# taz.de -- Baerbocks Besuch in Indien: Mehr als schöne bunte Bilder
       
       > Klimakrise, Ukraine-Krieg, Stellung von Frauen in der Gesellschaft –
       > Annalena Baerbock sprach bei ihrer Reise nach Indien grüne Themen an.
       
 (IMG) Bild: Außenministerin Baerbock in der Altstadt von Neu-Dehli bei ihrem Indienbesuch am 5. Dezember
       
       Die Befürchtungen, dass sich die deutsch-indischen Verhältnisse nach den
       Bundestageswahlen 2021 womöglich verschlechtern würden, sind nicht wahr
       geworden. Das hat nun auch das Zusammentreffen der
       Außenminister:innen von Deutschland und Indien [1][in der Hauptstadt
       Delhi] gezeigt. Persönlich scheinen sich Annalena Baerbock und ihr
       Amtskollege, der ehemalige Diplomat Subrahmanyam Jaishankar (BJP), grün zu
       sein. Auch wenn sie als Politiker:innen wohl kaum unterschiedlicher
       sein könnten. Doch wer sagt, dass [2][Klimaschutz] nicht auch ein
       nationalistisches Thema sein kann?
       
       Die grüne Ministerin schmeichelte jedenfalls der größten Demokratie der
       Welt und versprach, was Indien wohl gerne hörte: Erleichterungen bei
       Arbeits- und Studierendenvisa durch eine Mobilitätspartnerschaft und eine
       massive und langfristige finanzielle Unterstützung für einen Energiewandel
       in Indien. Und zu guter Letzt zeigte Baerbock auch Interesse bei dem Thema
       Sicherheitspolitik im indopazifischen Raum.
       
       Die Sorge vor dem großen Einfluss und einer gefährlichen Abhängigkeit von
       China hat die beiden Länder ebenfalls näher zusammengebracht. Deutschland,
       das sich mit seiner russlandfreundlichen Politik in der Vergangenheit
       bereits verkalkuliert hat, sucht jetzt in Südasien „Wertepartner“ wie
       Indien.
       
       Ob vor Ort [3][viele verstehen], was hinter [4][Baerbocks feministischer
       Außenpolitik] steht, sei dahingestellt. Austausch mit weiblichen Vertretern
       der Zivilgesellschaft gab es aber allemal.
       
       Trotz Lob und Annäherungen wird Indien aber kaum die westliche Sicht auf
       Russlands Krieg übernehmen. Der indische Außenminister Jaishankar
       verteidigte die gestiegenen Ölimporte aus Russland und verwies auf
       Nichteinmischung.
       
       Und trotzdem bleibt Baerbocks Besuch ein erfolgreicher, mit mehr als zwei
       Tagen voller schöner, bunter Bilder aus dem bevölkerungsreichen Indien. Von
       politischer Seite steht der Vertiefung der bilateralen Beziehungen wenig im
       Wege, es sind Taten, die noch fehlen.
       
       7 Dec 2022
       
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