# taz.de -- Sind deutsche Flughäfen sicher?: Geiselnahme löst Debatte aus
       
       > Im Hamburg fährt ein Mann mit seinem Auto und Kleinkind auf das
       > Flughafengelände – und gibt nach Stunden auf. Nun beginnt eine
       > Sicherheitsdiskussion.
       
 (IMG) Bild: Das Auto des Geiselnehmers auf dem Flughafen Hamburg hinter einem Flugzeug
       
       Hamburg dpa/rtr/taz | Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat
       sich nach dem Ende einer Geiselnahme am [1][Flughafen Hamburg] erleichtert
       gezeigt. „Die Geiselnahme auf dem Hamburg Airport ist nach langen,
       dramatischen Stunden beendet“, schrieb Tschentscher am Sonntag auf X,
       früher Twitter. Er dankte der Polizei für ihren Einsatz und das besonnene
       Vorgehen.
       
       Zuvor war Samstagnacht ein Mann mit einem Auto und einem vierjährigen
       Mädchen auf das Rollfeld des Flughafens vorgedrungen und hatte seinen Wagen
       neben einem Flugzeug von Turkish Airlines geparkt. Er soll auch in die Luft
       geschossen und zwei brennende Flaschen aus dem Autofenster geworfen haben.
       Schaden wurde dabei nicht angerichtet.
       
       Die Polizei ging von einem Sorgerechtsstreit aus. Der Flughafen war
       daraufhin bis zum Sonntagnachmittag gesperrt worden. Mehr als 150 Flüge
       mussten gestrichen werden. Die Mutter des Mädchens hatte die Polizei
       verständigt, dass der Mann die Tat angekündigt habe. Offenbar wollte er mit
       seiner Tochter in die Türkei ausreisen. Die Polizei hatte gewarnt, der Mann
       könne bewaffnet sein.
       
       Am frühen Sonntagnachmittag ließ sich der Mann dann nach stundenlangen
       Verhandlungen widerstandsfrei festnehmen. Er verließ laut Polizei mit dem
       Mädchen, das anscheinend unverletzt war, das Auto.
       
       ## Innensenator: „Einer der schwierigsten Einsätze“
       
       „Ich wünsche der Mutter, dem Kind und ihrer Familie viel Kraft, die
       schrecklichen Erlebnisse zu bewältigen“, erklärte Tschentscher. Hamburgs
       Innensenator Andy Grote (SPD) sprach von einem „der längsten und
       schwierigsten Einsätze der jüngeren Geschichte“ für die Hamburger Polizei.
       
       Der Flughafen kündigte am Sonntagnachmittag an, den Flugbetrieb
       schnellstmöglich wieder aufzunehmen zu wollen. Allein für den Sonntag waren
       286 Flüge – 139 Abflüge und 147 Ankünfte – mit rund 34.500 Passagieren
       geplant gewesen.
       
       Zugleich begann eine öffentliche Debatte, [2][wie sicher deutsche Flughäfen
       sind]. Andreas Roßkopf von der Gewerkschaft der Polizei sagte der ARD, die
       Sicherheitskonzepte an den Flughäfen seien veraltet. Es brauche etwa mehr
       Kameraüberwachung oder Bewegungssensoren. Zudem müssten Zufahrtswegen mit
       Barrieren und Schranken arbeiten, die mit normalen Fahrzeugen nicht zu
       durchbrechen seien. Die Politik müsse hier Vorgaben machen.
       
       5 Nov 2023
       
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