# taz.de -- Neue Euro-Abgasnorm: „Dieselgate der EU“
       
       > Umweltorganisationen und Konservative kritisieren den Entwurf der
       > EU-Kommission für die neue Abgasnorm. Er sieht keine Verschärfung für
       > Benziner vor.
       
 (IMG) Bild: Aufkleber gegen Klimaaktivistin Greta Thunberg in München
       
       Berlin taz/dpa | Pläne der EU-Kommission für die [1][neue Abgasvorschrift
       Euro 7] stoßen bei Umweltorganisationen wie bei Konservativen auf Kritik.
       Die zu laxen Vorgaben seien das „eigentliche Dieselgate der EU-Kommission“,
       schrieb die Organisation [2][Transport & Environment auf Twitter]. Trotz
       Rekordgewinnen werde die Autoindustrie nicht dazu gedrängt, in saubere
       Technologien zu investieren. Die lockeren Standards würden zu 100 Millionen
       mehr Verbrennerautos auf Europas Straßen führen.
       
       Nach einem vorzeitig bekanntgewordenen Entwurf für die Verordnung zur neuen
       Euro-7-Abgasnorm sollen bei den Vorgaben für Benzinautos die Grenzwerte der
       seit 2015 gültigen Euro-6-Norm einfach übernommen werden. Für Diesel-Pkw
       soll es nur eine leichte Verschärfung bei den Stickoxid-Werten geben.
       Stärker sollen die Grenzwerte für Busse und Lastwagen sinken.
       
       Die EU-Kommission schätzt, dass die neue Norm die Herstellungskosten für
       Pkw und leichte Nutzfahrzeuge um 304 Euro pro Fahrzeug steigert. Für Lkw
       und Busse wird für die bevorzugte Regulierungsoption dagegen ein Betrag von
       2.681 Euro genannt. Dagegen stehen laut Kommission erhebliche Gesundheits-
       und Umweltvorteile.
       
       Diese werden über 25 Jahre hinweg auf je nach Szenario bis zu 133,6
       Milliarden Euro beziffert. Erreicht werden sie vor allem durch eine
       Reduzierung schädlicher Emissionen von Stickoxiden (NOx) und Feinstaub mit
       kleinen Partikeln (PM 2,5).
       
       Die regulierungsbedingten Kosten für die Autobauer würden sich in diesem
       Zeitraum hingegen nur auf rund 35,5 Milliarden Euro belaufen, bei
       Lastkraftwagen und Bussen auf 17,5 Milliarden Euro.
       
       „Das Timing könnte kaum unpassender sein“, kommentierte der
       CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. „Die Welt geht in Flammen auf, die
       Inflation lässt die Preise in die Höhe schnellen, Unternehmen und Bürger
       ächzen unter explodierenden Energiepreisen und die Kommission schlägt neue
       Abgasnormen vor, die letztendlich die Preise für Autos und vor allem Lkw
       und Busse weiter in die Höhe schnellen lassen“. Dies sei auch deswegen
       absurd, weil ab 2035 de facto ohnehin kein Verbrennermotor mehr auf den
       Markt kommen solle.
       
       25 Oct 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12313-Europaische-Normen-fur-Fahrzeugemissionen-Euro-7-fur-Pkw-leichte-Nutzfahrzeuge-Lastkraftwagen-und-Busse_de
 (DIR) [2] https://twitter.com/transenv/status/1584841615944089600?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Etweet%7Ctwtr%5Etrue
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kai Schöneberg
       
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