# taz.de -- Das 29-Euro-Ticket wird begraben: Totgeburt eines SPD-Versprechens
       
       > Brandenburg ist dagegen, der Verkehrsverbund ist dagegen, die
       > CDU-Verkehrssenatorin ist nicht proaktiv. Nun bleibt nur noch der
       > Alleingang des Senats.
       
 (IMG) Bild: Gabs mal, kommt wohl nicht wieder
       
       Dass der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Brandenburgs
       Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) noch eine gemeinsame Lösung finden, ist
       unwahrscheinlich. Die letzte Beratung der beiden zum 29-Euro-Ticket im Mai
       verlief ergebnislos. Nicht anders ist die Sprachregelung zu deuten, über
       den Inhalt der Gespräche sei Stillschweigen vereinbart worden.
       
       Kai kommt also nicht aus der Kiste mit dem Lieblingsthema der Berliner SPD.
       „29-Euro-Ticket für alle“ – Mit diesem Slogan war Franziska Giffey in den
       Wahlkampf für die Wiederholungswahl im Februar gegangen. Zwar warb auch die
       CDU mit einem Ticket, das nicht mehr als einen Euro pro Tag kosten solle.
       Eine Herzensangelegenheit war das 29-Euro-Ticket aber nur für die
       Sozialdemokraten.
       
       Noch ist das Ticket zwar nicht offiziell begraben. „Unsere
       Senatsverwaltung, das Brandenburger Ministerium und der VBB sind zum Thema
       im Austausch“, betont eine Sprecherin von [1][Verkehrssenatorin Manja
       Schreiner (CDU)]. Offenbar wurden bisher aber bloß Worte und keine
       konkreten Vorschläge ausgetauscht. Und vom VBB heißt es: „Das
       29-Euro-Ticket ist eine rein politische Idee.“ Zu der liege bislang aber
       keine Information vor.
       
       Deutlicher könnten die Signale nicht sein. Brandenburg ist dagegen, der VBB
       ist dagegen, die federführende Berliner CDU-Senatorin ist (anders als beim
       zwischenzeitlichen Radwegestopp) nicht gerade proaktiv. Schon möglich, dass
       sich die Berliner SPD das anders gewünscht hat, immerhin steht für das
       29-Euro-Ticket eine dreistellige Millionensumme im Haushalt.
       
       ## Sogar das Deutschlandticket kam
       
       Doch eine Lösung aller Beteiligten wird es nicht geben. Um am Ende den
       Karren aus dem Dreck zu ziehen, müsste der Senat nun einen Alleingang
       gehen. Das aber würde bedeuten, das Tischtuch mit Brandenburg
       anzuschneiden.
       
       Wie hieß es so schön nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages? Sehr
       sozialdemokratisch sei der, meinten viele in der SPD und warben beim
       Mitgliederentscheid um Zustimmung. Nun steht ein zentrales Versprechen
       Giffeys vor der Totgeburt. Das hat nicht mal die Ampelkoalition im Bund
       geschafft. Die hat das [2][Deutschlandticket] zwar spät geliefert. Aber sie
       hat geliefert.
       
       26 Jul 2023
       
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