# taz.de -- Rücktritt von CSU-Generalsekretär Mayer: So nicht, Herr Söder!
       
       > Mit „gesundheitlichen Gründen“ für den Rücktritt des CSU-Generalsekretärs
       > darf sich Söder nicht abfinden. Mayer muss sich den Vorwürfen stellen.
       
 (IMG) Bild: Markus Söder bei der Pressekonferenz nach dem Rücktritt von CSU-Generalsekretät Stephan Mayer
       
       Wenn auch nur ansatzweise stimmt, wie [1][CSU-Generalsekretär Stephan Mayer
       einen Journalisten der Bunten bedroht] haben soll, steht völlig außer
       Frage: Der Mann musste weg, ist als Politiker nicht mehr tragbar. Inwieweit
       die [2][Berichterstattung der Illustrierten] über Mayers Privatleben
       legitim war oder nicht, ist hierfür völlig irrelevant. Ob Mayer nun
       genügend Anstand hat, auch sein Bundestagsmandat niederzulegen, wird sich
       zeigen.
       
       Wenn sich Markus Söder nun – wie in seiner kurzen Pressekonferenz am
       Mittwochmorgen – mehr über das Schicksal seines Generalsekretärs grämt als
       über dessen Verhalten, ist das allerdings ein starkes Stück. [3][Mit Mayers
       Begründung seines Rücktritts], die auch von Söder so weiterverbreitet wird,
       darf man sich nicht abspeisen lassen.
       
       Gesundheitliche Gründe? Die könnte die CSU allenfalls anführen, wenn sie
       eine Erklärung für Mayers verbalen Ausraster wären. Natürlich gibt es
       psychische Störungen, die einen Kontrollverlust erklären, zu einem Teil
       vielleicht sogar entschuldigen könnten. In diesem Fall müssten sie
       allerdings genannt werden, gefolgt von einer aufrichtigen Entschuldigung.
       Mayer müsste ja nicht gleich seine Krankenakte auf den Tisch legen, aber
       doch plausibel machen, wie es aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung
       zu dem Verhalten kam.
       
       Andernfalls kann man Mayers Begründung lediglich als leicht durchschaubares
       Ablenkungsmanöver werten. Wenn Mayer halbwegs bei Sinnen war, während er
       die Drohungen gegen den Journalisten ausstieß, ist das und nur das der
       Grund, aus dem er zurücktreten muss – unabhängig davon, wie es ihm
       gesundheitlich geht und dass ihm natürlich eine baldige und gute Besserung
       zu wünschen ist.
       
       Was jetzt aber vor allem nötig ist, ist eine eindeutige Distanzierung
       Söders von seinem Ex-General. Sollten die Worte tatsächlich gefallen sein,
       dann wären sie unangemessen und nicht Stil der CSU, sagt der CSU-Chef
       lediglich. Sorry, Markus Söder, aber mit einer so windelweichen Erklärung
       zur Tagesordnung übergehen, das geht nicht.
       
       4 May 2022
       
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