# taz.de -- Ende der „Bäderbahn“ in der Lübecker Bucht: Willkommen im Stau
       
       > Die „Bäderbahn“ macht die Küstenorte an der Lübecker Bucht mit dem ÖPNV
       > erreichbar. Sie still zu legen, wäre ein riesiger Rückschritt.
       
 (IMG) Bild: Wird die Bäderbahn stillgelegt, werden hier noch mehr Autos parken: Ostsee-Gemeinde Scharbeutz
       
       Einen Sommertag an der Lübecker Bucht zu verbringen, ist eigentlich die
       Hölle. Völlig überfüllt ist es da, am Timmendorfer Strand oder in
       Scharbeutz. Dass das Handtuch an den Stränden kaum Platz hat, ist dabei
       aber nicht mal das zwingende Problem. Vielmehr ist es der Weg dorthin, das
       Verkehrschaos auf den Ortsstraßen kurz vorm Strand, die Blechkolonnen, die
       sich im Schritttempo ihren Weg zu den verzweifelt gesuchten freien
       Parkplätzen bahnen.
       
       Das letzte verbliebene Argument, dort dennoch einen Tag am Strand zu
       verbringen, ist bislang gewesen, dass es eine ziemlich entspannte
       Möglichkeit zur Anreise gab: die Bäderbahn zwischen Bad Schwartau und
       Scharbeutz.
       
       Bei den Spaziergängen von den Bahnhöfen zu den Stränden ließen sich bislang
       sogar die Autos überholen, die im Stau nicht von der Stelle kamen. An einer
       vielbefahrenen Straße entlangzulaufen, ist zwar nicht die pure Entspannung,
       immerhin aber stressfreier, als im Auto zu hocken und kaum von der Stelle
       zu kommen. Gerade für Tagestourist:innen ist die Bahnverbindungen
       optimal, haben sie doch schließlich kaum Gepäck dabei.
       
       [1][Für die Küstenorte] drohen bei der [2][Stilllegung] also nur schlechte
       Aussichten. Denn: Entweder die Bahn-Tourist:innen kommen nicht mehr oder
       aber sie kommen künftig mit dem Auto. Beides ist Mist – nicht nur für die
       Orte, die durch den Verkehr ohnehin an Reiz verloren haben, sondern auch
       für die ÖPNV-Nutzer:innen – und für die Verkehrswende.
       
       Schließlich gibt es kaum ein schlechteres Signal der Politik, als [3][heute
       noch eine bestehende Bahnverbindungen dicht zu machen.] Daraus lässt sich
       ja nur eine Botschaft ableiten: Kauft euch gefälligst ein Auto, wenn ihr
       mobil sein wollt! Ein Busverkehr als Alternative kann schließlich kaum die
       Kapazitäten der Züge erreichen. Und wenn doch: Die Busse stünden ohnehin im
       Stau.
       
       13 Sep 2023
       
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