# taz.de -- Bärbel Bas über Hasskommentare: „Nur schwer auszuhalten“
       
       > Die Bundestagspräsidentin klagt im taz-Interview über den enthemmten
       > Umgang im Netz. „Kotzende Emojis“ könne sie nicht mehr sehen.
       
 (IMG) Bild: „Ich sage mir: Lass das nicht so nah an dich ran kommen. Aber das ist nicht so leicht.“: Bärbel Bas
       
       Berlin taz | [1][Bundestagspräsidentin Bärbel Bas] hat den enthemmten
       Umgang in den sozialen Medien scharf kritisiert. „Was über mir ausgekübelt
       wurde, ist nur schwer auszuhalten“, sagte Bas der taz. Sie sei in ihren
       politischen Äußerungen vorsichtiger geworden. „Manchmal zögere ich, ob ich
       etwas poste. Weil ich weiß, welches Echo folgt.“ Und weiter: „Ich sage mir:
       Lass das nicht so nah an dich ran kommen. Aber das ist nicht so leicht. Und
       es ist in der letzten Zeit schlimmer geworden. Offen gesagt: Ich kann diese
       kotzenden Emojis nicht mehr sehen, die in den Kommentaren stehen.“ Sie
       mahnte zudem an, Täter schneller zu ermitteln. Sie zeige Beleidigungen
       regelmäßig bei der Polizei an. Diese Anzeigen haben nur in einem Fall zu
       einem Verfahren geführt.
       
       Mit Blick auf die Corona-Regeln im Bundestag kündigte Bas an, dass sie die
       Anordnungen für Genesene den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes
       anpassen und auf drei Monate verkürzen will. „Natürlich richte ich mich
       beim Gesundheitsschutz nach den Regeln des RKI“, sagte Bas.
       
       Es hatte Kritik gegeben, dass für genesene Bundestagsabgeordnete im Plenum
       die sechs Monate Regel galt, nachdem das RKI diese bundesweit auf drei
       Monate verkürzt hatte. Bas wies darauf hin, dass für genesene Abgeordnete
       in ihren Büros die Drei-Monats-Regel gilt. CSU-Landesgruppenchef Alexander
       Dobrindt hatte kritisiert, die Regel sei „eine Unverschämtheit“. Bas
       antwortete: „Was Herr Dobrindt als unverschämt empfindet, ist seine Sache.“
       
       Bas äußerte zudem Verständnis für den Ärger über die komplizierten
       Corona-Regeln für Bundesbürger. „In der Pandemie ging vieles durcheinander.
       Die Entscheidungen waren oft nicht einheitlich. Vor der nächsten Pandemie
       muss das Infektionsschutzgesetz auf den Prüfstand. Wir sollten mehr
       einheitlich regeln.
       
       ## Schnelle Wahlrechtsreform gefordert
       
       Zudem forderte die Bundestagspräsidentin eine schnelle Wahlrechtsreform.
       Die Fraktionen sollten „zeitnah die Wahlrechtskommission einsetzen“. Diese
       Kommission „sollte innerhalb eines Jahres fertig sein. Dann muss zügig
       entschieden werden“, sagte die SPD-Politikerin. Falls es länger dauere,
       werde die Reform zur Begrenzung des Bundestages scheitern. „Wenn das Thema
       zu nah an die Wahl 2025 rutscht, werden wir wie in den beiden vergangenen
       Wahlperioden scheitern.“ Ohne Reform werde das Parlament womöglich zu groß
       für die Liegenschaften des Bundestages werden. „Ich möchte mir das Bild
       nicht vorstellen, dass vor dem Reichstag eine Container-Landschaft mit
       Bundestagsbüros entsteht“, so Bas.
       
       Das gesamte Interview erscheint am Dienstag in der taz.
       
       31 Jan 2022
       
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