate und ein scharf-würziger Genuss mit Löwenzahnoptik: Die Rauke, oder
       eben Rucola, ist anspruchslos und wächst, wo man ihr Platz lässt. Da lohnt
       es sich, gleich mehrmals im Jahr auszusäen, um immer frischen Rucola parat
       zu haben. Oder man lässt einfach die Natur machen.
       
       Das ist auch gesünder als Rucola aus dem Supermarkt, denn der enthält
       zumeist viel Nitrat, bedingt durch den Einsatz von stickstoffhaltigem
       Kunstdünger und den Anbau im Gewächshaus. Dieses Nitrat kann im Körper zu
       krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt werden. Deshalb am besten
       biologischen Rucola kaufen oder eben gleich selbst im Freiland aussäen.
       
       Die Rauke enthält viel Vitamin C und Betacarotin, das im Körper zu Vitamin
       A umgewandelt wird. Die Senföle in dem Kraut haben außerdem eine
       antioxidative Wirkung, weshalb Rucola lange als Heilmittel genutzt wurde;
       sie schmecken allerdings auch bitter.
       
       In der Küche ist der Rucola vielseitig, vom Pizzabelag über Pasta bis hin
       zu gefüllten Wraps. Man kann ihn aber auch kurz frittieren und als knackige
       Beilage auf einen Kartoffelsalat streuen. Ich verwende die Rauke außerdem
       gern statt Spinat in Saucen und Pesto. Wer Rohkost und intensive
       Geschmacksmomente mag, setzt auf einen Wildkräutersalat. Dazu nehme ich
       nicht nur eine Handvoll Rucola, sondern auch Vogelmiere, [1][Löwenzahn],
       Giersch, Kerbel oder Sauerampfer. Dazu ein paar Radieschen aus dem Garten
       und gekochte Kartoffeln. Wenn ich welche habe, schneide ich außerdem
       sonnengereifte Tomaten in [2][meinen Salat] und verfeinere ihn mit
       kaltgepresstem Olivenöl oder Rapsöl, etwas Essig oder Zitronensaft sowie
       Salz, ordentlich Pfeffer und ein bisschen Senf.
       
       Auch köstlich: eine Spargel-Rucola-Quiche. Dafür brauche ich 250 g
       Blätterteig, den ich in eine Quicheform gebe und circa 15 Minuten mit
       Hülsenfrüchten blind backe. Dann schäle ich 250 g Spargel, schneide die
       holzigen Enden ab und den Rest in kleine Stücke. Als nächstes würfle ich
       eine Zwiebel fein und dünste die Stücke in Rapsöl an, gebe den Spargel dazu
       und schmecke alles mit Salz und Pfeffer ab. Ich vermenge 5 Eier mit 250 ml
       Sahne und schmecke mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig ab. Anschließend
       belege ich den Blätterteig mit 125 g Rucola und schiebe alles für 15
       Minuten bei 180 Grad in den Ofen.
       
       Tipp: Es muss nicht unbedingt Spargel sein, auch Lauch und Schafskäse sind
       eine wunderbare Kombination für eine Quiche. Wer mag, kann auch noch ein
       paar verschrumpelte Möhrchen, Paprika – oder was sonst noch im Kühlschrank
       herumkugelt – dazugeben.
       
       Guten Appetit!
       
       22 Jul 2024
       
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