# taz.de -- Ende der deutschen Solarmodulproduktion: Ein Fall von vielen
       
       > Die letzte Sonnenmodulfabrik zieht mit der Produktion in die USA. Das ist
       > bitter und es sollte ein Wake-up-Call für die Wirtschaftspolitik sein.
       
 (IMG) Bild: Gunter Erfurt, Geschäftsführer von Meyer Burger kündigt die schrittweise Schließung des Werks in Sachsen bis Ende April an
       
       Dass ausgerechnet unter einem grünen Wirtschaftsminister eine Firma, die
       zuletzt das Aushängeschild der deutschen Solarwirtschaft war, ihre
       Modulfertigung schließt, weil in den USA die Rahmenbedingungen besser sind,
       ist bitter. Die Reaktionen gestalten sich wie erwartet: Von der einen Seite
       ertönt Häme über eine grüne Wirtschaftspolitik, die stets das Gute will und
       doch das Böse schafft.
       
       Auf der anderen Seite erwächst Wut auf die FDP, die an der Schuldenbremse
       festhält und damit den Spielraum für Industriepolitik einengt. Das eine
       hilft so wenig wie das andere. Vielmehr ist es an der Zeit, sich ein wenig
       vom konkreten [1][Fall Meyer Burger] zu lösen, denn der ist
       wirtschaftspolitisch gesehen nicht mehr als ein Symbol.
       
       Viele andere produzierende [2][Unternehmen in Deutschland], die vor
       ähnlichen Entscheidungen über eine Standortverlagerung stehen, haben
       lediglich nicht das Glück, so sehr im Lichtkegel der öffentlichen
       Wahrnehmung zu stehen wie die Solarbranche. Industriepolitisch sind ihre
       Geschichten aber oft genauso dramatisch. Es ist deshalb nötig, den Blick zu
       weiten.
       
       Dabei könnte die Aussage des Meyer-Burger-Aktionärs Sentis helfen, der als
       Vorzug der USA das dort herrschende „starke überparteiliche Engagement“
       zugunsten der heimischen Industrie lobte. Dass es solches in Deutschland
       noch gibt, kann man kaum behaupten. Was das Land also braucht, ist nur am
       Rande eine konstruktive Lösung im Fall Meyer Burger. Viel wichtiger ist
       eine grundsätzliche und überparteiliche Strategie zum Erhalt der
       industriellen Basis im Land.
       
       Die wird freilich Geld kosten und das wird man woanders einsparen müssen.
       Wo das möglich ist, muss intensiver diskutiert werden. Der [3][Ökonom
       Clemens Fuest] sagte kürzlich zum Konflikt der Finanzierung von Militär
       versus Konsum den Satz: „Kanonen und Butter, das wäre schön, wenn das
       ginge, aber das ist Schlaraffenland, das geht nicht.“ Bei diesem Satz kann
       man getrost das Wort Kanonen durch Industrieförderung ersetzen.
       
       26 Feb 2024
       
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