# taz.de -- Beschuldigte frühere RAF-Terroristin: Klette bleibt in Isolationshaft
       
       > Ein Gericht bestätigt die Haftbedingungen für die beschuldigte frühere
       > RAF-Terroristin Daniela Klette. Ihre Verteidiger kritisieren diese
       > scharf.
       
 (IMG) Bild: Unter schärfsten Haftbedingungen: Daniela Klette sitzt in der JVA Vechta in U-Haft
       
       Berlin taz | Es sind strikteste Bedingungen, unter denen die frühere
       RAF-Terroristin Daniela Klette [1][in der JVA Vechta in Haft sitzt]. Ihr
       Haftraum wird durchgängig mit Videokameras überwacht. Von anderen
       Gefangenen wird sie komplett isoliert. Klettes Verteidiger hatten das
       scharf kritisiert und dagegen geklagt – doch das Amtsgericht Verden gab der
       JVA nun recht.
       
       „Die Maßnahmen sind in einer aktuellen Entscheidung für ordnungsgemäß
       erklärt worden“, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts am Freitag der taz.
       Sowohl die Videoüberwachung als auch die Isolation wurden genehmigt. Zu den
       Gründen der Entscheidung wollte sich der Sprecher nicht äußern, da diese
       das Persönlichkeitsrecht von Klette beträfen. Einzig das ursprüngliche
       Verbot, dass die Verteidiger bei Haftbesuchen keine elektronischen Geräte
       mit sich führen dürfen, ist aufgehoben. Hier hatte die JVA zuvor schon
       eingelenkt.
       
       Lukas Theune, Verteidiger von Klette, sagte der taz, man werde den
       Beschluss zunächst auswerten und in den kommenden Tagen entscheiden, ob man
       dagegen vorgehe.
       
       ## Verteidiger weist Suizidgefahr zurück
       
       Theune hatte die Haftbedingungen zuvor als völlig überzogen kritisiert.
       Klette müsse sich 23 Stunden in ihrem Haftraum aufhalten, beim einstündigen
       Hofgang werde sie isoliert. Die Annahme einer Suizidgefährdung Klettes wies
       der Verteidiger zurück. Dafür gebe es keinerlei Anhaltspunkte, hatte Theune
       erklärt. Auch Klette soll eine Suizidneigung bestritten haben. Die
       Videoüberwachung sei daher unverhältnismäßig und rechtswidrig, so Theune.
       
       Auch einer Flucht- oder Verdunklungsgefahr Klettes, die ihre Isolierung
       begründen könnte, hatte der Verteidiger widersprochen. Auch für ein solches
       Ansinnen gebe es keinerlei Hinweise. Dennoch seien der 65-Jährigen nicht
       mal Kugelschreiber erlaubt. Auch der Empfang von Büchern sei nicht
       genehmigt worden.
       
       Daniela Klette war [2][Ende Februar in Berlin-Kreuzberg festgenommen
       worden]. Ihr wird vorgeworfen, zur dritten und letzten Generation der RAF
       gehört und von 1999 bis 2016 mit den früheren Mitstreitern Burkhard Garweg
       und Ernst-Volker Staub mehrere Raubüberfälle begangen zu haben, um ihr
       Leben im Untergrund zu finanzieren. Nach Garweg und Staub fahndet das LKA
       Niedersachsen weiterhin. Dem Trio wird versuchter Mord vorgeworfen, weil
       bei den Überfällen auch mit scharfen Waffen geschossen wurde.
       
       Derweil ist eine weitere Solidaritäts-Kundgebung für Klette am 14. April in
       Vechta angekündigt. Schon Mitte März hatte es vor der JVA eine erste
       Kundgebung gegeben, der aber nur gut 25 Teilnehmende folgten. Die
       Anmelderin, die Bremerin Krankenschwester und Betriebsrätin Ariane Müller,
       [3][war darauf von ihrer Klinik beurlaubt worden]. Nach Angaben der
       Stadtverwaltung ist sie auch die Anmelderin der nächsten Kundgebung.
       
       5 Apr 2024
       
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       Müller.