# taz.de -- Neue Partei Bündnis Sahra Wagenknecht: Die große Unbekannte
       
       > Bisher weiß das BSW nur, wogegen es ist. Doch jetzt müssen schlüssige
       > Konzepte für Klimaschutz, Zuwanderung, Außen- und Sozialpolitik her.
       
 (IMG) Bild: Sahra Wagenknecht spricht während der Pressekonferenz zum Gründungsakt ihrere neuen Partei mit Fabio De Masi
       
       Einen großen Dienst hat das Bündnis Sahra Wagenknecht(BSW) der Demokratie
       schon erwiesen: [1][Es weckt Interesse an Politik]. Das mediale Echo auf
       die Neugründung ist gewaltig, die 1,4 Millionen Euro an gesammeltem
       Gründungskapital zeugen von einem Vertrauensvorschuss in Wagenknechts
       Politik-Start-up.
       
       Das ist was in Zeiten, in denen sich Menschen von demokratischen Parteien
       ab- und rechtsextremen Bauernfängern zuwenden. Doch den Nachweis, dass es
       Menschen auch langfristig politisch binden kann, muss das Bündnis erst noch
       erbringen. Misstrauen ist angebracht, hat Wagenknecht mit der von ihr
       mitgegründeten Bewegung Aufstehen doch schon einmal eine Bruchlandung
       hingelegt.
       
       Aber offenbar haben sie und ihr Team daraus gelernt. Anders als bei
       Aufstehen, steckten sie von Anfang an viel Kraft und Geld in Organisation
       und Aufbau und gehen die Mitgliedergewinnung vorsichtig an. Wer rein will,
       muss sich zunächst als Förderer oder Unterstützer beweisen. Das soll einer
       Unterwanderung von rechts vorbeugen.
       
       ## Der Herbst wird ein Kraftakt
       
       Der weitere Weg ist jedoch steinig. Ein Erfolg bei der Europawahl im Juni
       wird noch relativ einfach, wird die Wagenknecht-Partei doch vom Nimbus des
       Neuen zehren und kann auf Fabio De Masi, einst kompetentester
       Europapolitiker der Linken, als Spitzenkandidaten bauen. Doch schon die
       Landtagswahlen im Herbst in Sachsen, Brandenburg und Thüringen werden ein
       Kraftakt. Hier hat die Wagenknecht-Partei bislang kaum Personal und
       konkurriert sozialpolitisch [2][mit der Linken] und gesellschaftspolitisch
       mit der AfD.
       
       Derzeit wissen Wagenknecht und Co. zwar sehr genau, wogegen sie sind: ein
       Verbot von Verbrennerautos, unkontrollierte Migration, Russlandsanktionen.
       Aber entscheidend wird das „wofür“, und da gibt es allenfalls vage
       Vorstellungen: irgendwie Frieden mit Russland schließen, Migrant:innen
       abschrecken und viel für soziale Gerechtigkeit tun. Doch erst mit
       schlüssigen Konzepten für Klimaschutz, Zuwanderung, Außen- und
       Sozialpolitik wird BSW die politische Landschaft nachhaltig bereichern.
       
       8 Jan 2024
       
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