# taz.de -- Handelsbeschränkungen für Burkina Faso: Zollfreier Zugang gesperrt
       
       > Die US-Regierung hat Burkina Faso aus dem Wirtschaftsabkommen AGOA
       > ausgeschlossen. Washington reagiert damit auf die politischen Unruhen.
       
 (IMG) Bild: Beisetzung der Soldaten, die von Islamisten getötet wurden, am 8. Oktober 2022 in Ouagadougou
       
       WASHINGTON reuters | Als Reaktion auf politische Unruhen im Land hat die
       US-Regierung Burkina Faso aus dem Handelsabkommen [1][African Growth and
       Opportunity Act] (AGOA) ausgeschlossen. Das westafrikanische Land soll
       künftig nicht mehr vom zollfreien Zugang zum US-Markt profitieren.
       
       Das Weiße Haus sei „zutiefst besorgt über den verfassungswidrigen
       Regierungswechsel“ in Burkina Faso, teilte das Büro des
       US-Handelsbeauftragten (USTR) mit. Das Land werde „klare Vorgaben“ für die
       Wiederaufnahme in das Handelsprogramm erhalten. Das im Jahr 2000
       verabschiede Handelsabkommen ermöglicht den zollfreien Import von mehr als
       6.500 Produkten.
       
       Als Gegenleistung fordert die Regierung in Washington, dass die 36
       beteiligten südlich der Sahara gelegenen Staaten Afrikas Hindernisse für
       den US-Handel und Investitionen beseitigen. Um die AGOA-Anforderungen zu
       erfüllen, müssen die Länder eine marktwirtschaftliche Ordnung,
       Rechtsstaatlichkeit, politischen Pluralismus und das Recht auf ein
       ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren einführen – oder erkennbare Fortschritte
       beweisen.
       
       So sollen wirtschaftliche und politische Reformen in den Ländern
       unterstützt werden, begründen die USA die Auflagen. Von der Streichung der
       Zollvergünstigungen sind laut der Gesellschaft der Bundesrepublik
       Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing (GTAI) Produkte wie
       Bekleidung, Rohstoffe, industrielle Vorprodukte und Textilerzeugnisse
       betroffen.
       
       ## Schon zuvor prekäre Marktsituation
       
       Bereits 2022 hat die US-Regierung Äthiopien, Mali und Guinea aus dem
       Handelsabkommen ausgeschlossen – ebenfalls aufgrund von politischen
       Unruhen. Teile Burkina Fasos stehen unter der Kontrolle von Dschihadisten.
       Die politische Unsicherheit in dem westafrikanischen Land hat sich im
       vergangenen Jahr zugespitzt. 2022 fanden zwei [2][Militärputsche] statt.
       Die Kämpfe haben zu einer [3][humanitären Krise] geführt, fast zwei
       Millionen Menschen wurden vertrieben.
       
       Das UN-Welternährungsprogramm attestierte Burkina Faso neben weit
       verbreiteter Armut und der Gefahr von Unterernährung bereits vor dem
       Ausschluss aus dem Handelsabkommen schlecht integrierte Märkte.
       
       2 Jan 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://ustr.gov/issue-areas/trade-development/preference-programs/african-growth-and-opportunity-act-agoa
 (DIR) [2] /Neuer-Militaermachthaber-in-Burkina-Faso/!5882255
 (DIR) [3] /Flucht-in-der-Region-Sahel/!5898885
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ann Esswein
       
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