# taz.de -- Regierungsklausur im Roten Rathaus: Erst mal abarbeiten
       
       > Überschattet vom Angriff auf Israel ist der schwarz-rote Senat in
       > Kurzklausur gegangen. Die Stimmung wirkt nach knapp einem halben
       > Regierungsjahr gut.
       
 (IMG) Bild: So tagte der Senat – hier Giffey, Chialo und Wegner – bei seiner vorigen Klausur in der Schorfheide
       
       Berlin taz | „Es war eine Arbeitsklausur“, heißt es meist, wenn Erwartungen
       an Treffen von Regierungen oder Parteispitzen zu dämpfen sind. Und so war
       dieser Satz am Mittwochmorgen auch aus der Senatskanzlei zu hören, nachdem
       Regierungschef Kai Wegner und Kollegen am Vorabend zu ihren Plänen bis 2026
       zusammensaßen.
       
       Fazit nach bisher Gehörtem: Es geht vorrangig darum, [1][den
       Koalitionsvertrag von CDU und SPD] abzuarbeiten, der a) 136 Seiten hat und
       b) erst im April beschlossen wurde. Um den Umzug der ZLB, der darin nicht
       vorkommt, ging es angeblich nicht. Generell aber sei man angetan von einem
       Umzug in die Galeries Lafayette, hieß es. Am Dienstag standen so etwa mit
       der Mobilitätswende, Klimainvestitionen und Wohnungsbau große Themen an,
       die die jeweils zuständigen Senatsmitglieder vortrugen. Doch selbst diese
       größten Berliner Projekte wurden in der Runde überlagert von der aktuellen
       Lage nach dem Hamas-Angriff auf Israel.
       
       Arbeitsklausur hin oder her, ohne gemeinsames Abendessen ließ Wegner als
       Hausherr seine Leute anschließend nicht aus dem Roten Rathaus. Auf der
       Speisekarte standen [2][im Wappensaal] unter anderem Tatar vom Pfifferling
       mit Avocado, Rinderfilet, Sellerie, Kartoffelchips und Topfenknödel mit
       Butterbrösel. Schon gleich zu Beginn der Koalition hatte Wegner im
       Frühsommer [3][alle Senatorinnen und Senatoren] zum abendlichen Essen in
       Regierungszentrale geladen, allein zwecks Kennenlernens. Akten und Ordner
       bitte draußen lassen, war die inoffizielle Ansage.
       
       Im Ergebnis wirkt Wegner mit dieser Umarmungsstrategie nach fünfeinhalb
       Monaten im Amt erfolgreich. Von internen Konflikten und Reibereien ist
       nichts bekannt oder zumindest nicht nach draußen gedrungen. „Es macht Spaß,
       in dieser Konstellation zu arbeiten“, sagte Wegner am Dienstag über
       Schwarz-Rot. Offenen Widerspruch in der SPD löste das jedenfalls nicht aus.
       
       11 Oct 2023
       
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